FAQ / Häufige Fragen

Hier finden sie aktuelle Fragen zum Thema Schilddrüse. Wenn Sie noch weitere Informationen zu diesem Thema wünschen, besuchen Sie auch unsere Facebook-Seite, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Inhaltsverzeichnis

  1. Grundsätzliches / Allgemeines
  2. Symptome und Beschwerden
  3. Medizinische Behandlung

Grundsätzliches / Allgemeines

Ja, denn Schilddrüsenhormone steuern unter anderem auch die Stoffwechselvorgänge des Gehirns. Schlechte Stimmung, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen oder starke Depressionen können auch durch eine Schilddrüsenunterfunktion verstärkt oder sogar ausgelöst werden. Weitere Informationen zu Schilddrüsenunterfunktionen finden Sie hier. Weitere Informationen zu Schilddrüse und Psyche finden Sie hier.

Schilddrüsenhormone regulieren unter anderem auch den Hirnstoffwechsel. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) kommt es zu einer Verlangsamung verschiedener Gehirnfunktionen. Typische Folgen sind eine depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsstörungen. Etwa die Hälfte aller Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion leidet auch unter depressiven Symptomen, aber nicht jede Depression ist durch eine Hypothyreose bedingt. Bei richtiger medikamentöser Hormoneinstellung bessern sich schilddrüsenbedingte depressive Symptome meist innerhalb von 6 bis 8 Wochen.

Weitere Information zum Thema Schilddrüse und Psyche finden Sie hier.

Vereinfacht ausgedrückt wirken Schilddrüsenhormone wie Energielieferanten für viele Körperzellen. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) kommt es daher zu einer Drosselung und Verlangsamung vieler körperlicher und seelischer Körperfunktionen. Ein typisches Symptom der Unterfunktion ist eine ausgeprägte Müdigkeit in Kombination u.a. mit Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit und depressiver Verstimmung . Bei derartigen Symptomen sollte daher immer auch die Schilddrüsenfunktion abgeklärt werden.

Viele Mütter leiden nach der Geburt ihres Kindes unter Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungen („Babyblues“). Bei etwa 15% der Mütter tritt eine echte Wochenbettdepression auf. Derartige psychische Probleme können auch durch eine sogenannte Postpartum Thyreoiditis ausgelöst oder verstärkt werden. Bei dieser Schilddrüsenentzündung handelt es sich um eine Auto-Immunthyreoiditis letztlich noch ungeklärter Ursache, die Ähnlichkeiten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis aufweist und die typischerweise erstmals nach einer Geburt auftritt. In der Folge kann es zu einer kurzfristigen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommen, viel häufiger ist eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) mit entsprechenden Folgen wie Antriebsarmut, Müdigkeit oder depressiven Verstimmungen. Bei richtiger medikamentöser Behandlung der Hypothyreose bessern sich solche Schilddrüsen bedingte Symptome meist relativ rasch und komplett.

Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das Körpergewicht. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann es trotz Heißhunger durch den gesteigerten Energiebedarf zum Gewichtsverlust bis zur Abmagerung kommen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist das genau umgekehrt und die Patienten können auch bei „normaler“ Nahrungsaufnahme oder trotz Diät immer mehr zunehmen. Daher sollte bei Gewichtsproblemen immer auch an die Schilddrüse gedacht werden.

Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das Herz. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu schnellerem Puls, zu erhöhtem Blutdruck und zu Herzrhythmusstörungen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt es zu langsamerem Puls, einem eher niedrigen Blutdruck und auch zu Herzrhythmusstörungen. Insbesondere bei Patienten mit schilddrüsenunabhängigen Vorschäden am Herz-Kreislauf-System können sich solche Effekte besonders nachteilig auswirken. Daher sollte bei Patienten mit entsprechenden Problemen immer auch die Schilddrüsenfunktion im Auge behalten werden.

Schilddrüsenhormone beeinflussen unter anderem auch die haarbildenden Zellen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) verlangsamt sich das Haarwachstum, die Haare werden brüchig, matt, stumpf und können ausfallen. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) wachsen die Haare zu schnell, werden immer dünner, können leicht abbrechen und so nur noch eine kurze Länge erreichen. Zudem kann der Wachstumsrhythmus gestört werden, so dass auch ein diffuser Haarausfall auftreten kann. Schließlich können auch Medikamente, die zur Behandlung einer Hyperthyreose verordnet werden (Thyreostatica), zum Haarausfall führen. Daher sollte bei Problemen mit der Haarpracht und bei Haarausfall immer auch die Schilddrüsenfunktion abgeklärt werden. Schilddrüsen bedingte Haarprobleme können sich bei richtiger Behandlung wieder voll zurückbilden, wobei das aufgrund des langsamen Haarwachstums manchmal ein wenig Geduld erfordert.

Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das Wachstum und die Qualität der Fuß- und Fingernägel. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) wachsen die Nägel häufig sehr langsam, werden brüchig, splittern und brechen schnell. Manchmal treten auch Quer- oder Längsfurchen auf. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wachsen die Nägel zu schnell, sind daher manchmal sehr dünn und schwach und brechen deshalb schnell. Bei Problemen mit Finger- und Fußnägeln sollte daher immer auch an die Schilddrüse gedacht werden. Schilddrüsen bedingte Nagelprobleme bessern sich bei erfolgreicher Behandlung der Schilddrüsenfehlfunktion meist vollständig, wobei man wegen des langsamen Nagelwachstums manchmal etwas Geduld benötigt.

Schilddrüsenhormone haben auch Auswirkungen auf das sexuelle Verlangen, die Orgasmusfähigkeit und die Potenz. Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sind eine verringerte Libido und ein abnehmendes sexuelles Interesse. Aber auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) können sexuelles Desinteresse oder Potenzstörungen auftreten. Daher sollte bei derartigen Problemen immer auch die Schilddrüsenfunktion kontrolliert werden.

Eine gesunde Ernährung ist nicht nur für den ganzen Körper, sondern insbesondere auch für die Schilddrüse sehr wichtig. Im Zusammenhang mit der Schilddrüse geht es vor allem um eine ausreichende Versorgung mit den Spurenelementen Jod, Selen und Eisen. Bei einer ausgewogenen gesunden Mischkost ist eine Unterversorgung unwahrscheinlich, bei einseitiger oder veganer Ernährung aber auch in Deutschland immer noch möglich. Deshalb sollten Patienten mit einer Schilddrüsenerkrankung darauf achten, sich gut zu ernähren und genügend der genannten Spurenelemente zu sich zu nehmen.

Die beidseitigen Stimmbandnerven (Nervus recurrens) liegen unmittelbar an der hinteren Schilddrüsenkapsel. Daher können sich Erkrankungen der Schilddrüse auch auf die Funktion der Stimmbandnerven und der Stimmbänder auswirken und diese schädigen. Dies ist auch durch einen operativen Eingriff oder eine Thermoablation der Schilddrüse möglich. Kommt es zum Ausfall eines Stimmbandnerven, resultiert daraus ein einseitiger Stimmlippenstillstand (Recurrensparese) der betroffenen Seite. Die Stimme klingt dann heiser, rau oder schwach. Bei einem beidseitigen Ausfall kann es zusätzlich zu Luftnot (Stridor) kommen. Bei Änderungen der Stimmfunktion und bei Heiserkeit sollte daher immer auch an die Schilddrüse gedacht werden. Wenn Knoten oder Tumoren der Schilddrüse auf den Stimmbandnerv drücken, sollte in der Regel zeitnah operiert und der Nerv entlastet werden.

Schilddrüsenhormone regulieren auch den Hirnstoffwechsel. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) kommt es zu einer Verlangsamung verschiedener Gehirnfunktionen. Typische Folgen sind Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen und vor allem verschiedene Symptome aus dem depressiven Formenkreis. Etwa die Hälfte aller Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion leidet unter depressiven Symptomen, aber nicht jede Depression ist durch eine Hypothyreose bedingt. Nicht selten bestehen allerdings Überschneidungen oder gegenseitige Wechselwirkungen zwischen psychiatrischen und endokrinen Erkrankungen. Bei depressiven Symptomen und anderen psychischen Veränderungen sollte daher immer auch an die Schilddrüse gedacht werden. Bei richtiger medikamentöser Hormoneinstellung bessern sich schilddrüsenbedingte depressive Symptome meist innerhalb von 6 bis 8 Wochen.

Wenn man keine Schilddrüse hat – sei es nun angeboren, bei einer OP komplett entfernt, durch eine Radiojodtherapie ausgeschaltet oder durch eine Erkrankung (z.B. Hashimoto) zerstört -, muss man lebenslang künstliches oder biologisches Schilddrüsenhormon in Tabletten- oder Tropfenform zu sich nehmen. In den allermeisten Fällen reicht die Einnahme einer Tablette am Tag aus. Die optimale Einstellung ist meist relativ unproblematisch und manchmal etwas komplizierter. Bei guter und stabiler Einstellung sind bei vielen Patienten routinemäßige Kontrollen der Schilddrüsenwerte im Blut in etwa jährlichen Abständen ausreichend. Abgesehen von der Tabletteneinnahme und den gelegentlichen Blutkontrollen kann man bei guter medikamentöser Einstellung auch ohne Schilddrüse ein ganz normales Leben führen, gesunde Kinder bekommen und sehr alt werden.

Ja, so kommt es zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion durch den verlangsamten Stoffwechsel und abgesenkten Energieverbrauch zu einem Anstieg des Gesamtcholesterins und insbesondere des „bösen“ LDL-Cholesterins im Blut. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann es umgekehrt zu einem Abfall der Cholesterinwerte im Blut kommen.

Ja, so kommt es zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion durch den verlangsamten Stoffwechsel und abgesenkten Energieverbrauch zu einem Anstieg des Gesamtcholesterins und insbesondere des „bösen“ LDL-Cholesterins im Blut. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann es umgekehrt zu einem Abfall der Cholesterinwerte im Blut kommen.

Weitere Informationen zu Schilddrüsenunterfunktionen finden Sie hier.

Die Schilddrüse ist eine Hormon bildende Drüse. In ihr werden verschiedene Hormone synthetisiert, die ins Blut abgegeben werden und die dann die Funktionen vieler anderer Organsysteme regulieren. Unter dem eigentlichen Begriff „Schilddrüsenhormone“ werden vor allem die zwei wichtigsten Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) zusammengefasst. Beide haben einen Jodanteil. Das Thyroxin besitzt vier Jod-Atome (T4), das Trijodthyronin entsprechend nur drei (T3). Durch die Abspaltung eines Jod-Atoms kann im Körper aus dem weniger wirksamen, aber dafür langlebigeren T4 das kurzlebigere, aber wirkungsstärkere Hormon T3 gebildet werden.
Schilddrüsenhormone wirken vereinfacht ausgedrückt als Energielieferanten für viele Körperzellen und regulieren deren Funktion wie ein Gaspedal. Bei zu viel an Schilddrüsenhormonen im Blut (Hyperthyreose) arbeiten Körper und Seele entsprechend übertourig, bei zu wenig an Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) untertourig.
Zusätzlich zu den eigentlichen Schilddrüsenhormonen T4 und T3 wird in der Schilddrüse von den sogenannten C-Zellen das Hormon Calcitonin gebildet. Calcitonin reguliert und senkt vor allem den Calciumspiegel im Blut und fördert den Einbau von Calcium in den Knochen. Krebse, die von diesen C-Zellen ausgehen, werden als C-Zell-Karzinom oder als medulläres Schilddrüsenkarzinom bezeichnet und werden häufig über eine krankhafte Erhöhung des Blutcalcitonin-Spiegels entdeckt.
 
Weitere Informationen zur Funktion der Schilddrüse finden Sie hier.

In der Schilddrüse werden verschiedene Hormone gebildet. Hormone sind Botenstoffe, die ins Blut abgegeben werden und die dann die Funktionen anderer Organsysteme regulieren. Von den Schilddrüsenhormonen sind vor allem die wichtigsten Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) bekannt. Sie wirken vereinfacht ausgedrückt wie ein Gaspedal für viele körperliche und psychische Organfunktionen. Gibt es zu viel Schilddrüsenhormone im Blut (Hyperthyreose), arbeiten Körper und Seele „übertourig“, bei zu wenig Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) entsprechend „untertourig“. In der Schilddrüse wir auch das Hormon Calcitonin gebildet. Calcitonin fördert den Einbau von Calcium in den Knochen und reguliert den Calciumspiegel im Blut. Die Schilddrüse steuert über ihre Hormone somit viele körperliche und seelische Funktionen und ist daher ganz wichtig für einen reibungslos funktionierenden Organismus.

Weitere Informationen zur Funktion der Schilddrüse finden Sie hier.

