Aktuelles / News

Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Thema Schilddrüse. Wenn Sie noch weitere Informationen zu diesem Thema wünschen, besuchen Sie auch unsere Facebook-Seite, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Aktuelle Studie: OP verbessert die Lebensqualität von Basedow-Patienten

Datum: 01.10.2022

Die Immunhyperthyreose vom Typ Basedow (Morbus Basedow) kann grundsätzlich durch Thyreostatika (Medikamente gegen die Überfunktion), eine Radiojodtherapie oder eine Schilddrüsenoperation behandelt werden. In einer unlängst publizierten wissenschaftlichen Studie aus den USA wurden die Auswirkungen der kompletten Schilddrüsenentfernung (Thyreoidektomie) auf schilddrüsentypische Symptome (Heiserkeit, Hitzegefühl, Kälteempfindlichkeit, Schluckstörungen, Durchfälle) und die allgemeine Lebensqualität von Basedow-Patienten standardisiert erfasst und untersucht. Im Vergleich zum Ausgangsbefund vor der OP kam es bereits innerhalb von 30 Tagen zu einer statistisch eindeutigen Verbesserung schilddrüsentypischer Symptome ebenso wie der subjektiv eingeschätzten Lebensqualität. Dieser Effekt ließ sich auch im Langzeitverlauf nachweisen. Diese Erkenntnisse sollten auch bei der Beratung und individuellen Therapieentscheidung von Basedow-Patienten berücksichtigt werden.

Quelle: Gunn AH, Frisco N, Thomas S: Patient-reported outcomes following total thyreoidectomy for Graves` Disease. Thyroid (2022) 32:54-64

Aktuelle Studie: Schilddrüsenunterfunktion erhöht Demenzrisiko!

Datum: 01.09.2022

Es ist schon lange bekannt, dass Schilddrüsenhormone auch eine Wirkung auf diverse Hirnfunktionen und die geistige Leistungsfähigkeit haben. Wie eine wissenschaftliche Untersuchung jetzt zeigt, erhöht eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auch das Risiko für eine Demenzerkrankung. In dieser unlängst publizierten Vergleichsstudie mit Einschluss von 7.843 Demenzpatienten wurde festgestellt, dass bei Patienten mit einer neu diagnostizierten Demenz in der Vorgeschichte viel häufiger zusätzlich eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert wurde als bei ansonsten vergleichbaren Patienten ohne Demenz. Das betraf vor allem über 65-jährige Patienten mit einer behandlungspflichtigen Hypothyreose, die im Vergleich zu Patienten ohne eine Schilddrüsenunterfunktion ein 3-fach erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Demenz hatten. Weitere wissenschaftliche Studien zum Zusammenhang zwischen Schilddrüse und Demenz sind erforderlich und auch geplant. In jedem Fall sollte bei Patienten mit Zeichen einer Demenz auch die Schilddrüsenfunktion kontrolliert und bei Bedarf gut eingestellt werden.

Quelle: Thyroid Disorders and Dementia Risk: A Nationwide Population-Based Case-Control Study. Daniel R Wieland, Julia R Wieland, Han Wang, Yi-Huei Chen, Ching-Heng Lin, Jing-Jie Wang, Chien-Hsiang Wenig. Neurology Jul 2022, 10.1212/WNL.

Weitere Informationen zur Schilddrüsenunterfunktion unter https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruesenerkrankungen/schilddruesenunterfunktion/

Aktuelle Studie: Überfunktion der Nebenschilddrüsen auch für das Herz-Kreislauf-System gefährlich!

Datum: 02.08.2022

Die häufigste Ursache für eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen (HPT = Hyperparathyreoidismus) ist eine gutartige Wucherung (Nebenschilddrüsenadenom) einer oder mehrerer dieser normalerweise nur sehr kleinen und etwa linsengroßen Hormondrüsen (primärer HPT). Das tritt bei etwa 1% der Bevölkerung auf, bei Frauen nach den Wechseljahren sogar bei etwa 3%. Die Erkrankung wird häufig zunächst nicht bemerkt, die Diagnose wird meist erst bei einer routinemäßigen Blutkontrolle durch einen krankhaft erhöhten Blutcalcium-Spiegel gestellt. Klassische Folgen der unbehandelten Erkrankung sind u.a. eine Entkalkung der Knochen, Nierensteine, Verdauungsprobleme sowie psychische Veränderungen wie Depressionen oder vermehrte Angstgefühle. Weniger bekannt ist, dass der HPT auch das Herz-Kreislauf-System schädigt. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie zum pHPT mit über 16.000 Patienten zeigt jetzt, dass es bei Patienten mit einem unbehandelten pHPT im Vergleich zu einer Vergleichsgruppe nicht nur häufiger zu Hüft- und anderen Knochenbrüchen, sondern auch zu mehr Herz-Kreislauf-Problemen und sogar zu mehr Todesfällen kam. Wenn die überfunktionierenden Nebenschilddrüsen operativ entfernt wurden, konnten die Risiken wieder gesenkt werden. In der Konsequenz ist das ein Argument dafür, dass mit der operativen Entfernung überfunktionierender Nebenschilddrüsen beim pHPT nicht zu lange gewartet werden sollte.

Quelle: Kristian F. Axelsson et al.: Analysis of Comorbidities, Clinical Outcomes, and Parathyroidectomy in Adults With Primary Hyperparathyroidism .JAMA Netw Open. 2022; 5(6):e2215396. Doi:10.1001/jamanetworkopen.2022.15396

Weitere Informationen zur Nebenschilddrüsenüberfunktion unter https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/nebenschilddruese/

Nebenschilddrüsenunterfunktion: Lieferengpässe bei künstlichem Parathormon!

Datum: 01.07.2022

Nach einer Schilddrüsen-OP kann es durch eine ungewollte Beschädigung der Nebenschilddrüsen zu einer Nebenschilddrüsenunterfunktion kommen (Hypoparathyreoidismus). Dann fällt zunächst der Blutspiegel des Nebenschilddrüsenhormons (Parathormon) und nachfolgend auch der Blutspiegel des Calciums ab. Typische Symptome sind Kribbelgefühle, Zittern oder Muskelkrämpfe. Die meisten Patienten können mit Calcium- und Vitamin-D-3-Tabletten gut behandelt und eingestellt werden. Beim Großteil der Patienten bildet sich eine OP-bedingte Nebenschilddrüsenunterfunktion im Laufe der Zeit wieder komplett zurück. Das kann allerdings bis zu einem Jahr und manchmal sogar noch etwas länger dauern. Für Patienten, die sich mit der Standardtherapie aus Calcium und Vitamin D 3 nicht gut einstellen lassen, steht seit einigen Jahren auch gentechnologisch hergestelltes Parathormon (Natpar®) zur Verfügung. Dieses muss wie Insulin unter die Haut gespritzt werden. Wegen akuter Lieferengpässe steht dieses Medikament in einer bestimmten Dosis (100 µg/Dosis) mindestens bis zum Jahresende nicht zur Verfügung. Möglicherweise sind zukünftig auch noch weitere Dosierungen betroffen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) hat Empfehlungen zur Überbrückung dieses Lieferengpasses abgegeben und „rät allen betroffenen Patienten, umgehend einen Termin mit ihrem Hausarzt oder Endokrinologen zur Umstellung der Therapie zu vereinbaren. Ärzte sollten momentan keine neuen Patienten mehr auf Natpar einstellen, bis der Lieferengpass behoben ist. Diese Empfehlung gilt unabhängig von der Dosierungsstärke“. Diese Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaft sind eindeutig und sollten befolgt werden.

Quelle https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/lieferschwierigkeiten-natpar.php

Aktuelle Studie zur Thyroxin-Therapie: Sowohl Über- als auch Unterdosierung erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-bedingte Todesfälle