Produzierte Hormone in der Schilddrüse

Sehr verschiedene: Am bekanntesten sind die so genannten eigentlichen Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Sie entstehen in den Schilddrüsenfollikeln, in dem durch den Einbau von Jod in Tyrosin und andere Substanzen zunächst das Monojodthyronin (1 Jodatom) und das Dijodthyronin (2 Jodatome) gebildet werden und daraus schließlich die eigentlichen Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (3 Jodatome) und Thyroxin (4 Jodatome) entstehen. In der Schilddrüse liegen aber auch noch die so genannten C-Zellen, die das Hormon Calcitonin produzieren. Anders als die eigentlichen Schilddrüsenhormone reguliert das Calcitonin vor allem den Knochen-, Kalzium- und Phosphatstoffwechsel und fungiert quasi als Gegenspieler des Parathormons, das wiederum in den kleinen Nebenschilddrüsen unmittelbar neben der Schilddrüse produziert wird.

Weitere Information zu Schilddrüsenhormonen finden Sie hier.

T4 und T3 sind beides Schilddrüsenhormone, die in der Schilddrüse produziert und in das Blut abgegeben werden. T4 heißt korrekt Thyroxin und hat 4 Jodatome, T3 heißt korrekt Trijodthyronin und hat nur 3 Jodatome. T3 hat eine stärkere Wirksamkeit und eine kürzere Wirkdauer als T4. Bei Bedarf kann der Körper durch die Abspaltung eines Jodatoms T4 in das stärker wirksame, aber kurzlebigere T3 umwandeln.

Weitere Informationen zur Hormonproduktion der Schilddrüse finden Sie hier.

TSH steht für Thyreoidea stimulierendes Hormon – also Schilddrüse stimulierendes Hormon. TSH wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet, ins Blut abgegeben und bewirkt an der Schilddrüse u.a. eine vermehrte Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Der TSH-Spiegel kann im Blut gemessen werden und gibt einen ersten wichtigen Hinweis auf eine mögliche Schilddrüsenfehlfunktion (Hyper– bzw. Hypothyreose). Wenn sich im Blut zu wenig Schilddrüsenhormone befinden (Hypothyreose), dann wird zum Ausgleich vermehrt TSH ausgeschüttet, um die Schilddrüse zu mehr Produktion anzutreiben, bei einer Hyperthyreose ist das genau umgekehrt und der TSH-Wert im Blut ist verringert. Mit dem TSH-Wert kann man bereits frühzeitig eine drohende oder schlafende (latente) Über- bzw. Unterfunktion feststellen. Das ist der Fall, wenn die eigentlichen Schilddrüsenhormonwerte im Blut (noch) normal sind, der TSH-Wert aber bereits erhöht oder erniedrigt ist. Daher ist der TSH-Wert zunächst einmal der wichtigste Wert zur Abklärung und Erstdiagnose eventueller Schilddrüsenfehlfunktionen (Screening). Er ist auch sehr wichtig für die Verlaufskontrolle z.B. bei der medikamentösen Therapie einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion. Die genauen Grenzwerte des TSH können in Abhängigkeit vom konkret verwendeten Analyseverfahren ein wenig variieren und werden von jedem Labor genau angegeben.

Antikörper sind Eiweißmoleküle, die dem Körper eigentlich helfen sollen, sich gegen unerwünschte Eindringlinge (z.B. Bakterien, Viren) zur Wehr zu setzen. Schilddrüsenantikörper sind fälschlicherweise produzierte Antikörper gegen bestimmte Strukturen der eigenen Schilddrüse. Das führt dann häufig zu einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. An der Schilddrüse sind die häufigsten Vertreter der M. Basedow und die Hashimoto-Thyreoiditis. Die verschiedenen Antikörper kann man im Blut genau bestimmen. Für den M. Basedow ist vor allem der Thyreoidea-Rezeptor-Antikörper (TRAK), für die Hashimoto-Thyreoiditis der Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK) typisch. Es gibt aber auch Überschneidungen und Mischformen, und es gibt Menschen, die nur Schilddrüsenantikörper im Blut, aber keine Schilddrüsenerkrankung haben.

Selen ist wie Jod ein wichtiges Spurenelement, das mit der Nahrung aufgenommen wird. In der Schilddrüse ist Selen an der Synthese der Schilddrüsenhormone und bei der Umwandlung von T4 in T3 beteiligt. Als sogenanntes Antioxidanz kann Selen zudem Entzündungsprozesse wie z.B. bei der Hashimoto-Thyreoiditis mildern. Ein Selenmangel kann sich negativ auf die Schilddrüsenfunktion auswirken. Bei normaler Ernährung ist ein Selenmangel in Deutschland allerdings sehr selten. Da Selen vor allem in tierischen Produkten vorkommt, kann es bei einer veganen Ernährung schon mal eher zu Mangelzuständen kommen. Viel Selen enthalten z.B. Nüsse, insbesondere Paranüsse, verschiedene Kohlsorten, Zwiebelgemüse, Pilze und Linsen.

Selen ist ein natürlich vorkommendes Spurenelement, dass nicht vom Körper gebildet werden kann und das daher mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Selen ist sehr wichtig für die Schilddrüse. Es ist u.a. an der Umwandlung des Schilddrüsenhormons Thyroxin in das viel stärker wirksame Trijodthyronin beteiligt, so dass ein chronischer Selenmangel an der Schilddrüse zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führen kann. Ob durch einen Selenmangel auch das Risiko für die Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis, eines Schilddrüsenknotens oder sogar eines Schilddrüsenkarzinoms steigt, wird diskutiert, ist aber bislang unbewiesen. Außerhalb der Schilddrüse kann ein chronischer Selenmangel zu sehr unterschiedlichen und häufig wenig spezifischen Beschwerden führen:

– Schilddrüsenunterfunktion
– Abgeschlagenheit
– Wassereinlagerungen
– Infektanfälligkeit
– Verminderte Fruchtbarkeit beim Mann
– Gelenk- und Muskelbeschwerden
– Weiße Flecken auf der Haut
– Dünne Haare, Haarausfall
– Kopfschmerzen
– Konzentrationsstörungen
– Und vieles mehr

Ja, denn wie jedes Spurenelement kann auch Selen bei falscher Dosierung schädlich sein. Wird dauerhaft zu viel Selen aufgenommen, wird das als Selenose bezeichnet. Dann kann es zu neurologischen Störungen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Übelkeit und Durchfall kommen. Zusätzlich können Haarausfall, gestörte Nagelbildung und ein knoblauchartiger Geruch der Atemluft auftreten und das Risiko für das Auftreten einer Diabetes-Erkrankung steigt. Bei Aufnahme sehr großer Selenmengen im Grammbereich kann es zu einer akuten Selenvergiftung und in der Folge zu lebensgefährlichem Herzversagen und Kammerflimmern kommen. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlene tägliche Menge für die Selenaufnahme bei Erwachsenen liegt in einer Größenordnung von etwa 60 – 70 Mikrogramm, das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen wird bei Erwachsenen bis zu einer täglichen Zufuhr von 300 Mikrogramm Selen als gering angesehen. Die meisten käuflichen Selenpräparate enthalten bis etwa 200 Mikrogramm Selen pro Kapsel bzw. Einzeldosis.

Symptomübersicht Selenose
Symptomübersicht Selenose

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sehr unterschiedliche Ursachen haben: Am häufigsten beruht Sie auf einer zu niedrigen Produktion von Schilddrüsenhormonen in der Schilddrüse bei einer chronischen Hashimoto-Thyreoiditis. Neben anderen chronischen Entzündungen kann eine Hypothyreose auch durch einen chronischen Jodmangel oder eine zu niedrige Dosierung von Schilddrüsen-Tabletten (Thyroxin) nach einer Schilddrüsenoperation oder einer Radiojodtherapie verursacht werden.

Ja. Die Unterteilung kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen:

Nach Ursachen:

Bei einer primären Hypothyreose liegt die Ursache in der Schilddrüse selbst (z.B. unzureichende Hormonproduktion), bei einer sekundären außerhalb (z.B. hormonelle Regulationsstörungen übergeordneter Drüsen, schwerer Jodmangel). Eine angeborene Hypothyreose besteht schon bei Geburt (z.B. Schilddrüsenaplasie), die viel häufigere erworbene Form tritt erst im Laufe des Lebens auf (z.B. Endstadium eines Hashimoto, nach radikaler OP oder Radiojodtherapie).

Nach den Hormonspiegeln im Blut:

Bei einer latenten (schlafenden) Hypothyreose ist als früher Warnhinweis nur der TSH-Spiegel im Blut erhöht, die eigentlichen Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut sind (noch) normal, bei einer manifesten Hypothyreose sind die Spiegel von T3 und T4 erniedrigt.

Nach Symptomen:

Nicht bei jeder im Blut feststellbaren Hypothyreose bestehen auch eindeutige und offensichtliche Symptome (asymptomatische Form), bei anderen Patienten lassen sich mehr oder wenige typische Symptome (z.B. Antriebsmangel, depressive Veränderungen, Kälteintoleranz) feststellen (symptomatische Form).

Übersicht Schilddrüsenunterfunktion
Übersicht Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann sehr unterschiedliche Ursachen haben: Am häufigsten beruht Sie auf einer zu hohen und unregulierten Produktion von Schilddrüsenhormonen in der Schilddrüse, z.B. bei einem M. Basedow oder bei einer sogenannten Autonomie (gutartige Drüsenwucherung). Erhöhte Schilddrüsenwerte im Blut können aber auch durch die vermehrte Freisetzung von bereits in der Schilddrüse produzierten Schilddrüsenhormonen z.B. bei Entzündungen wie einem akutem Hashimoto oder einer De Quervain Thyreoiditis („Freisetzungshyperthyreose“), oder bei einer zu hohen Dosierung von Schilddrüsenhormon-Tabletten (Thyroxin) entstehen.

Bei richtiger medikamentöser Behandlung hat eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) an sich keine wesentlichen negativen Auswirkungen. Bei guter medikamentöser Einstellung mit Thyroxin-Tabletten können die Patienten bis auf die täglich erforderliche Tabletteneinnahme ein normales Leben führen, gesunde Kinder bekommen und sehr alt werden.

Autoimmunerkrankung der Schilddrüse
Autoimmunerkrankung der Schilddrüse

Bei einer Autoimmunerkrankung bildet der Körper Antikörper (Abwehrstoffe) gegen bestimmte körpereigene Strukturen. An der Schilddrüse sind die häufigsten Vertreter der M. Basedow und die Gruppe der verschiedenen Autoimmunentzündungen (Autoimmunthyreoiditis), von denen wiederum die Hashimoto-Thyreoiditis die mit Abstand häufigste Form ist. Beim Basedow richten sich die Antikörper (AK) gegen den TSH-Rezeptor (TRAK) der Schilddrüsenzelle, beim Hashimoto gegen das Schilddrüsenenzym Thyroxin-Peroxidase (TPO-AK). Die konkreten Ursachen dieser Erkrankungen sind letztlich nicht genau bekannt und im Einzelfall auch nicht ermittelbar, ebenso gibt es bislang keine erwiesenermaßen effektive Therapie des zugrundeliegenden Immunprozesses. Im Vordergrund stehen die symptomatische Behandlung möglicher entzündungsbedingter lokaler Beschwerden sowie die Therapie möglicher Schilddrüsenfehlfunktionen wie z.B. beim M. Basedow die einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder beim Hashimoto die einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Im Jahr 1912 beschrieb der Arzt Hakaru Hashimoto in einer deutschen Fachzeitschrift eine Schilddrüsenentzündung, die durch eine Wucherung der lymphatischen Elemente in Kombination mit einer Unterfunktion der Schilddrüse gekennzeichnet war. Der medizinische Fachausdruck für diese Erkrankung lautet „hypertrophe Autoimmunthyreoiditis“, zu Ehren des Erstbeschreibers hat sich weltweit dafür der Begriff Hashimoto-Thyreoiditis durchgesetzt. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung letztlich ungeklärter Ursache, bei der der Körper Antikörper gegen das Schilddrüsenenzym Thyroxinperoxidase (TPO) bildet. Das führt zum Einwandern von lymphatischen Zellen und zu einer Entzündungsreaktion in der Schilddrüse. Es gibt sehr unterschiedliche Verläufe: In akuten Stadien können Schmerzen am Hals und eine zeitweise Schilddrüsenüberfunktion („Hashitoxikose“) bestehen, viel häufiger sind schleichende und chronische Verläufe, bei denen es zur zunehmenden Zerstörung der Schilddrüse und schließlich zur Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt. Es gibt bislang keine kausale Therapie der zugrundeliegenden Immunerkrankung. Die Behandlung orientiert sich an den konkreten Beschwerden und Befunden des Patienten und kann sich im Krankheitsverlauf ändern.

Weitere Informationen zu Hashimoto finden Sie hier.

Die häufigsten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Autoimmunthyreoiditis) sind der Morbus Basedow und die Hashimoto-Thyreoiditis. Viele wissen nicht, dass diese Erkrankungen häufig mit weiteren Autoimmunerkrankungen vergesellschaftet sind. Dabei handelt es sich vor allem um Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung), perniziöse Anämie (Blutarmut) bei chronischer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Zoeliakie (Glutenunverträglichkeit), M. Addison (Nebennierenschwäche) oder polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS). Solche Begleiterkrankungen konnten in einer Studie bei etwa 15% der Patienten mit einer Autoimmunthyreoiditis festgestellt werden. Wichtig ist, dass man daran denkt und evtl. gezielt danach sucht.

Begleiterkrankungen Hashimoto und Basedow

Jod ist ein wichtiges Spurenelement für die Schilddrüse. Ohne Jod kann kein Schilddrüsenhormon produziert werden, zu viel Jod kann aber auch schädlich sein. Untersuchungen aus verschiedenen Regionen der Welt zeigen, dass es nach Zunahme der durchschnittlichen täglichen Jodaufnahme zum häufigeren Nachweis von TPO-Antikörpern im Blut als Hinweis auf eine Hashimoto-Thyreoiditis und bei sehr hoher Jodaufnahme bei Patienten mit erhöhten TPO-Antikörpern auch häufiger zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt. Letztlich erlaubt die aktuelle Datenlage aber noch keine abschließende Bewertung darüber, welche genauen Dosen bei welchen Patienten tatsächlich schädlich sind. Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis wird allerdings geraten, auf die Einnahme zusätzlicher Jodpräparate oder auf eine einseitige Ernährung mit sehr jodreichen Nahrungsmitteln (z.B. Algen) zu verzichten. Das gilt ganz ausdrücklich nicht für schwangere Hashimoto-Patienten.

Deutlich weniger als 1% aller Schilddrüsenknoten sind bösartig. Treten Schilddrüsenknoten in einer Hashimoto-Thyreoiditis auf, steigt das insgesamt niedrige statistische Bösartigkeitsrisiko im Vergleich zu Knoten ohne eine begleitende Hashimoto-Thyreoiditis etwa auf das Doppelte an. Dabei handelt es sich meist um papilläre Schilddrüsenkarzinome, die insgesamt schon eine sehr gut Heilungsprognose haben. Im Vergleich zu papillären Schilddrüsenkarzinomen ohne eine begleitende Hashimoto-Thyreoiditis treten papilläre Schilddrüsenkarzinome in einer Hashimoto-Thyreoiditis häufiger an mehreren Stellen in der Schilddrüse auf (multifokal) und haben statistisch eine noch günstigere Heilungsprognose. Knoten in einer Hashimoto-Thyreoiditis sollten daher sicherheitshalber regelmäßig kontrolliert werden.

Der medizinische Name dieser Art von Schilddrüsenentzündung lautet „hypertrophe Autoimmunthyreoiditis“. Diese Krankheitsbild wurde erstmals 1912 vom Arzt Hakaru Hashimoto während seines Forschungsaufenthaltes in Deutschland beschrieben. Hashimoto beschrieb eine „Wucherung der lymphatischen Elemente sowie eine gewisse Veränderung des Parenchyms und des Interstitiums in Kombination mit einer Unterfunktion der Schilddrüse. Diese spezielle Form der Schilddrüsenentzündung wird zu Ehren des Erstbeschreibers weltweit als Hashimoto-Thyreoiditis bezeichnet.

Weitere Informationen zur Hashimoto-Thyreoiditis finden Sie hier.

Subjektive Beschwerden, klinische Untersuchungsbefunde und der Schilddrüsenultraschall können bereits wichtige Hinweise geben. Wegweisend ist die Bestimmung der TPO-Antikörper (TPO-AK) im Blut. Das sind körpereigene Abwehrstoffe gegen das Enzym Thyreoperoxidase, das sich in den Schilddrüsenzellen befindet und dort wichtig für die Produktion der Schilddrüsenhormone ist. Bei über 90 % der Hashimoto-Patienten können erhöhte TPO-AK im Blut festgestellt werden, erhöhte Werte können aber auch beim M. Basedow, bei anderen Schilddrüsenerkrankungen oder selten auch bei eigentlich schilddrüsengesunden Menschen gefunden werden. Beim Hashimoto sind häufig auch noch andere Schilddrüsen-Antikörper im Blut erhöht (z.B. Thyreoglobulin-AK). Bei unklarer Befundlage kann eine Szintigrafie oder sehr selten auch mal eine Probepunktion zur feingeweblichen Klärung hilfreich sein. Die Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis basiert also in der Regel auf der Zusammenschau verschiedener Einzelbefunde.

Weitere Informationen zur Schilddrüsendiagnostik finden Sie hier.

Schon länger wird ein Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und dem Auftreten und Verlauf einer Hashimoto-Thyreoiditis diskutiert. In einer unlängst publizierten Studie haben Wissenschaftler aus Italien festgestellt, dass Hashimoto-Patienten im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe statistisch signifikant mehr Fleisch, insbesondere „rotes Fleisch“, Fisch und Milchprodukte und signifikant weniger Gemüse, Nüsse und frische Früchte zu sich nahmen, und insgesamt viel seltener die sogenannte mediterrane Küche bevorzugten. Die multivariate Analyse ergab dann, dass Gemüse, Obst und Ceralien vor der Entwicklung einer Hashimoto-Thyreoiditis schützen und umgekehrt die Bevorzugung von Fleisch und Milchprodukten mit einem höheren Hashimoto-Risiko behaftet ist. Die Daten deuten darauf hin, dass die Ernährung tatsächlich einen Einfluss auf die Hashimoto-Thyreoiditis hat.

Bei guter Hormoneinstellung kann man mit Hashimoto ganz normal schwanger werden und auch ganz gesunde Kinder bekommen. Man muss allerdings beachten, dass die werdende Mutter insbesondere in der Frühschwangerschaft einen erhöhten Bedarf an Schilddrüsenhormon und Jod hat. Daher muss die Hormonsubstitution bei Hashimoto-Patienten mit einer tatsächlichen oder einer drohenden Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) entsprechend angepasst werden. Hashimoto-Patienten wird im Allgemeinen geraten, auf eine vermehrte Jodaufnahme z.B. durch Nahrungsergänzungsmittel zu verzichten. Das gilt ausdrücklich nicht für schwangere Hashimoto-Patientinnen, denen in der Regel in dieser Phase die Einnahme von Jodpräparaten angeraten wird.

Der M. Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Bestandteile der Schilddrüse bildet (TSH-Rezeptor-Antikörper = TRAK). Diese führen zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und können auch auf die Augen schlagen (endokrine Orbitopathie, z.B. Glupschaugen). Die genauen Ursachen für den Ausbruch der Erkrankung sind nicht bekannt, ebenso gibt es immer noch keine kausale Therapie des zugrundeliegenden Immunprozesses. Die Überfunktion wird zunächst medikamentös mit speziellen Medikamenten behandelt (Thyreostatika). Bei einem Teil der Patienten kommt es unter dieser Therapie im Verlauf von bis zu 12 – 16 Monaten zur Besserung der Überfunktion. Alternativ kann das überfunktionierende Schilddrüsengewebe durch eine Radiojodtherapie zerstört oder durch eine Schilddrüsenoperation entfernt werden.

Morbus – abgekürzt M. – ist das lateinische Wort für Krankheit und Basedow ist der Nachnahme des deutschen Arztes Carl von Basedow, der im Jahre 1840 ein Krankheitsbild beschrieb, dass durch die Kombination von Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), Exophthalmus (Glupschaugen) und Struma (Schilddrüsenvergrößerung) gekennzeichnet ist. Da Carl von Basedow aus Merseburg stammte, bezeichnet man diese typische Symptomkombination auch als „Merseburger Trias“. Im englischsprachigen Raum wird die Basedowsche Erkrankung nach dem dortigen Erstbeschreiber als „Graves‘ disease“ bezeichnet. Andere Bezeichnungen sind „immunogene Hyperthyreose“ oder „Autoimmunhyperthyreose vom Typ Basedow“.

Weitere Informationen zum Morbus Basedow finden Sie hier.

Die wichtigste und häufigste Ursache ist ein schleichender Jodmangel. Der Körper versucht den Jodmangel und die drohende hormonelle Unterversorgung durch eine Vermehrung der hormonproduzierenden Schilddrüsen­zellen entgegenzuwirken, so dass es in der Schilddrüse schließlich zu einer Vergrößerung und zu einem Zellwachstum kommt.

Weitere Informationen zu Schilddrüsenvergößerungen finden Sie hier.

Im Prinzip sehr wenig, denn die Größe der Schilddrüse sagt nichts über deren Produktivität aus und umgekehrt. Es gibt sowohl sehr große als auch sehr kleine Schilddrüsen mit einer normalen Schilddrüsenfunktion (Euthyrose), mit einer Überfunktion (Hyperthyreose) oder auch mit einer Unterfunktion (Hypothyreose). Es ist auch keinesfalls so, dass eine Vergrößerung (Struma) automatisch zu einer Überfunktion und eine Verkleinerung der Schilddrüse immer zu einer Unterfunktion führen müssen. Die Größe der Schilddrüse wird primär mit dem Ultraschall bestimmt, die Funktionslage durch eine Blutanalyse. Daher gehören beide Untersuchungsverfahren zur Basisdiagnostik bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung.

Eine gesunde Schilddrüse ist bei Frauen nur bis zu 18 Gramm und bei Männern bis zu 25 Gramm schwer. Da das Schilddrüsengewebe ein sogenanntes spezifisches Gewicht von etwa 1 hat, entspricht das vom Volumen her etwa 18 bis 25 Millilitern. (Zum Vergleich: ein normales Schnapsglas enthält 20 ml = 2 cl). Als Struma bezeichnet der Mediziner jede darüber hinaus gehende Vergrößerung, was im Volksmund auch als Kropf bezeichnet wird. Die allermeisten, jedoch nicht alle Kröpfe sind gutartig. Je nach Größe und Ausdehnung bereiten sie mal mehr und mal weniger große Beschwerden und Probleme wie z.B. Räusperzwang, Kloß-, Druck- oder Engegefühl im Hals. Bei fehlender Behandlung können Kröpfe sehr groß werden und sind dann schon äußerlich sichtbar. Manchmal wachsen Kröpfe mehr nach innen oder hinter das Brustbein und sind dann nur mit dem Ultraschall oder anderen Untersuchungsverfahren feststellbar.

Weitere Informationen zum Thema Struma finden Sie hier.

Übersicht Schilddrüsenknoten
Übersicht Schilddrüsenknoten

Mit bloßem Auge betrachtet ist die Schilddrüse ein ziemlich gleichmäßiges (homogenes) Organ. Grundsätzlich versteht man unter einem Schilddrüsenknoten jede in der Schilddrüse abgrenzbare herdförmige Gewebeveränderung, gleich welcher Ursache und unabhängig vom Untersuchungsverfahren, mit dem ein solcher Herd festgestellt wird. Hierbei kann es sich um sehr unterschiedliche Veränderungen handeln: Das Spektrum reicht von harmlosen und oft gar nicht behandlungsbedürftigen kleineren Schleimknoten, über gutartige Zysten oder Drüsenwucherungen bis hin zu lebensbedrohlichen Krebsen. Wenn Knoten in einem Szintigramm kein Jod aufnehmen, bezeichnet man sie als „kalt“, nehmen sie vermehrt Jod auf, als „warm“ oder „heiß“.

Weitere Informationen zu diagnostischen Möglichkeiten finden Sie hier.

Die Symptome beim Schilddrüsenkrebs hängen in erster Linie vom Sitz und der Größe des Tumors ab. In frühen Stadien und bei Tumoren mit günstigen Heilungsraten merkt der Patient häufig gar nichts und die Krebsdiagnose ist quasi ein Zufallsbefund bei einer routinemäßigen Ultraschallkontrolle der Schilddrüse.

Bei weiterem Wachstum und zunehmender Tumorgröße kommt es zu ähnlichen Symptomen wie bei einer gutartigen Schilddrüsenvergrößerung (Struma), also z.B. Räusperzwang, Druck-, Kloß- oder Engegefühl im Hals. Bei fortgeschrittenen Tumoren kann es zu tast- und/oder sichtbaren Knoten und Beulen am Hals, zu Atem- und Schluckstörungen sowie zu Gewichtsverlust und allgemeiner Schwäche kommen. Da die Heilungsraten ganz wesentlich von der rechtzeitigen Diagnose abhängen, sollte auch bei geringen Beschwerden am Hals sicherheitshalber immer auch eine Ultraschallkontrolle der Schilddrüse erfolgen.

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Mit einer jährlichen Neuerkrankungsrate (Inzidenz) von etwa 5 Fällen bei Männern und 11 Fällen bei Frauen auf 100.000 Einwohner ist Schilddrüsenkrebs in Deutschland im Vergleich zu anderen Krebsarten (noch) relativ selten. Allerdings wird seit Jahren ein deutlicher Anstieg der Schilddrüsenkrebse festgestellt. Die Ursachen dafür sind nicht eindeutig geklärt. Da vor allem sehr frühe Krebsstufen von weniger aggressiven Krebstypen (papilläre Karzinome) vermehrt diagnostiziert werden, beruht die Zunahme zumindest zum Teil auf verbesserten diagnostischen Möglichkeiten. Aber auch Umweltfaktoren wie eine erhöhte radioaktive Belastung werden als Ursache für den Anstieg an Schilddrüsenkrebsen diskutiert. So nahm die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebsen in der Ukraine nach dem radioaktiven Reaktorunfall in Tschernobyl und in Japan nach dem Reaktorunfall in Fukushima insbesondere bei Kindern drastisch zu.

Bei vielen Schilddrüsenerkrankungen wird eine gewisse genetische Veranlagung angenommen, auch bei Schilddrüsenkrebsen. Bei einem speziellen Krebstyp, dem medullären Schilddrüsenkrebs oder C-Zell-Karzinom gibt es sogar eine direkt vererbbare sogenannte familiäre Form, deren genetische Veränderungen im Detail bekannt sind und die sich auch schon vor dem Ausbruch des eigentlichen Krebses bei einer genetischen Analyse feststellen lassen. Daher sollten sich Patienten mit einem medullären Schilddrüsenkrebs einer genetischen Untersuchung und Beratung unterziehen. Das kann auch Konsequenzen für blutverwandte Familienmitglieder (Eltern, Kinder, Geschwister) haben. Denn wenn bei diesen die entsprechenden genetischen Veränderungen nachgewiesen werden, kann die Entstehung eines medullären Schilddrüsenkarzinoms durch die frühzeitige operative Entfernung der Schilddrüse verhindert werden. Für die anderen und viel häufigeren Krebstypen der Schilddrüse sind derartige genetische Analysen derzeit noch nicht verfügbar.

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Ja, für viele Schilddrüsenerkrankungen wird eine genetische Veranlagung vermutet, für einige Erkrankungen wie z.B. das familiäre medulläre Schilddrüsenkarzinom ist eine Vererbung eindeutig nachgewiesen.

Das weiß man letztlich nicht genau. Man weiß nur, dass Frauen im Vergleich zu Männern häufiger von einer Überfunktion (Hyperthyreose), einer Unterfunktion (Hypothyreose), einer Hashimoto-Thyreoiditis, einem M. Basedow und auch von Schilddrüsenkrebs betroffen sind. Man geht davon aus, dass das im Vergleich zu Männern viel kompliziertere und komplexere Hormonsystem des weiblichen Geschlechts viel anfälliger für Störungen ist und sich daraus auch ein höheres Risiko für Schilddrüsenerkrankungen ergibt. Zusätzlich kann auch eine Schwangerschaft das Risiko für eine Schilddrüsenerkrankung erhöhen. Zum einen hat das Schwangerschaftshormon Beta-HCG auch einen Einfluss auf die mütterliche Schilddrüse. Hinzu kommen immunologischer Stress und möglicherweise auch Interaktionen zwischen mütterlicher und fetaler Schilddrüse. Das betrifft dann sowohl die Entstehung und das Wachstum von Schilddrüsenknoten, als auch das Auftreten einer Hashimoto-Thyreoiditis. Eine spezielle Form der Autoimmunthyreoiditis tritt sogar ausschließlich nach einer Geburt auf (Postpartum-Thyreoiditis).

Die beste Vorbeugung ist eine gesunde und jodreiche Ernährung. Jod findet man beispielsweise in Seefisch, Meeresfrüchten und jodiertem Speisesalz. Absolute Sicherheit gibt es allerdings leider nicht.

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Bestimmte Medikamente wie z.B. Lithium zur Behandlung einer Depression oder Thyreostatica zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion können auch das Auftreten einer Struma (Schilddrüsenvergrößerung) fördern.

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Bei einer Kernspaltung fällt unter anderem radioaktives Jod 131 an. Dieses radioaktive Jod wird wie normales Jod über die Luft oder den Nahrungsweg vom Körper aufgenommen, fast ausschließlich in die Schilddrüsenzellen transportiert und verursacht dort durch seine sogenannte Betastrahlung je nach Dosis unterschiedliche Zellschäden. Therapeutisch wird das bei einer Radiojodtherapie genutzt, um z.B. überfunktionierende und zu viel Schilddrüsenhormon produzierende Schilddrüsenzellen oder jodsensible Schilddrüsenkrebszellen zu schädigen bzw. zu zerstören. Bei einer sehr hohen Dosis wie z.B. bei einem atomaren Reaktorunfall, kann es zu schwerwiegenden Zellschädigungen und insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu einem erheblich gesteigerten Risiko für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs kommen.

Bei einem Reaktorunfall oder sonstigen nuklearen Katastrophen wird u.a. viel radioaktives Jod 131 freigesetzt, über die Luft oder das Wasser verteilt, vom Menschen wie normales Jod aufgenommen und in die Schilddrüse transportiert. Dort kann das radioaktive Jod massive Zellschäden und nachfolgend sogar Schilddrüsenkrebs verursachen. Die Schilddrüse kann nicht zwischen normalem und radioaktivem Jod unterscheiden. Beide Jodarten benutzen die gleichen „Kanäle“ für die Einschleusung in die Schilddrüsenzellen. Diese Kanäle haben nur eine bestimmte Transportkapazität. Je mehr dieser Kanäle von normalem Jod blockiert sind, umso weniger kann dann das radioaktive Jod in die Schilddrüse eindringen und dort Schaden anrichten (Jodblockade).

Das kommt auf die konkrete Schilddrüsenerkrankung an. Grundsätzlich können auch Schilddrüsenpatienten Blut und Blutplasma spenden, allerdings nicht wenn z.B. eine aktive Entzündung (z.B. Hashimoto) oder eine mit Thyreostatica behandelte Schilddrüsenüberfunktion besteht.

Schilddrüsen bedingte Glupschaugen können im Rahmen der so genannten endokrinen Orbitopathie bei einem Teil der Patienten mit einem Morbus Basedow auftreten. Beim M. Basedow bildet der Körper aus letztlich ungeklärter Ursache Antikörper gegen bestimmte Schilddrüsenrezeptoren und führt an der Schilddrüse zu einer Überfunktion (Hyperthyreose). Aus ebenfalls ungeklärter Ursache befinden sich auch in der Augenhöhle solche Rezeptoren. Diese können dann beim M. Basedow mitreagieren und zu einer Entzündungsreaktion führen. Sämtliche Strukturen in der Augenhöhle, also das Bindegewebe um die Augen, die Augenmuskeln, das Auge selbst und der Sehnerv können betroffen sein und vielfältige Augensymptome verursachen. Mit am auffälligsten ist der sogenannte Exophthalmus, der durch eine entzündliche Veränderung des Weichteilgewebes hinter dem Augapfel entsteht und zu einem Hervortreten der Augen führt (Glupschauge).

Als Glupsch- oder Glotzaugen wird das krankhafte Hervortreten der Augen aus der Augenhöhle bezeichnet (Exophthalmus). Eine häufige Ursache sind Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, die bekannteste ist der M. Basedow, bei dem es im Rahmen der sogenannten endokrinen Orbitopathie auch zu verschiedenen Augenveränderungen kommen kann. Weniger bekannt ist, dass Glupschaugen auch bei anderen Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie z.B. bei der Hashimoto-Thyreoiditis auftreten können. Bei etwa 6% der Hashimoto-Patienten können Glupschaugen festgestellt werden, bei manchen sind sie sogar erste Vorboten einer erst danach diagnostizierten Hashimoto-Thyreoiditis. Bei Hashimoto-Patienten sind nicht immer beide Augen gleich stark befallen, so dass oft nicht an einen möglichen Zusammenhang gedacht wird.

Insgesamt sind Frauen häufiger von einer Reihe ganz verschiedener Schilddrüsenerkrankungen und Funktionsstörungen betroffen. Im Vergleich zu Männern leiden sie sowohl häufiger an einer Über- als auch an einer Unterfunktion der Schilddrüse. Auch bei Erkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis, dem M. Basedow oder beim Schilddrüsenkrebs liegt das weibliche Geschlecht vorne. Die genauen Ursachen sind bislang noch nicht abschließend geklärt. Man geht davon aus, dass das bei Frauen im Vergleich zu Männern viel kompliziertere und komplexere Hormonsystem auch anfälliger für Störungen ist und daraus das höhere Risiko für Schilddrüsenerkrankungen resultiert.

Ja. Sowohl bei einer Überfunktion (Hyperthyreose), als auch bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse kann es zur Einschränkung der Fruchtbarkeit von Frauen und von Männern kommen. Daher gehört die Untersuchung der Schilddrüsenfunktion zum Basisprogramm bei der Abklärung ungewollter Kinderlosigkeit. Bei richtiger und erfolgreicher Behandlung einer Schilddrüsenfehlfunktion sind sowohl eine normale Fruchtbarkeit, als auch eine unkomplizierte Schwangerschaft möglich.

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Nebenschilddrüsen sind sehr kleine Hormondrüsen, die Parathormon produzieren, das wiederum vor allem den Kalziumhaushalt im Blut und im Knochen reguliert. Ihren Namen verdanken diese nur etwa reiskorngroßen Drüsen ihrer anatomischen Lage, denn typischerweise liegen sie direkt neben der Schilddrüse an deren hinteren Kapsel. Die konkrete Lage ebenso wie die Anzahl der Nebenschilddrüsen können von Mensch zu Mensch schwanken. Die meisten Menschen haben 4 Nebenschilddrüsen, die auf beiden Seiten am oberen und unteren Schilddrüsenpol liegen. Dort können sie bei einer Schilddrüsen-OP unbeabsichtigt geschädigt oder versehentlich mit entfernt werden.

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Überfunktion der Nebenschilddrüse
Überfunktion der Nebenschilddrüse

Bei einer Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyreoidismus, HPT) bilden die kleinen Nebenschilddrüsen zu viel Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon). Dadurch kann es zu verschiedenen Symptomen und Problemen kommen wie z.B. zum vermehrten Abbau von Calcium aus dem Knochen mit der Gefahr von Osteoporose und Knochenbrüchen, erhöhtem Calciumspiegel im Blut, zur Bildung von Nieren- und Gallensteinen, zu unerwünschten Calciumablagerungen in verschiedenen Organen (z.B. Herz oder Gehirn) bis hin zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen. Die häufigste Ursache des HPT ist eine gutartige Wucherung (Adenom) einer Nebenschilddrüse (primärer HPT). Manchmal ist die Nebenschilddrüsenüberfunktion aber auch nur eine Reaktion auf andere Erkrankungen, die zur Erniedrigung des Blutcalciumspiegels führen wie z.B. chronische Nierenerkrankungen oder Vitamin-D-Mangel. Dann versucht der Körper, den Calciummangel im Blut durch die vermehrte Produktion von Parathormon auszugleichen (sekundärer HPT). Die Behandlung des HPT richtet sich nach den konkreten Ursachen und Befunden.

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Ja und das kann verschiedene Gründe haben: Die häufigste Ursache ist eine zu hohe Dosierung von Schilddrüsenhormontabletten bei der medikamentösen Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Es kann auch sein, dass Medikamente zur Behandlung einer Überfunktion (Thyreostatika) zunächst zu stark und danach zu niedrig dosiert werden. Manchmal kann es auch bei einer Hashimoto-Thyreoiditis durch einen akuten Entzündungsschub zu einer starken passiven Freisetzung von Schilddrüsenhormon kommen und so eine Unterfunktion in eine meist zeitlich limitierte Überfunktion („Hashitoxikose“) umswitchen. Ist ein schwerer chronischer Jodmangel Ursache für eine Hypothyreose, kann es sein, dass es bei vermehrter Zufuhr von Jod in bis dahin schlafenden Drüsenwucherungen (Adenome) zu einer überschießenden Produktion von Schilddrüsenhormonen kommen. Sehr selten ist das auch durch hormonproduzierende Tumoren ursächlich.

Der Begriff „kalter Knoten“ bezieht sich ausschließlich darauf, ob ein Schilddrüsenknoten bei einer Szintigrafie radioaktiv markiertes Jod bzw. Tecnetium aufnimmt oder nicht. Eine gesunde Schilddrüse braucht Jod zur Produktion von Schilddrüsenhormonen und nimmt das Jod üblicherweise gleichmäßig auf. Gibt es nun Areale, die kein Jod aufnehmen, bezeichnet man diese definitionsgemäß als „kalt“. Umgekehrt werden Areale, die vermehrt Jod aufnehmen als „heiß“ bezeichnet. Während es sich bei heißen Knoten meist um gutartige Drüsenwucherungen (Adenome) handelt und sich dahinter nur selten ein Krebs verbirgt, liegt das statistische Bösartigkeitsrisiko von „kalten Knoten“ in einer Größenordnung von etwa 2 – 5%. Kalte Knoten sollten daher weiter abgeklärt und/oder kontrolliert werden.

Eindeutig nein. Bei sogenannten kalten Knoten handelt es sich um Bezirke in der Schilddrüse, die bei einem Szintigramm kein radioaktives Jod bzw. Tecnetium aufnehmen und die somit kein oder nur sehr wenig Schilddrüsenhormon produzieren. Das Speicherverhalten sagt grundsätzlich nichts über die Gewebebeschaffenheit solcher Knoten aus. Die meisten kalten Knoten sind gutartige Zysten, Vernarbungen, Verkalkungen oder Schleimknoten. In etwa 2 – 5% aller kalter Knoten handelt es sich allerdings um einen Schilddrüsenkrebs. Das statistische Krebsrisiko ist also insgesamt gering, sollte aber nicht vernachlässigt werden, so dass kalte Knoten weiter untersucht und kontrolliert werden sollten.

Das wird häufig behauptet, stimmt aber nicht. Heiße Knoten nehmen in einem Szintigramm vermehrt Jod auf. Das sagt allerdings nichts über die tatsächliche Gewebebeschaffenheit aus. Die häufigste Ursache heißer Knoten sind gutartige Drüsenwucherungen (Adenome). Verschiedene wissenschaftliche Analysen haben ergeben, dass sich auch in heißen Knoten in bis zu 3% Schilddrüsenkrebse verstecken können. Dabei handelt es sich dann in der Regel um follikuläre oder seltener auch papilläre Schilddrüsenkarzinome, die in der Regel nicht so aggressiv wachsen und die bei richtiger Behandlung einer sehr gute Heilungsprognose haben. Krebse in heißen Knoten nennt man auch „heißer Schilddrüsenkrebs“.

Das kann ganz verschiedene Ursachen haben und ist häufig ganz normal. Denn Schilddrüsenhormone sind im Prinzip Energielieferanten für viele Gewebe und Organe und deren Energiebedarf schwankt nun mal je nach körperlichen und seelischen Belastungen. Der Energiebedarf des Körpers ist z.B. in der Wachstumsphase, der Schwangerschaft oder beim Kampf gegen schwere Erkrankungen erhöht, und z.B. in der Nacht oder sonstigen Ruhephasen erniedrigt. Alle diese Faktoren können sich auch auf verschiedene Schilddrüsenwerte auswirken. Die Schilddrüsenwerte können sich auch im Verlauf bestimmter Schilddrüsenerkrankungen verändern. Bestes Beispiel dafür ist die Hashimoto-Thyreoiditis: Je nach Entzündungsaktivität und Krankheitsstadium können die Schilddrüsenhormone im Blut schwanken und normal, erhöht oder erniedrigt sein. All das sollte bei der richtigen Interpretation der Schilddrüsenwerte berücksichtigt werden.

Symptome und Beschwerden

Das kommt auf die konkrete Erkrankung an. Bei einer Schilddrüsenvergrößerung merkt der Patient am Anfang meist wenig. Räusperzwang oder ein Engegefühl am Hals, z.B. beim Tragen eines zugeknöpften Hemdes, einer Krawatte oder eines Rollkragenpullovers sind häufig erste Warnhinweise. Schließlich kann es zu Schluckstörungen oder Problemen beim Luftholen und Atmen kommen. Nicht selten sind Beulen am Hals oder beim M. Basedow auch Glupschaugen zu sehen. Darüber hinaus können Schilddrüsenfunktionsstörungen, also eine Hyperthyreose oder eine Hypothyreose, sehr viele weitere und zum Teil ganz unterschiedliche körperliche und seelische Beschwerden verursachen, bei denen häufig gar nicht an die Schilddrüse gedacht wird. Daher sollte im Zweifel bei vielen Symptomen und Beschwerden auch eine Abklärung der Schilddrüse erfolgen.

Weitere Informationen zu Schilddrüsenerkrankungen finden Sie hier.

Symptomübersicht Schilddrüsenunterfunktion
Symptomübersicht Schilddrüsenunterfunktion

Im Erwachsenenalter entwickelt sich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) meist schleichend, anfangs treten häufig keine oder kaum Beschwerden auf. Typische Symptome machen sich manchmal erst bei einer stärkeren und längeren Unterfunktion bemerkbar. Die einzelnen Beschwerden müssen nicht alle auftreten und können jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Zudem muss das Ausmaß der Beschwerden nicht unbedingt mit dem Ausmaß der messbaren Hypothyreose im Blut korrelieren. Bei einer schweren Hypothyreose können die Patienten sogar in ein Koma (Hypothyreotes Koma) fallen, müssen dann intensivmedizinisch behandelt werden und können sogar daran sterben.

Für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) typische Symptome sind:

– Müdigkeit
– schnelle Erschöpfung
– depressive Verstimmung
– Konzentrationsstörungen
– Antriebsmangel
– Allgemeines und sexuelles Desinteresse
– Kälteempfindlichkeit
– Verstopfung
– Erhöhte Infektanfälligkeit
– Kühle, trockene Haut
– Geschwollenes Gesicht, geschwollene Zunge und Augenpartien
– Stumpfe Haare, Haarausfall
– Gewichtszunahme

Symptomübersicht Schilddrüsenüberfunktion
Symptomübersicht Schilddrüsenüberfunktion

Es müssen nicht immer alle typischen Symptome und Beschwerden gleichzeitig und gleichstark auftreten. Die Ausprägung der Symptome entspricht auch nicht immer exakt den Hormonwerten im Blut und kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Im Allgemeinen reagieren junge Menschen heftiger als ältere, die manchmal nur durch Herzrhythmusstörungen oder andere unspezifische Symptome auffallen. Bei einer akuten und sehr starken Schilddrüsenüberfunktion kann es zu lebensbedrohlichen Krisen kommen, so dass die Patienten auf einer Intensivstation behandelt werden müssen und an den Folgen sterben können (Thyreotoxische Krise). Gefährlich kann es werden, wenn Patienten mit einer bis dahin unbekannten oder schlafenden Hyperthyreose plötzlich sehr viel Jod zugeführt wird (z.B. als sehr jodhaltiges Kontrastmittel bei einer Röntgenuntersuchung). Dann kann es zu einem dramatischen Anstieg der Produktion und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen kommen.

Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind:

– Schneller Herzschlag
– Herzrhythmusstörungen
– Schwitzen
– Hitzeintoleranz
– Nervosität
– Zittern
– Appetitsteigerung
– Gewichtsverlust
– Durchfälle
– Rasche Ermüdbarkeit, Schwäche

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist ein wahres Chamäleon hinsichtlich möglicher Symptome und Befunde, so dass es keine bestimmten und eindeutigen Warnhinweise gibt. Es gibt teilweise sehr akute Verläufe mit plötzlichem Beginn und einer ausgeprägten Entzündungsreaktion mit Schmerzen und Schluckstörungen am Hals und einer möglichen Freisetzungsüberfunktion (Hyperthyreose, „Hashitoxikose“), und es gibt sehr viel häufiger schleichende Verläufe, von denen der Patient oft selbst zunächst gar nichts merkt und die erst durch die chronische Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auffallen. Bei lokalen Beschwerden am Hals und auch bei allgemeinen Symptomen einer möglichen Schilddrüsenfehlfunktion sollte daher immer auch an eine mögliche Hashimoto-Thyreoiditis gedacht werden.

Warnsymptome Hashimoto

Die meisten Schilddrüsenerkrankungen fangen unmerklich an und verschlimmern sich erst ganz allmählich, so dass die Betroffenen zunächst nichts bis wenig merken und häufig gar nicht an die Schilddrüse denken. Es gibt aber auch Erkrankungen mit einem ganz akuten Beginn und starken lokalen und allgemeinen Beschwerden. Ein Vertreter ist die subakute Thyreoiditis, die auch als De Quervain Thyreoiditis bezeichnet wird und die wahrscheinlich durch eine Virusinfektion ausgelöst wird. Charakteristisch sind plötzlich auftretende starke Halsschmerzen, Schluckstörungen, ein ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl mit Fieber und eine Erhöhung entzündungstypischer Werte im Blut. Auch eine Hyper- oder Hypothyreose ist möglich. Meist heilt die Entzündung ohne eine spezielle Therapie folgenlos aus. Bei sehr akuten Verläufen mit einer ausgeprägten Entzündungsreaktion und starken Beschwerden erfolgt eine Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten. Charakteristisch ist das gute Ansprechen auf eine Cortisontherapie.

Symptomübersicht Subakute Thyreoiditis
Symptomübersicht Subakute Thyreoiditis

Das kommt auf die konkrete Art der Erkrankung an: Eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) führt durch die Volumenzunahme früher oder später zu Verdrängungseffekten am Hals. Die Patienten merken das dann häufig als Räusperzwang, Enge-, Druck- oder Kloßgefühl, sowie Schluck- oder Atembeschwerden. Wenn die Schilddrüse nach vorne wächst, sind häufig Vorwölbungen an der Vorderseite des Halses unter dem Kehlkopf zu sehen oder zu tasten. Bei Schilddrüsenentzündungen kann es zu Schmerzen am Hals und zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen. Bei einer hormonellen Fehlfunktion können sehr unterschiedliche körperliche und seelische Symptome auftreten. Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) fahren Körper und Seele übertourig (z.B. Aufgeregtheit, Gereiztheit, Zittern, Herzrasen etc.), bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) entsprechend untertourig (z.B. Müdigkeit, Antriebsmangel, Depression etc.). Wenn man eines der genannten Symptome bei sich feststellt, sollte man seine Schilddrüse von einem Arzt abklären lassen.

Symptomübersicht Schilddrüsenerkrankung
Symptomübersicht Schilddrüsenerkrankung

Medizinische Behandlung

Primärer Ansprechpartner ist der Hausarzt. Basisuntersuchungen sind die Abtastung des Halses, die Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut und eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Schilddrüse. Die meisten Hausärzte führen diese selbst durch. Weiterführende Untersuchungen (z.B. Szintigrafie, Knotenpunktion) werden von Nuklearmedizinern oder Endokrinologen durchgeführt.

Weitere Informationen zur Diagnose einer Schilddrüsenerkrankungen finden Sie hier.

Subjektive Symptome und Vorgeschichte (Anamnese), die Abtastung des Halses durch den Arzt (klinischer Befund), eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und eine Blutanalyse können bereits wichtige Hinweise liefern. Hinzu kommen häufig ein „normales“ Schilddrüsenszintigramm mit Tecnetium und bei verdächtigen Befunden wie kalten Knoten eventuell auch noch ein sogenanntes Tumorszintigramm (MIBI-Szintigramm). Durch eine ultraschallgesteuerte Probepunktion verdächtiger Knoten mit einer feinen Hohlnadel können Zellen zur zytologischen Untersuchung gewonnen werden (Punktionszytologie). Dabei können methodenbedingt nicht immer alle Fragen endgültig geklärt werden. Daher erfolgt in vielen Fällen die definitive Diagnosesicherung erst durch die pathologische Aufarbeitung operativ entfernter krebsverdächtiger Knoten.

Weitere Informationen zu Schilddrüsenkrebs finden Sie hier.

Diagnostische Möglichkeiten Schilddrüsenkrebs
Diagnostische Möglichkeiten Schilddrüsenkrebs

Das kann man nicht pauschal beantworten, denn die Schilddrüse und Ihre Erkrankungen werden von Ärzten und Ärztinnen ganz unterschiedlicher Fachrichtungen untersucht und behandelt. Dabei gibt es zwischen den medizinischen Disziplinen sowohl Überschneidungen als auch Besonderheiten. So werden Szintigramme meist nur von Nuklearmedizinern gemacht, Radiojodtherapien erfolgen nur in offiziell zugelassenen Therapiestationen und Schilddrüsenoperationen werden nur von Chirurgen oder HNO-Ärzten durchgeführt.

Eine Beschreibung der Tätigkeitsbereiche und Schwerpunkte der beteiligten medizinischen Fachrichtungen finden Sie hier.

Medizinische Ansprechpartner
Medizinische Ansprechpartner

Grundsätzlich kann jeder Arzt die Schilddrüse untersuchen und behandeln. Zu den Basis-Untersuchungen zählen die allgemeine und spezielle Anamnese (Befragung zu Symptomen und Vorgeschichte), die klinische Untersuchung (z.B. Abtastung des Halses), Blutanalysen und die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse. Das macht meist der Hausarzt. In vielen Fällen kann der Patient dann schon ausreichend kompetent beraten und bei Bedarf auch direkt eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Manchmal ist die Einbindung weiterer Fachrichtungen und Spezialisten erforderlich. Prinzipiell können alle möglichen medizinischen Fachrichtungen benötigt werden, am häufigsten sind dies Nuklearmediziner, Endokrinologen, Chirurgen und HNO-Ärzte.

Fachrichtung & Typische Tätigkeiten / Schwerpunkte:

Hausarzt/-ärztin
Basis = Anamnese, klinischer Befund, Labor, Ultraschall, Beratung, Rezepte

Nuklearmedizin
Basis & Szintigramm, Punktion, teilweise Radiojodtherapie

Endokrinologie
Basis & Punktion, teilweise Szintigramm

Chirurgie
Basis & Schilddrüsenoperationen

HNO-Heilkunde
Basis & Stimm- und Sprachstörungen, teilweise Schilddrüsen-OP

Frauenheilkunde
Basis & z.B. Kinderlosigkeit, Schwangerschaftsbetreuung

Kinderheilkunde
Basis & Besonderheiten im Kinder- und Jugendalter

Augenheilkunde
Endokrine Orbitopathie beim M. Basedow

Pathologie
Feingewebliche Untersuchung

Das kann man nicht pauschal beantworten. Das kommt immer auf die konkreten Befunde und Beschwerden des einzelnen Patienten an. Bei der medikamentösen Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) mit Thyreostatika sind am Anfang häufig Blutkontrollen in Abständen von etwa 2 – 4 Wochen sinnvoll. Nach Beginn oder nach Dosisänderungen einer Hormontherapie mit Thyroxin z.B. bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), nach einer Schilddrüsen-OP oder nach einer Radiojodtherapie wird in der Regel eine erste Blutkontrolle nach etwa 4 – 6 Wochen durchgeführt. Bei einer guten Einstellung und unauffälligem Verlauf sind dann häufig Kontrollen in jährlichen Abständen ausreichend. Bei einer Schilddrüsenvergrößerung mit oder ohne Knoten sind in jedem Fall sonografische Verlaufskontrollen ratsam, wobei die zeitlichen Abstände individuell mit dem behandelnden Arzt festgelegt werden sollten. Bei suspekten Knoten können das kurzfristige Kontrollen nach 3 – 6 Monaten sein, bei ansonsten unauffälligen Befunden sind u.U. auch jährliche Abstände ausreichend.

Tabletten gegen eine Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatika) und sonstige Medikamente sollten weiter eingenommen werden, bei Schilddrüsenhormonen gehen die Meinungen auch unter Experten auseinander. In den meisten Fällen spielt es keine Rolle, ob man am Morgen der Untersuchung noch Schilddrüsenhormon-Präparate einnimmt oder nicht. In bestimmten Fällen kann das aber wichtig für die Bewertung der Befunde und die weitere Therapie sein. Daher sollte man diesen Aspekt am besten schon bei der Terminvereinbarung mit der Praxis bzw. dem Arzt abklären

Ein Schilddrüsenszintigramm ist ein nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren, bei dem die Aufnahme und Verteilung von Jod untersucht und bewertet wird. Jod ist nämlich ein wichtiger Baustein für die Synthese von Schilddrüsenhormonen, so dass die Menge und Verteilung der Jodaufnahme Rückschlüsse auf die Funktionstüchtigkeit und Größe der Schilddrüse erlaubt. Wegen der geringeren Strahlenbelastung wird für ein Schilddrüsenszintigramm heutzutage meist kein radioaktiv markiertes Jod, sondern schwach radioaktives Technetium verwendet, denn Technetium verhält sich im Körper wie Jod und erlaubt die gleichen Rückschlüsse. Es wird dem Patienten vor der Untersuchung intravenös gespritzt und anschließend die Verteilung im Körper und der Schilddrüse mit einer speziellen Kamera aufgezeichnet. Aus den Daten werden dann meist bunte Bilder erstellt. Diese erlauben z.B. Rückschlüsse auf die Lage und Größe der Schilddrüse ebenso wie auf die Intensität und Verteilung der Jodaufnahme als Hinweis auf eine vermehrte oder verringerte Schilddrüsenhormonproduktion (z.B. warme und kalte Knoten).

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Beim sogenannten „Tumorszintigramm“ der Schilddrüse handelt es sich im Grunde um den Vergleich von 2 unterschiedlichen Szintigramm-Verfahren. Das zunächst durchgeführte Tecnetium-Szintigramm gibt Aufschluss über die Jodaufnahme in der Schilddrüse (linke Abbildung). Areale, die kein Jod aufnehmen, bezeichnet man als „kalt“ (rot eingekreist). In diesen Knoten wird kein Schilddrüsenhormon produziert. Das kann verschiedene Ursachen haben (z.B. Zysten, Verkalkungen, Krebs). Mit dem anderen sogenannten MIBI-Szintigramm wird die Aufnahme und Verteilung eines radioaktiv markierten speziellen Zuckers in der Schilddrüse untersucht (rechte Abb.). Das wiederum erlaubt Hinweise auf die Stoffwechselaktivität des Gewebes. Nimmt ein Knoten im Tec-Szinti kein Jod auf und hat dann im MIBI eine erhöhte Stoffwechselaktivität (so genannter Mismatch, eingekreister Knoten im MIBI), so kann das ein Hinweise auf einen Schilddrüsenkrebs sein. Die statistische Krebswahrscheinlichkeit liegt dann in einer Größenordnung von etwa 15 – 20 Prozent. Nimmt ein Knoten kein Jod auf und hat im MIBI auch keinen vermehrten Stoffwechsel (Eumatch), kann ein bösartiges Geschehen mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 95 – 97% ausgeschlossen werden.

Darstellung Mismatch
Darstellung Mismatch

Weitere Informationen zum Tumorszintigramm finden Sie hier.

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) gehört zur Basisdiagnostik einer jeden Schilddrüsenabklärung. Diese Untersuchung kann rasch und ohne Vorbereitung durchgeführt werden, ist nicht schmerzhaft, hat keinerlei Strahlenbelastung und kann beliebig oft wiederholt werden. Bei der Schilddrüsensonografie kann die Größe und Gewebebeschaffenheit der Schilddrüse beurteilt werden, es können zudem Knoten, entzündliche Veränderungen und eine Reihe anderer krankhafter Befunde erkannt werden. Wichtige Hinweise liefert die Sonografie auch für die Früherkennung der insgesamt seltenen Schilddrüsenkrebse. Unter sonografischer Kontrolle können verdächtige Schilddrüsenknoten gezielt mit einer Hohlnadel punktiert und so Zellen für eine feingewebliche Abklärung gewonnen werden (Punktionszytologie).

 

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Eine ganz wichtige Frage bei Schilddrüsenknoten ist, ob ein solcher Knoten nun bösartig ist oder nicht. Die wichtigste Untersuchung dafür ist zunächst die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und des bzw. der Knoten. Zur Beschreibung der Befunde gibt es das standardisierte TIRADS-System (Thyreoid Imaging Reporting and Detabase System). In die Gesamtbeurteilung fließen verschiedene sonografische Merkmale wie z.B. Echoverhalten, Begrenzung oder Kalkeinlagerungen des Knotens ein. Es gibt verschiedene TIRADS-Klassifikationen – z.B. europäisch, amerikanisch oder französisch-, die sich mal mehr und mal weniger unterscheiden. Bei den meisten Klassifikationen wird das Bösartigkeitsrisiko am Ende in Stufen von 1 bis 5 eingeschätzt, wobei die Krebswahrscheinlichkeit mit der Höhe der Bewertung ansteigt (z.B. 1 = kein Risiko …, 5 = sehr krebsverdächtig).

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Grundsätzlich nur nach Absprache mit dem Arzt z.B. zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion oder zur versuchsweisen Verkleinerung einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) mit oder ohne Knoten. In der Regel wird eine Thyroxin-Tablette morgens auf nüchternen Magen etwa eine ½ Stunde vor dem Frühstück eingenommen. Nach Absprache mit dem Arzt sind auch andere Einnahmezeiten (z.B. abends) möglich.

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Es gibt durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern und Präparaten. Synthetisch hergestellte Thyroxin-Medikamente enthalten in der jeweils definierten Dosisstärke prinzipiell alle den gleichen Wirkstoff Levothyroxin. Allerdings können die Verträglichkeit und die so genannte Bioverfügbarkeit, also die Menge an Thyroxin, die dem Körper schließlich im Blut zur Verfügung steht, je nach Verarbeitung und Umkapselung des eigentlichen Wirkstoffes zwischen verschiedenen Herstellern und Präparaten variieren. Kommt ein Patient mit einem bestimmten Präparat gut zurecht, sollte er das nicht ohne gewichtigen Grund wechseln. Bei biologischen Thyroxin-Extrakten aus Schweine- oder Rinderschilddrüsen kann es auch beim selben Hersteller zu Schwankungen kommen.

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Nicht unbedingt. Grundsätzlich kann man Schilddrüsenhormone zu jeder beliebigen Tageszeit einnehmen. Für eine optimale und stabile Einstellung sollten Schilddrüsenhormone am besten zu definierten Zeitpunkten und auf nüchternen Magen eingenommen werden. Die meisten Patienten kommen mit einer einmaligen morgendlichen Einnahme auf nüchternen Magen etwa 30 Minuten vor dem Frühstück sehr gut zurecht, manche Patienten fühlen sich mit einer einmaligen abendlichen Einnahme vor dem Schlafengehen besser und wiederum andere stückeln die Gesamtdosis z.B. auf eine morgen- und eine abendliche Einnahme. Die Einnahmezeitpunkte sollten nicht ständig und auch nicht selbstständig verändert, sondern mit dem Arzt abgestimmt werden.

Wie jedes Medikament können auch Thyroxin-Tabletten bei falscher Dosierung schädlich sein. Grundsätzlich sind Thyroxin Tabletten allerdings sehr gut verträglich. Das Hormon wird rein chemisch hergestellt und hat aus pharmakologischen Gründen einen breiten therapeutischen Bereich. Bei einer Über- oder Unterdosierung von Thyroxin-Tabletten treten die gleichen Symptome auf wie bei einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion (Hyper- bzw. Hypothyreose). Da die entsprechenden Symptome manchmal unspezifisch sind und nicht immer an die Schilddrüse denken lassen, sollte unter einer Therapie mit Thyroxin-Tabletten grundsätzlich auch eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte im Blut erfolgen. Die erforderlichen Abstände für die Laborkontrollen hängen von verschieden Faktoren ab und sollten individuell mit dem Arzt besprochen und festgelegt werden. Mehr Infos zur medikamentösen Therapie bei Schilddrüsenerkrankungen finden Sie hier.

Das ist nicht weiter schlimm. Denn das Schilddrüsenhormon Thyroxin hat im menschlichen Körper eine sogenannte Halbwertszeit von etwa 7 Tagen, d.h. nach dieser Zeit ist erst die Hälfte des eingenommenen Thyroxins im Körper abgebaut. Wenn also mal die Einnahme einer Thyroxin-Tablette an einem Tag vergessen wird, hat der Körper noch genügend Thyroxin-Reserven und es sind keine relevanten Nachteile zu befürchten. Zur Not kann der Körper auch noch länger ohne Thyroxin-Tabletten zurechtkommen. Für eine möglichst optimale Hormoneinstellung sollten die Thyroxin-Tabletten allerdings regelmäßig und korrekt nach Vorgabe des Arztes eingenommen werden. Wenn man also merkt, dass man mal eine Thyroxin-Tablette vergessen hat, dann am besten am nächsten Tag mit der normalen Dosis weitermachen.

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Bioidente oder auch so genannte biologische oder natürliche Schilddrüsenhormone sind Hormonextrakte, die aus tierischen Schilddrüsen (meist vom Schwein oder Rind) gewonnen werden (Internationaler Fachausdruck: DTE = Desiccated Thyroid Extract = getrockneter Schilddrüsenextrakt). DTE enthalten prinzipiell alle in der Schilddrüse gebildeten Hormone, also Thyroxin, Tri-, Di- und Mono-Jodthyronin, Thyronamine und Calcitonin in einem natürlichen Mischungsverhältnis und werden auch zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) beim Menschen eingesetzt. Diese Therapie ist unter Experten umstritten. Befürworter einer Therapie mit bioidenten Schilddrüsenhormonen sehen in dem natürlichen Mischungsverhältnis der verschiedenen Schilddrüsenhormone einen Vorteil im Vergleich zur Standard-Therapie mit synthetischem Thyroxin, Gegner verweisen auf die nicht immer exakt bestimmbaren und mitunter schwankenden Konzentrationen der einzelnen Hormonanteile, fehlende wissenschaftliche Langzeitstudien und nicht zuletzt auch auf die vergleichsweise viel höheren Kosten.

Ja. Dabei handelt es sich um Hormonextrakte, die aus tierischen Schilddrüsen (meist vom Schwein oder Rind) gewonnen werden (Internationaler Fachausdruck: DTE = Desiccated Thyroid Extract = getrockneter Schilddrüsenextrakt). Diese Extrakte wurden schon lange vor der Entwicklung synthetischer Hormone zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) eingesetzt und finden auch heute noch Verwendung. DTE enthalten prinzipiell alle in der Schilddrüse gebildeten Hormone, also Thyroxin, Tri-, Di- und Mono-Jodthyronin, Thyronamine und Calcitonin. Befürworter der DTE sehen in dem natürlichen Mischungsverhältnis der verschiedenen Schilddrüsenhormone einen Vorteil im Vergleich zur Standard-Therapie mit synthetischem Thyroxin, Gegner verweisen auf die nicht immer exakt bestimmbaren und mitunter schwankenden Konzentrationen der einzelnen Hormonanteile, fehlende wissenschaftliche Langzeitstudien und nicht zuletzt auch auf die vergleichsweise viel höheren Kosten. Daher wird der routinemäßige Einsatz von DTE von den meisten Fachgesellschaften insgesamt zurückhaltend beurteilt. Es gibt allerdings Patienten, die subjektiv mit biologischen Schilddrüsenhormonen besser zurechtkommen als mit synthetischen.

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Das kann sein und das kann verschiedene Ursachen haben: Eine Möglichkeit ist eine zu geringe Dosierung von Schilddrüsenhormon-Tabletten bei der Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion, z.B. bei einer Hashimoto-Thyreoiditis, nach einer ausgedehnten Schilddrüsenoperation oder nach einer radikalen Radiojodtherapie. Andere mögliche Ursachen sind eine gestörte Aufnahme der Hormonpräparate über den Magen-Darm-Trakt oder eine gestörte Umwandlung von T4 in das viel wirksamere T3 im Körper des Patienten. Neben einer Anpassung der Thyroxin-Dosis können andere Einnahmezeitpunkte, Stückelungen der Dosen und manchmal auch andere Hormonpräparate (z.B. T4/T3-Kombinationspräparate) helfen. Grundsätzlich ist zudem zu berücksichtigen, dass es auch bei optimal eingestellten Schilddrüsenpatienten noch andere Gründe für Müdigkeitsgefühle geben kann und die Abgrenzung mitunter schwierig ist.

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Nicht unbedingt. Bei einigen Erkrankungen wie z.B. dem M. Basedow kann sich die Überfunktion im Verlauf wieder bessern, ansonsten kann eine Überfunktion prinzipiell durch eine OP, eine Radiojodtherapie oder bei Adenomen auch durch eine Thermoablation beseitigt werden. Manchmal muss man danach überhaupt keine Schilddrüsenmedikamente mehr einnehmen.

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Eine Schilddrüsenunterfunktion kann in der Regel erfolgreich mit Thyroxin-Tabletten behandelt werden. Erfolgt allerdings kein adäquater medikamentöser Hormonersatz, hängen die Folgen  vom Ausmaß und der Dauer der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ab . Bei einer geringen Schilddrüsenunterfunktion merkt der Patient häufig gar nichts. Je ausgeprägter und  länger der Mangel an Schilddrüsenhormon ist, umso ausgeprägter werden die Symptome und Folgeschäden. Klassische Zeichen sind Antriebsarmut, Abstumpfung, Verlangsamung, Gewichtszunahme, stumpfes und strohiges Haar, Haarausfall, geschwollenes Gesicht, Verstopfung, Libidoverlust, depressive Verstimmung und Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Unbehandelt kann eine schwere Schilddrüsenunterfunktion auf Dauer sogar zum Tode führen.

Es gibt synthetische und so genannte bioidente Präparate. Synthetische, also rein chemisch hergestellte Schilddrüsenhormone gibt es in verschiedenen Dosierungen als reine Thyroxin-Präparate (T4), als reine T3-Präparate und als Kombinations-Präparate mit T4 und T3. Bioidente Schilddrüsenhormone sind Hormonextrakte, die aus tierischen Schilddrüsen (meist Schwein oder Rind) hergestellt werden. Alle diese Präparate werden auch zur Behandlung einer Hypothyreose eingesetzt. Da der Körper je nach Bedarf aus dem langlebigeren und weniger wirksamen T4 durch die Abspaltung eines Jod-Atoms das stärker wirksamere und kurzlebigere T3 herstellen kann, favorisieren die meisten Experten wegen der besseren Steuerbarkeit und Verträglichkeit die Monotherapie mit synthetischem Thyroxin. Trotz Thyroxin-Gabe und Normalisierung der Hormonspiegel leidet ein Teil der Patienten weiter unter typischen Symptomen einer Hypothyreose. Erst dann empfehlen die meisten Experten einen Therapieversuch mit zusätzlichen oder alleinigen T3-Präparaten. Eine Hypothyreose kann auch mit bioidenten Schilddrüsenhormonextrakten behandelt werden, wobei diese Therapie mangels aussagefähiger wissenschaftlicher Langzeitstudien aus verschiedenen Gründen (z.B. nicht exakt definierbare und variierende Hormonkonzentrationen) und wegen der ungleich höheren Kosten umstritten ist. Es gibt allerdings Patienten, die mit dieser Therapie subjektiv gut zu Recht kommen und sehr zufrieden sind.

 

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Ja, denn wie jedes Spurenelement kann auch Selen bei falscher Dosierung schädlich sein. Wird dauerhaft zu viel Selen aufgenommen, wird das als Selenose bezeichnet. Dann kann es zu neurologischen Störungen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Übelkeit und Durchfall kommen. Zusätzlich können Haarausfall, gestörte Nagelbildung und ein knoblauchartiger Geruch der Atemluft auftreten und das Risiko für das Auftreten einer Diabetes-Erkrankung steigt. Bei Aufnahme sehr großer Selenmengen im Grammbereich kann es zu einer akuten Selenvergiftung und in der Folge zu lebensgefährlichem Herzversagen und Kammerflimmern kommen. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlene tägliche Menge für die Selenaufnahme bei Erwachsenen liegt in einer Größenordnung von etwa 60 – 70 Mikrogramm, das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen wird bei Erwachsenen bis zu einer täglichen Zufuhr von 300 Mikrogramm Selen als gering angesehen. Die meisten käuflichen Selenpräparate enthalten bis etwa 200 Mikrogramm Selen pro Kapsel bzw. Einzeldosis.

Symptomübersicht Selenose
Symptomübersicht Selenose

Als Antioxidanz kann das Spurenelement Selen entzündliche Prozesse mildern. Daher wird Selen auch bei Schilddrüsenentzündungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis eingesetzt. Studien haben gezeigt, dass es nach der Einnahme von Selen bei der Hashimoto-Thyreoiditis zu einer Abnahme der krankhaft erhöhten Schilddrüsenantikörper (Anti-TPO) im Blut kommt; ob das allerdings mit einem tatsächlichen Nutzen für den Patienten einhergeht, in dem z.B. der weitere Verlauf günstig beeinflusst wird oder die Notwendigkeit bzw. die Dosis einzunehmender Schilddrüsenhormone reduziert wird, ist wissenschaftlich unbewiesen und wird von vielen Experten bezweifelt.

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Behandlungsmöglichkeiten Hashimoto
Behandlungsmöglichkeiten Hashimoto

Leider gibt es bislang noch keine effektive Therapie des zugrundeliegenden Immunprozesses. Solange keine Beschwerden und keine Schilddrüsenfehlfunktionen bestehen, ist grundsätzlich erstmal nur eine Verlaufskontrolle möglich. Bei der sich häufig ausbildenden Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gilt der Hormonersatz mit L-Thyroxin-Tabletten (LT4) als Therapie der Wahl, manche Patienten kommen mit anderen Hormonpräparaten besser zurecht. Manche Ärzte empfehlen auch schon in Frühstadien eine Therapie mit Selen, wobei der tatsächliche Nutzen dieser Therapie als alleinige oder zusätzliche Therapie wissenschaftlich nicht bewiesen ist und von vielen Experten angezweifelt wird. Bei einer akuten Hashimoto-Thyreoiditis mit lokalen Beschwerden am Hals kann eine zeitweise entzündungshemmende medikamentöse Behandlung und unter Umständen auch mal eine Operation helfen. Darüber hinaus gibt es unzählige weitere Behandlungsansätze und Tipps, z.B. bezüglich Ernährung, Nahrungsergänzungsmitteln, biologischer Hormonpräparate oder gesunder Lebensgestaltung, wobei die tatsächliche Wirksamkeit einzelner Maßnahmen wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt ist.

Das wird immer wieder behauptet und es gibt tatsächlich Studien, die darauf hindeuten, dass sich ein moderater Alkoholkonsum günstig auf den Verlauf bestimmter Autoimmunerkrankungen auswirken kann. Man nimmt an, dass es durch den Alkoholkonsum u.a. zu einer Schwächung des Immunsystems und dadurch bei Autoimmunerkrankungen zu einer weniger ausgeprägten Entzündungsreaktion und einem milderen Krankheitsverlauf kommt. In einer wissenschaftlichen Beobachtungstudie fiel z.B. auf, dass es bei Frauen, die regelmäßig mehr als 10 alkoholische Getränke pro Woche zu sich nahmen, im Verlauf von 5 Jahren genauso häufig zur Erstdiagnose einer Antikörper-positiven Hashimoto-Thyreoiditis kam wie bei Frauen mit einem geringeren Alkoholkonsum, bei den Frauen mit Konsum von mehr als 10 alkoholischen Getränken pro Woche entwickelte sich daraus jedoch viel seltener eine Schilddrüsenunterfunktion. Es gibt bislang aber noch keine belastbaren Daten, um daraus seriöse und konkrete Trinkempfehlungen für Hashimoto-Patienten ableiten zu können.

 

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Behandlungsmöglichkeiten Morbus Basedow
Behandlungsmöglichkeiten Morbus Basedow

Leider gibt es bislang noch keine effektive Therapie des zugrundeliegenden Immunprozesses. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) erfolgt zunächst eine medikamentöse Behandlung der Hyperthyreose mit Thyreostatika. Dann gibt es im Prinzip 3 Möglichkeiten: Beim so genannten konservativen Behandlungsversuch hofft man auf das Selbstheilungspotential des M. Basedow. Dazu werden die Thyreostatika zunächst für etwa 12 – 18 Monate weiter eingenommen und dann versuchsweise abgesetzt. Bei etwa 30 – 50% kommt es zu einer anhaltenden Besserung der Hyperthyreose, beim Rest nicht. Spätestens dann sollte eine so genannte definitive Behandlung erfolgen, in dem das erkrankte Gewebe entweder operativ entfernt oder durch Radiojod dauerhaft zerstört wird. Bei bestimmten Patientengruppen wie z.B. bei Rauchern oder bei sehr großen Schilddrüsen ist das Selbstheilungspotential statistisch gering, so dass solche Patienten eher Kandidaten für eine primäre definitive Behandlung durch eine Operation oder Radiojodtherapie sind. Bei Patienten mit einer Augenbeteiligung (endokrine Orbitopathie) wird eher eine frühzeitige operative Therapie favorisiert.

In der Regel

Darüber hinaus können auch beim M. Basedow, bei der Autonomie sowie bei Knoten und Entzündungen gute Gründe für eine Schilddrüsenoperation bestehen.

Das kommt auf die konkreten Befunde, Beschwerden und Ansprüche des Patienten an. Zunächst sollte man wissen, dass die meisten OP-bedingten Stimmbandlähmungen (Recurrensparese) durch eine Zerrung oder Schwellung des Stimmbandnerven entstehen und sich häufig im Verlauf von bis zu 12 Monaten von selbst wieder komplett zurückbilden. Bei einer einseitigen Stimmbandlähmung ist die Stimme zunächst meist heiser, rau und schwach. Das gesunde Stimmband kann einen Teil der verlorengegangenen Funktion des gelähmten Stimmbandes übernehmen und ausgleichen, was durch eine logopädische Behandlung gefördert werden kann. Die Stimme wird dann meist besser und viele Patienten kommen damit gut zurecht. Sind die Patienten mit ihrer Stimme nicht zufrieden, können versierte HNO-Ärzte mit verschiedenen Korrekturmaßnahmen helfen (z.B. endoskopische Unterfütterung, Stimmbandverlagerung, Stimmbandplastiken etc.). Bei der sehr seltenen beidseitigen Stimmbandlähmung kann es zusätzlich zu Problemen beim Atmen und zu Luftnot kommen, so dass dann ein überbrückender Luftröhrenschnitt erforderlich werden kann.

OP-bedingte Stimmbandlähmung
OP-bedingte Stimmbandlähmung

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Das kann man nicht pauschal beantworten. Das kommt auf die genaue Art der Operation, den Verlauf, die hormonelle Einstellung und die Sportart an. Im Allgemeinen kann man sagen, dass man nach einer „normalen“ OP wegen einer gutartigen Schilddrüsenerkrankung bei gutem Verlauf etwa 14 Tage nach der OP wieder mit Breitensport (z.B. Joggen, Tennis, Radfahren) beginnen kann. Leistungssport sollte nur in Absprache mit dem Arzt betrieben werden. So war z.B. der Fußball-Profi und deutsche Nationalspieler Emre Can etwa 6 Wochen nach seiner Schilddrüsen-OP wieder voll belastbar und auf höchstem Niveau einsatzfähig.

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Das kommt auf verschiedene Faktoren an: im Allgemeinen dauern Teilentfernungen der Schilddrüse länger als Komplettentfernungen, einseitige Operationen (OP) länger als beidseitige, Erst-OP länger als Wiederholungs-OP (Rezidiv-OP), OP wegen gutartiger Erkrankungen länger als Krebs-OP und OP bei weniger erfahren Chirurgen länger als OP bei Schilddrüsenspezialisten. Zudem erfordert die Darstellung und Schonung wichtiger Strukturen wie Stimmbandnerv oder Nebenschilddrüse mal mehr und mal weniger operativen und zeitlichen Aufwand. Daher können die tatsächlichen OP-Zeiten zwischen einer halben und mehreren Stunden schwanken.

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Das kann man nicht pauschal beantworten, denn das hängt immer auch vom konkreten Befund und Behandlungsverlauf ab. Bei unkompliziertem Verlauf dauert die stationäre Krankenhausbehandlung im Allgemeinen etwa 2 – 4 Tage, nach etwa 4 – 7 Tagen werden evtl. Fäden entfernt und nach etwa 2 Wochen gehen die meisten Patienten wieder arbeiten. Nach dieser Zeit können die meisten Patienten auch wieder ihr „normales“ Leben führen und z.B. auch Sport treiben. Manchmal kann die Erholung auch schon mal länger dauern.

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Das kann man nicht pauschal beantworten und hängt vom konkreten Befund, dem Behandlungsverlauf, dem Beruf des Patienten und nicht zuletzt auch von dessen Arbeitswillen ab. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach einer Schilddrüsen-OP wegen einer gutartigen Erkrankung liegt in einer Größenordnung von insgesamt etwa 2 Wochen, manche Patienten gehen aber auch schon 3 Tage nach der OP wieder arbeiten, bei den insgesamt seltenen Komplikationen oder bei Schilddrüsenkrebs kann die Arbeitsunfähigkeit auch schon mal viel länger dauern.

Das kommt ganz darauf an, wieviel Schilddrüsengewebe bei der OP belassen wurde und welche Qualität ein solcher Schilddrüsenrest hat. Wurde die Schilddrüse komplett entfernt (Thyreoidektomie), kann man im Prinzip alles essen und trinken, auch mehr oder weniger Jod ist im Prinzip egal. Wurden bei der OP gesunde und ausreichend große Schilddrüsenreste belassen, kann deren Funktion durch eine gute Jod-Zufuhr unterstützt werden, so dass eventuell keine Thyroxin-Tabletten eingenommen werden müssen. Durch eine gute Jodversorgung soll auch eine erneute Knotenbildung oder Vergrößerung der Schilddrüse (Rezidivstruma) verhindert werden (Rezidivprophylaxe). Gibt es allerdings belassene Schilddrüsenreste mit einem Hashimotobefall, dann sollten besser keine zusätzlichen Jodpräparate eingenommen werden. Ist es nach einer Schilddrüsen-OP zu einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen und zu einem Calcium-Mangel im Blut gekommen, dann empfiehlt sich eine calciumreiche Ernährung (z.B. Milchprodukte, Käse) und die Aufnahme von viel Vitamin D (z.B. in Fisch). Ansonsten gibt es keine speziellen Empfehlungen oder Einschränkungen nach einer Schilddrüsen-OP. Gesund ist eine ausgewogene Mischkost mit ausreichend Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen.

Wegen der anatomischen Nähe von Schilddrüse und Stimmbandnerven haben viele Schilddrüsenpatienten Angst vor einer operationsbedingten Schädigung ihrer Stimmbandnerven. Deshalb setzt der Operateur alles daran, so schonend wie möglich zu operieren. Ein Hilfsmittel ist das sogenannte Neuromonitoring. Das funktioniert so: Alle Nerven übertragen ihre Informationen mit Hilfe von minimalen elektrischen Impulsen. Auch die Befehle zur Bewegung der Stimmbänder werden vom Gehirn über elektrische Impulse mit Hilfe der Stimmbandnerven hinter der Schilddrüse an die Stimmbandmuskeln weitergeleitet. Wenn der Chirurg dem Nerv bei der OP mit einer sehr feinen Sonde einen minimalen elektrischen Impuls verabreicht, dann wird dieser Impuls an den Stimmbandmuskel weitergeleitet und es kommt zu einer Reaktion des Stimmbandes. Das alles kann intraoperativ genau gemessen werden. Es zeigt dem Operateur, ob es sich bei der gereizten anatomischen Struktur tatsächlich um den Stimmbandnerv handelt und ob dieser korrekt funktioniert oder nicht. Es hilft dem Operateur bei der Präparation und der Qualitätskontrolle.

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Das ist ein verbreitetes Vorurteil und stammt wahrscheinlich aus grauen Vorzeiten, als nach einer Schilddrüsenoperation häufig noch keine richtige medikamentöse Nachbehandlung erfolgte. Denn wenn bei einer Schilddrüsen-OP sehr viel, oder sogar alles Schilddrüsengewebe entfernt wurde, kann es ohne eine medikamentösen Hormonersatz durch Thyroxin-Tabletten zu einer Schilddrüsenunterfunktion und nachfolgend zu einer Gewichtszunahme kommen. Heutzutage gibt es klare Empfehlungen zu postoperativen Kontrollen und zur richtigen Nachbehandlung. Dann hat eine Schilddrüsenoperation an sich keinen Einfluss auf das Körpergewicht und die Patienten werden deshalb auch nicht dick.

Das hängt davon ab, ob und wie viel gesundes und funktionstüchtiges Schilddrüsengewebe nach einer OP im Körper zurückbleibt. Wird die Schilddrüse z.B. komplett entfernt, würde es ohne eine medikamentösen Hormonersatz durch eine Thyroxin-Tablette zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen. Bei einer guten und richtigen Nachbehandlung sollte es nach einer OP in keinem Fall zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen.

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Grundsätzlich kann man nach einer Radiojodtherapie normal schwanger werden und auch gesunde Kinder bekommen. Die bei einer Radiojodtherapie verabreichte Radioaktivität kann allerdings schädigende Effekte auf die Eierstöcke oder Hoden haben, so dass nach einer Radiojodtherapie in Abhängigkeit von der verabreichten Strahlendosis sicherheitshalber in der Regel eine Verhütung von 6 bis 12 Monaten empfohlen wird. Bei sehr hohen radioaktiven Dosen, z.B. bei der mehrfachen Behandlungen fortgeschrittener jodsensibler Schilddrüsenkrebse, ist vor Therapiebeginn auch eine Eizellen- oder Spermakonservierung möglich. Das im Einzelfall sinnvollste Konzept und die Dauer der Verhütung sollte immer konkret mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

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Bei einer Thermoablation wird Gewebe durch Hitze zerstört. An der Schilddrüse wird das in den letzten Jahren auch zur gezielten minimal-invasiven Zerstörung von gutartigen Knoten und Zysten oder seltener auch zur Verkleinerung ansonsten inoperabler Krebse eingesetzt. Es gibt verschiedene Verfahren und technische Modifikationen wie z. B. Radiofrequenzablation, Mikrowellenablation oder hochintensiver fokussierter Ultraschall. Bei den meisten Methoden wird die erforderliche Wärme über eine Punktionsnadel in lokaler Betäubung direkt in den Knoten abgegeben, bei anderen Verfahren wird dieser Effekt durch Ultraschallwellen ohne eine Punktion erzielt. Während die eigentliche Behandlung bei den meisten Verfahren nur wenige Minuten dauert, kann der gewünschte Effekt der Knotenverkleinerung Wochen bis Monate in Anspruch nehmen und ist auch nicht immer sicher vorhersagbar. Die Thermoablation kann bei bestimmten Befunden eine Alternative zur Operation oder Radiojodtherapie sein, wobei der definitive Stellenwert der Thermoablation bei der Behandlung von Schilddrüsenknoten auch mangels Langzeitergebnissen noch nicht abschließend geklärt ist.

Schematische Darstellung Thermoablation
Schematische Darstellung einer Thermoablation

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Behandlung von Schilddrüsenknoten
Behandlung von Schilddrüsenknoten

Das kommt ganz darauf an, um was es sich für Knoten handelt und ob Beschwerden oder sonstige knotenbedingte Probleme bestehen. Manchmal ist überhaupt keine Behandlung, sondern nur eine Verlaufskontrolle erforderlich, manchmal ein medikamentöser Behandlungsversuch mit z.B. Schilddrüsenhormonen und/oder Jodtabletten sinnvoll, manchmal eine Punktion zur feingeweblichen Abklärung oder zur Entlastung von Zysten ratsam, manchmal eine minimal-invasive Thermoablation möglich und manchmal eine Radiojodtherapie oder eine Operation erforderlich. Manchmal ist die Entscheidung für eine bestimmte Therapie eindeutig und manchmal ist sie kompliziert und schwierig. Im Zweifelsfall ist dann die Einholung einer Zweitmeinung bei einem erfahrenen Schilddrüsenexperten ratsam.

Behandlungsmöglichkeiten Struma
Behandlungsmöglichkeiten Struma

Das kommt auf die konkreten Befunde und Beschwerden an. Ist die Vergrößerung noch nicht so ausgeprägt, bestehen keine wesentlichen Verdrängungseffekte, keine lokalen Beschwerden, kein Tumorverdacht und auch sonst keine Probleme, ist unter Umständen erstmal keine Therapie, sondern nur eine Verlaufskontrolle erforderlich. Häufig wird allerdings ein medikamentöser Verkleinerungsversuch mit Jod und/oder Schilddrüsenhormon (Thyroxin) unternommen. Ist die Schilddrüse so groß, dass sie Beschwerden oder sonstige Probleme verursacht und/oder auf die Luft- oder Speiseröhre drückt, ist in der Regel eine Schilddrüsenoperation ratsam. Alternativ kann auch eine Radiojodtherapie oder bei einzelnen Knoten auch eine Thermoablation zum Einsatz kommen.

TRAK ist die Abkürzung von TSH-Rezeptor-Antikörper. TSH-Rezeptoren befinden sich in der Wand der Schilddrüsenzellen und sind quasi die Andock-Station für das Hormon TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon), das in der nur etwa erbsgroßen Hirnanhangsdrüse produziert wird und dass u.a. die Produktion der Schilddrüsenhormone reguliert. TRAK sind fälschlicherweise vom Körper produzierte Antikörper gegen diese TSH-Rezeptoren. Sie besetzen und stimulieren die TSH-Rezeptoren, so dass zu viele Schilddrüsenhormone gebildet werden und es zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommt (Immunhyperthyreose). Die TRAK-Werte im Blut können genau gemessen werden und sind charakteristisch für einen M. Basedow. Erhöhte TRAK-Werte sind nicht nur wichtig für die Erstdiagnose eines M. Basedow, sie sind auch für die Prognoseabschätzung und Verlaufskontrolle bedeutsam.

Eine 100%ige Sicherheit ist derzeit nur durch die genaue pathologische Untersuchung von operativ entferntem Schilddrüsengewebe möglich. Denn es gibt kaum ein Organ, bei dem die Unterscheidung zwischen gut- und bösartig so schwierig sein kann wie an der Schilddrüse. Das liegt z.B. daran, dass es bei den sogenannten follikulären Neoplasien (Neubildungen) bei der Unterscheidung, ob sie noch gutartig oder schon bösartig sind, häufig auf mikroskopische Details ankommt und man diese methodenbedingt im Zellgewebe, das durch eine Probepunktion mit einer Hohlnadel (Punktionszytologie) gewonnen wird, nicht beurteilen kann. Deshalb muss aber nicht jeder Schilddrüsenknoten operativ entfernt und pathologisch untersucht werden, denn mit den zur Verfügung stehenden modernen Untersuchungsverfahren lässt sich das statistische Krebsrisiko von Schilddrüsenknoten schon relativ gut abschätzen, so dass eine Operation zur definitiven feingeweblichen Klärung in der Regel nur bei krebsverdächtigen oder zweifelhaften Befunden durchgeführt wird.

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