Datum: 02.06.2022

Eine aktuell publizierte große wissenschaftliche Studie aus Amerika unterstreicht, wie wichtig eine gute hormonelle Einstellung bei der medikamentösen Thyroxin-Therapie ist. Bei der Analyse der Krankheitsverläufe von über 700.000 wegen gutartiger Erkrankungen mit Thyroxin behandelten Patienten zeigte sich, dass eine schlechte medikamentöse Einstellung das Risiko für einen Tod durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöht. Sowohl bei einer im Blut nachweisbaren Überfunktion (Hyperthyreose, TSH-Wert erniedrigt) durch eine Überdosierung des Thyroxins als auch bei einer Unterfunktion (Hypothyreose, TSH-Wert erhöht) durch eine Unterdosierung des Thyroxins traten häufiger kardio-vaskulär bedingte Todesfälle (Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche) auf als bei Patienten mit einer guten hormonellen Einstellung im Normalbereich (TSH: 0.5-5.5 mIU/L; fT4 0.7-1.9 ng/d). Das Risiko stieg mit dem Ausmaß der im Patientenblut feststellbaren Abweichung von den Normalwerten (z.B. TSH <0.1 mIU/L, fT4 >1.9 ng/dL oder TSH >20 mIU/L: fT4 <0.7).  Diese Ergebnisse sind ein Argument dafür, dass die Blutwerte bei einer Thyroxin-Therapie kontrolliert und die Thyroxin-Dosis so angepasst werden sollte, dass Normalwerte bestehen (Euthyreose). Sinnvolle Ausnahmen von einer euthyreoten Einstellung können sich unter Abwägung verschiedener Aspekte z.B. bei der Thyroxin-Therapie differenzierter Schilddrüsenkrebse ergeben.

Quelle: Josh M. Evron, Scott L. Hummel, David Reyes-Gastelum, Megan R. Haymart,Mousumi Banerjee, Maria Papaleontiou: Association of Thyroid Hormone Treatment Intensity With Cardiovascular Mortality Among US Veterans. JAMA (Journal of American Medical Association) Mai 2022:1-11

Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren wechselt zum Sana-Krankenhaus

Datum: 10.03.2022

Nach fast 23-jähriger Tätigkeit als Chefarzt der ungeteilten chirurgischen Abteilung der Allgemein-, Viszeral und Unfallchirurgie am St. Agatha Krankenhaus in Köln-Niehl wechselt Prof. Zieren an das Sana-Krankenhaus Köln-Hürth und leitet dort als Chefarzt die völlig neu konzipierte Spezialklinik für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie. Mit Prof. Zieren wechseln auch der langjährige Oberarzt Dr. Marc Goebel und das Kern-Team des SchilddrüsenZentrum Köln in den Kölner Westen. „Wir haben bei Sana in Köln-Hürth exzellente Arbeitsbedingungen und Wachstumsperspektiven. Am neuen Standort bieten wir das gesamte Spektrum der modernen Schilddrüsenchirurgie einschließlich neuer minimal-invasiver Verfahren an und sind auch in Hürth eine national und international führende Adresse für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenoperationen.“ freut sich Prof. Zieren, der seine Arbeit in Hürth am 1.4.2022 aufnimmt.

Weitere Informationen auch zur Terminvereinbarung unter https://www.sana.de/huerth/medizin-pflege/schilddruesen-und-nebenschilddruesenchirurgie

Welches OP-Verfahren bei der Basedowschen Erkrankung?

Datum: 17.01.2022

Das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie bestätigt, dass es bei der chirurgischen Therapie des M. Basedow sowohl hinsichtlich der Komplikations- als auch der Heilungsraten unerheblich ist, ob bei der OP kleine Schilddrüsenreste belassen werden oder nicht (Totale vs. Fast-totale Thyreoidektomie).

Zum Artikel von Prof. Dr. Hans Udo Zieren

Interview zum Thema Schilddrüse von Prof. Zieren für das AOK-Gesundheitsmagazin Rhein-Main TV “

Datum: 29.10.2021

Zum Text

Experteninterview mit Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren zum Thema „Nebenschilddrüse“

Datum: 08.10.2021

Erkrankungen der Nebenschilddrüsen

BILD Interview mit Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren: Müde, depressiv? Die Schilddrüse kann schuld sein!

Datum: 09.09.2021

Müde, depressiv? Die Schilddrüse kann schuld sein!

Aktueller medizinischer Fachaufsatz von Prof. Dr. med. Hans Udo  Zieren zum Thema „Hashimoto-Thyreoiditis – Diagnostik und Therapie

Datum: 03.08.2021

Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren „Hashimoto-Thyreoiditis – Diagnostik und Therapie 2021

Herzlichen Glückwunsch Prof. Dr. Hans Udo Zieren

Datum: 27.05.2021

Der Gründer des Deutschen Schilddrüsenzentrums, Herr Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren erhielt für seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten rund um das Thema Schilddrüse von der Stiftung Gesundheit die Auszeichnung „Dr. Pro Bono – Ärzte für den guten Zweck“ verliehen. Das Team des Deutschen Schilddrüsenzentrums gratuliert sehr herzlich und wünscht Herrn Prof. Zieren noch viel kreative Schaffenskraft für das gemeinsame Projekt.

Weitere Informationen über Prof. Dr. Udo Zieren finden Sie hier.

Wie sicher ist eine Corona-Impfung bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse?

Datum: 21.05.2021

Uns erreichen viele Anfragen zum Thema Impfschutz bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse. Und zwar gibt es hierzu eine aktuelle Untersuchung aus der Uniklinik Erlangen, bei der festgestellt wurde, dass nach einer Impfung mit dem Biontech/Pfizer-Corona-Impfstoff bei etwa 1 von 10 Patienten mit einer Autoimmunerkrankung keine ausreichenden Antikörper gebildet wurden, bei einer Vergleichsgruppe ohne Autoimmunerkrankungen lag dieser Anteil nur bei 1 von 100. Bei der untersuchten Gruppe mit Autoimmunerkrankungen verschiedener Arten (z.B. Spondylarthritis, rheumatoide Arthritis, Darmentzündungen etc.) waren allerdings keine Patienten mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse. Das sind an der Schilddrüse vor allem die Hashimoto-Thyreoiditis und der M. Basedow. Insofern muss man diesbezüglich die Ergebnisse hoffentlich bald vorliegender weitere Untersuchungen abwarten.

Schilddrüsenkrank und Corona-Impfung?

Datum: 15.05.2021

Nach bisherigem Wissensstand wird eine Corona-Impfung mit den bislang in Deutschland zugelassenen Impfstoffen grundsätzlich auch für Patienten mit einer Schilddrüsenerkrankung empfohlen. Das gilt prinzipiell sowohl für Patienten mit einer Autoimmunerkrankung (z.B. Hashimoto, Basedow), als auch für solche mit Schilddrüsenkrebs. Bestehen ausgeprägte und schlecht eingestellte Funktionsstörungen (Hyperthyreose, Hypothyreose), erfolgt aktuell eine Immuntherapie z.B. mit Cortison oder eine Radiojodtherapie, oder liegen schwerwiegende Begleiterkrankungen vor, sollte das im Einzelfall günstigste Vorgehen und der beste Impfzeitpunkt individuell mit dem Impfarzt abgeklärt werden. Eine Schilddrüsenerkrankung an sich hat keinen Einfluss auf die Impfreihenfolge.

Was muss ich als Schilddrüsenpatient in der Covid-19-Pandemie beachten?

Datum: 01.10.2020

Es gibt bislang keine verbindlichen und abschließenden Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien zu den tatsächlichen Auswirkungen der verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen auf eine mögliche Corona-Infektion und umgekehrt. Nach derzeitigem Wissensstand ist davon auszugehen, dass eine Schilddrüsenerkrankung für sich allein weder das Ansteckungsrisiko erhöht, noch den Verlauf einer Corona-Infektion verschlechtert. Das gilt prinzipiell auch für Patienten, die Schilddrüsenmedikamente einnehmen, sich einer Operation oder Radiojodtherapie unterziehen bzw. unterzogen haben, oder die unter einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leiden. Insofern gehören Patienten mit einer Schilddrüsenerkrankung nicht automatisch zu einer sogenannten Risikogruppe für eine Corona-Infektion und sind vom Robert Koch-Institut auch nicht darunter aufgeführt (Risikofaktoren nach Angaben des Robert Koch-Instituts). Prinzipiell ist allerdings Vorsicht geboten, wenn eine medikamentös nicht oder nicht gut eingestellte ausgeprägte Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion besteht, Schilddrüsenpatienten zur Behandlung der endokrinen Orbitopathie beim M. Basedow oder bei einer akuten Thyreoiditis Medikamente zur Immunsuppression (z.B. Kortison) einnehmen, Patienten aktuell unter einer Schilddrüsenkrebserkrankung leiden, oder zusätzliche Erkrankungen und/oder Risikofaktoren vorliegen (Risikofaktoren nach Angaben des Robert Koch-Instituts).

Unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln gibt es derzeit für Schilddrüsenpatienten keine darüber hinaus gehenden besonderen Einschränkungen. Das gilt auch für Schilddrüsensprechstunden, Schilddrüsenuntersuchungen oder Schilddrüsenoperationen.

AUTOR: Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren