FAQ / Häufige Fragen

Hier finden sie aktuelle Fragen zum Thema Schilddrüse. Wenn Sie noch weitere Informationen zu diesem Thema wünschen, besuchen Sie auch unsere Facebook-Seite, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Inhaltsverzeichnis

  1. Grundsätzliches / Allgemeines
  2. Symptome und Beschwerden
  3. Medizinische Behandlung

Grundsätzliches / Allgemeines

Ja, denn Schilddrüsenhormone steuern unter anderem auch die Stoffwechselvorgänge des Gehirns. Schlechte Stimmung, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen oder starke Depressionen können auch durch eine Schilddrüsenunterfunktion verstärkt oder sogar ausgelöst werden. Weitere Informationen zu Schilddrüsenunterfunktionen finden Sie hier. Weitere Informationen zu Schilddrüse und Psyche finden Sie hier.

Schilddrüsenhormone regulieren unter anderem auch den Hirnstoffwechsel. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) kommt es zu einer Verlangsamung verschiedener Gehirnfunktionen. Typische Folgen sind eine depressive Verstimmung, Antriebslosigkeit oder Konzentrationsstörungen. Etwa die Hälfte aller Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion leidet auch unter depressiven Symptomen, aber nicht jede Depression ist durch eine Hypothyreose bedingt. Bei richtiger medikamentöser Hormoneinstellung bessern sich schilddrüsenbedingte depressive Symptome meist innerhalb von 6 bis 8 Wochen.

Weitere Information zum Thema Schilddrüse und Psyche finden Sie hier.

Vereinfacht ausgedrückt wirken Schilddrüsenhormone wie Energielieferanten für viele Körperzellen. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) kommt es daher zu einer Drosselung und Verlangsamung vieler körperlicher und seelischer Körperfunktionen. Ein typisches Symptom der Unterfunktion ist eine ausgeprägte Müdigkeit in Kombination u.a. mit Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit und depressiver Verstimmung . Bei derartigen Symptomen sollte daher immer auch die Schilddrüsenfunktion abgeklärt werden.

Viele Mütter leiden nach der Geburt ihres Kindes unter Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungen („Babyblues“). Bei etwa 15% der Mütter tritt eine echte Wochenbettdepression auf. Derartige psychische Probleme können auch durch eine sogenannte Postpartum Thyreoiditis ausgelöst oder verstärkt werden. Bei dieser Schilddrüsenentzündung handelt es sich um eine Auto-Immunthyreoiditis letztlich noch ungeklärter Ursache, die Ähnlichkeiten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis aufweist und die typischerweise erstmals nach einer Geburt auftritt. In der Folge kann es zu einer kurzfristigen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommen, viel häufiger ist eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) mit entsprechenden Folgen wie Antriebsarmut, Müdigkeit oder depressiven Verstimmungen. Bei richtiger medikamentöser Behandlung der Hypothyreose bessern sich solche Schilddrüsen bedingte Symptome meist relativ rasch und komplett.

Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das Körpergewicht. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann es trotz Heißhunger durch den gesteigerten Energiebedarf zum Gewichtsverlust bis zur Abmagerung kommen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist das genau umgekehrt und die Patienten können auch bei „normaler“ Nahrungsaufnahme oder trotz Diät immer mehr zunehmen. Daher sollte bei Gewichtsproblemen immer auch an die Schilddrüse gedacht werden.

Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das Herz. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu schnellerem Puls, zu erhöhtem Blutdruck und zu Herzrhythmusstörungen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt es zu langsamerem Puls, einem eher niedrigen Blutdruck und auch zu Herzrhythmusstörungen. Insbesondere bei Patienten mit schilddrüsenunabhängigen Vorschäden am Herz-Kreislauf-System können sich solche Effekte besonders nachteilig auswirken. Daher sollte bei Patienten mit entsprechenden Problemen immer auch die Schilddrüsenfunktion im Auge behalten werden.

Schilddrüsenhormone beeinflussen unter anderem auch die haarbildenden Zellen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) verlangsamt sich das Haarwachstum, die Haare werden brüchig, matt, stumpf und können ausfallen. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) wachsen die Haare zu schnell, werden immer dünner, können leicht abbrechen und so nur noch eine kurze Länge erreichen. Zudem kann der Wachstumsrhythmus gestört werden, so dass auch ein diffuser Haarausfall auftreten kann. Schließlich können auch Medikamente, die zur Behandlung einer Hyperthyreose verordnet werden (Thyreostatica), zum Haarausfall führen. Daher sollte bei Problemen mit der Haarpracht und bei Haarausfall immer auch die Schilddrüsenfunktion abgeklärt werden. Schilddrüsen bedingte Haarprobleme können sich bei richtiger Behandlung wieder voll zurückbilden, wobei das aufgrund des langsamen Haarwachstums manchmal ein wenig Geduld erfordert.

Schilddrüsenhormone beeinflussen auch das Wachstum und die Qualität der Fuß- und Fingernägel. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) wachsen die Nägel häufig sehr langsam, werden brüchig, splittern und brechen schnell. Manchmal treten auch Quer- oder Längsfurchen auf. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wachsen die Nägel zu schnell, sind daher manchmal sehr dünn und schwach und brechen deshalb schnell. Bei Problemen mit Finger- und Fußnägeln sollte daher immer auch an die Schilddrüse gedacht werden. Schilddrüsen bedingte Nagelprobleme bessern sich bei erfolgreicher Behandlung der Schilddrüsenfehlfunktion meist vollständig, wobei man wegen des langsamen Nagelwachstums manchmal etwas Geduld benötigt.

Schilddrüsenhormone haben auch Auswirkungen auf das sexuelle Verlangen, die Orgasmusfähigkeit und die Potenz. Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sind eine verringerte Libido und ein abnehmendes sexuelles Interesse. Aber auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) können sexuelles Desinteresse oder Potenzstörungen auftreten. Daher sollte bei derartigen Problemen immer auch die Schilddrüsenfunktion kontrolliert werden.

Eine gesunde Ernährung ist nicht nur für den ganzen Körper, sondern insbesondere auch für die Schilddrüse sehr wichtig. Im Zusammenhang mit der Schilddrüse geht es vor allem um eine ausreichende Versorgung mit den Spurenelementen Jod, Selen und Eisen. Bei einer ausgewogenen gesunden Mischkost ist eine Unterversorgung unwahrscheinlich, bei einseitiger oder veganer Ernährung aber auch in Deutschland immer noch möglich. Deshalb sollten Patienten mit einer Schilddrüsenerkrankung darauf achten, sich gut zu ernähren und genügend der genannten Spurenelemente zu sich zu nehmen.

Wenn man keine Schilddrüse hat – sei es nun angeboren, bei einer OP komplett entfernt, durch eine Radiojodtherapie ausgeschaltet oder durch eine Erkrankung (z.B. Hashimoto) zerstört -, muss man lebenslang künstliches oder biologisches Schilddrüsenhormon in Tabletten- oder Tropfenform zu sich nehmen. In den allermeisten Fällen reicht die Einnahme einer Tablette am Tag aus. Die optimale Einstellung ist meist relativ unproblematisch und manchmal etwas komplizierter. Bei guter und stabiler Einstellung sind bei vielen Patienten routinemäßige Kontrollen der Schilddrüsenwerte im Blut in etwa jährlichen Abständen ausreichend. Abgesehen von der Tabletteneinnahme und den gelegentlichen Blutkontrollen kann man bei guter medikamentöser Einstellung auch ohne Schilddrüse ein ganz normales Leben führen, gesunde Kinder bekommen und sehr alt werden.

Ja, so kommt es zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion durch den verlangsamten Stoffwechsel und abgesenkten Energieverbrauch zu einem Anstieg des Gesamtcholesterins und insbesondere des „bösen“ LDL-Cholesterins im Blut. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann es umgekehrt zu einem Abfall der Cholesterinwerte im Blut kommen.

Ja, so kommt es zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion durch den verlangsamten Stoffwechsel und abgesenkten Energieverbrauch zu einem Anstieg des Gesamtcholesterins und insbesondere des „bösen“ LDL-Cholesterins im Blut. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann es umgekehrt zu einem Abfall der Cholesterinwerte im Blut kommen.

Weitere Informationen zu Schilddrüsenunterfunktionen finden Sie hier.

Die Schilddrüse ist eine Hormon bildende Drüse. In ihr werden verschiedene Hormone synthetisiert, die ins Blut abgegeben werden und die dann die Funktionen vieler anderer Organsysteme regulieren. Unter dem eigentlichen Begriff „Schilddrüsenhormone“ werden vor allem die zwei wichtigsten Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) zusammengefasst. Beide haben einen Jodanteil. Das Thyroxin besitzt vier Jod-Atome (T4), das Trijodthyronin entsprechend nur drei (T3). Durch die Abspaltung eines Jod-Atoms kann im Körper aus dem weniger wirksamen, aber dafür langlebigeren T4 das kurzlebigere, aber wirkungsstärkere Hormon T3 gebildet werden.
Schilddrüsenhormone wirken vereinfacht ausgedrückt als Energielieferanten für viele Körperzellen und regulieren deren Funktion wie ein Gaspedal. Bei zu viel an Schilddrüsenhormonen im Blut (Hyperthyreose) arbeiten Körper und Seele entsprechend übertourig, bei zu wenig an Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose) untertourig.
Zusätzlich zu den eigentlichen Schilddrüsenhormonen T4 und T3 wird in der Schilddrüse von den sogenannten C-Zellen das Hormon Calcitonin gebildet. Calcitonin reguliert und senkt vor allem den Calciumspiegel im Blut und fördert den Einbau von Calcium in den Knochen. Krebse, die von diesen C-Zellen ausgehen, werden als C-Zell-Karzinom oder als medulläres Schilddrüsenkarzinom bezeichnet und werden häufig über eine krankhafte Erhöhung des Blutcalcitonin-Spiegels entdeckt.
 
Weitere Informationen zur Funktion der Schilddrüse finden Sie hier.

Hormone

Sehr verschiedene: Am bekanntesten sind die so genannten eigentlichen Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Sie entstehen in den Schilddrüsenfollikeln, in dem durch den Einbau von Jod in Tyrosin und andere Substanzen zunächst das Monojodthyronin (1 Jodatom) und das Dijodthyronin (2 Jodatome) gebildet werden und daraus schließlich die eigentlichen Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (3 Jodatome) und Thyroxin (4 Jodatome) entstehen. In der Schilddrüse liegen aber auch noch die so genannten C-Zellen, die das Hormon Calcitonin produzieren. Anders als die eigentlichen Schilddrüsenhormone reguliert das Calcitonin vor allem den Knochen-, Kalzium- und Phosphatstoffwechsel und fungiert quasi als Gegenspieler des Parathormons, das wiederum in den kleinen Nebenschilddrüsen unmittelbar neben der Schilddrüse produziert wird.

Weitere Information zu Schilddrüsenhormonen finden Sie hier.

T4 und T3 sind beides Schilddrüsenhormone, die in der Schilddrüse produziert und in das Blut abgegeben werden. T4 heißt korrekt Thyroxin und hat 4 Jodatome, T3 heißt korrekt Trijodthyronin und hat nur 3 Jodatome. T3 hat eine stärkere Wirksamkeit und eine kürzere Wirkdauer als T4. Bei Bedarf kann der Körper durch die Abspaltung eines Jodatoms T4 in das stärker wirksame, aber kurzlebigere T3 umwandeln.

Weitere Informationen zur Hormonproduktion der Schilddrüse finden Sie hier.

Selen ist wie Jod ein wichtiges Spurenelement, das mit der Nahrung aufgenommen wird. In der Schilddrüse ist Selen an der Synthese der Schilddrüsenhormone und bei der Umwandlung von T4 in T3 beteiligt. Als sogenanntes Antioxidanz kann Selen zudem Entzündungsprozesse wie z.B. bei der Hashimoto-Thyreoiditis mildern. Ein Selenmangel kann sich negativ auf die Schilddrüsenfunktion auswirken. Bei normaler Ernährung ist ein Selenmangel in Deutschland allerdings sehr selten. Da Selen vor allem in tierischen Produkten vorkommt, kann es bei einer veganen Ernährung schon mal eher zu Mangelzuständen kommen. Viel Selen enthalten z.B. Nüsse, insbesondere Paranüsse, verschiedene Kohlsorten, Zwiebelgemüse, Pilze und Linsen.

Ja, denn wie jedes Spurenelement kann auch Selen bei falscher Dosierung schädlich sein. Wird dauerhaft zu viel Selen aufgenommen, wird das als Selenose bezeichnet. Dann kann es zu neurologischen Störungen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Übelkeit und Durchfall kommen. Zusätzlich können Haarausfall, gestörte Nagelbildung und ein knoblauchartiger Geruch der Atemluft auftreten und das Risiko für das Auftreten einer Diabetes-Erkrankung steigt. Bei Aufnahme sehr großer Selenmengen im Grammbereich kann es zu einer akuten Selenvergiftung und in der Folge zu lebensgefährlichem Herzversagen und Kammerflimmern kommen. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlene tägliche Menge für die Selenaufnahme bei Erwachsenen liegt in einer Größenordnung von etwa 60 – 70 Mikrogramm, das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen wird bei Erwachsenen bis zu einer täglichen Zufuhr von 300 Mikrogramm Selen als gering angesehen. Die meisten käuflichen Selenpräparate enthalten bis etwa 200 Mikrogramm Selen pro Kapsel bzw. Einzeldosis.
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Symptomübersicht Selenose

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sehr unterschiedliche Ursachen haben: Am häufigsten beruht Sie auf einer zu niedrigen Produktion von Schilddrüsenhormonen in der Schilddrüse bei einer chronischen Hashimoto-Thyreoiditis. Neben anderen chronischen Entzündungen kann eine Hypothyreose auch durch einen chronischen Jodmangel oder eine zu niedrige Dosierung von Schilddrüsen-Tabletten (Thyroxin) nach einer Schilddrüsenoperation oder einer Radiojodtherapie verursacht werden.

Ja. Die Unterteilung kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen:  
Nach Ursachen:
Bei einer primären Hypothyreose liegt die Ursache in der Schilddrüse selbst (z.B. unzureichende Hormonproduktion), bei einer sekundären außerhalb (z.B. hormonelle Regulationsstörungen übergeordneter Drüsen, schwerer Jodmangel). Eine angeborene Hypothyreose besteht schon bei Geburt (z.B. Schilddrüsenaplasie), die viel häufigere erworbene Form tritt erst im Laufe des Lebens auf (z.B. Endstadium eines Hashimoto, nach radikaler OP oder Radiojodtherapie).
Nach den Hormonspiegeln im Blut:
Bei einer latenten (schlafenden) Hypothyreose ist als früher Warnhinweis nur der TSH-Spiegel im Blut erhöht, die eigentlichen Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut sind (noch) normal, bei einer manifesten Hypothyreose sind die Spiegel von T3 und T4 erniedrigt.
Nach Symptomen:
Nicht bei jeder im Blut feststellbaren Hypothyreose bestehen auch eindeutige und offensichtliche Symptome (asymptomatische Form), bei anderen Patienten lassen sich mehr oder wenige typische Symptome (z.B. Antriebsmangel, depressive Veränderungen, Kälteintoleranz) feststellen (symptomatische Form).
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Übersicht Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann sehr unterschiedliche Ursachen haben: Am häufigsten beruht Sie auf einer zu hohen und unregulierten Produktion von Schilddrüsenhormonen in der Schilddrüse, z.B. bei einem M. Basedow oder bei einer sogenannten Autonomie (gutartige Drüsenwucherung). Erhöhte Schilddrüsenwerte im Blut können aber auch durch die vermehrte Freisetzung von bereits in der Schilddrüse produzierten Schilddrüsenhormonen z.B. bei Entzündungen wie einem akutem Hashimoto oder einer De Quervain Thyreoiditis („Freisetzungshyperthyreose“), oder bei einer zu hohen Dosierung von Schilddrüsenhormon-Tabletten (Thyroxin) entstehen.

Bei richtiger medikamentöser Behandlung hat eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) an sich keine wesentlichen negativen Auswirkungen. Bei guter medikamentöser Einstellung mit Thyroxin-Tabletten können die Patienten bis auf die täglich erforderliche Tabletteneinnahme ein normales Leben führen, gesunde Kinder bekommen und sehr alt werden.

Autoimmunerkrankung
Autoimmunerkrankung der Schilddrüse
Bei einer Autoimmunerkrankung bildet der Körper Antikörper (Abwehrstoffe) gegen bestimmte körpereigene Strukturen. An der Schilddrüse sind die häufigsten Vertreter der M. Basedow und die Gruppe der verschiedenen Autoimmunentzündungen (Autoimmunthyreoiditis), von denen wiederum die Hashimoto-Thyreoiditis die mit Abstand häufigste Form ist. Beim Basedow richten sich die Antikörper (AK) gegen den TSH-Rezeptor (TRAK) der Schilddrüsenzelle, beim Hashimoto gegen das Schilddrüsenenzym Thyroxin-Peroxidase (TPO-AK). Die konkreten Ursachen dieser Erkrankungen sind letztlich nicht genau bekannt und im Einzelfall auch nicht ermittelbar, ebenso gibt es bislang keine erwiesenermaßen effektive Therapie des zugrundeliegenden Immunprozesses. Im Vordergrund stehen die symptomatische Behandlung möglicher entzündungsbedingter lokaler Beschwerden sowie die Therapie möglicher Schilddrüsenfehlfunktionen wie z.B. beim M. Basedow die einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder beim Hashimoto die einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Die häufigsten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Autoimmunthyreoiditis) sind der Morbus Basedow und die Hashimoto-Thyreoiditis. Viele wissen nicht, dass diese Erkrankungen häufig mit weiteren Autoimmunerkrankungen vergesellschaftet sind. Dabei handelt es sich vor allem um Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung), perniziöse Anämie (Blutarmut) bei chronischer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Zoeliakie (Glutenunverträglichkeit), M. Addison (Nebennierenschwäche) oder polyzystisches Ovar-Syndrom (PCOS). Solche Begleiterkrankungen konnten in einer Studie bei etwa 15% der Patienten mit einer Autoimmunthyreoiditis festgestellt werden. Wichtig ist, dass man daran denkt und evtl. gezielt danach sucht.

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Der medizinische Name dieser Art von Schilddrüsenentzündung lautet „hypertrophe Autoimmunthyreoiditis“. Diese Krankheitsbild wurde erstmals 1912 vom Arzt Hakaru Hashimoto während seines Forschungsaufenthaltes in Deutschland beschrieben. Hashimoto beschrieb eine „Wucherung der lymphatischen Elemente sowie eine gewisse Veränderung des Parenchyms und des Interstitiums in Kombination mit einer Unterfunktion der Schilddrüse. Diese spezielle Form der Schilddrüsenentzündung wird zu Ehren des Erstbeschreibers weltweit als Hashimoto-Thyreoiditis bezeichnet.

Weitere Informationen zur Hashimoto-Thyreoiditis finden Sie hier.

Morbus – abgekürzt M. – ist das lateinische Wort für Krankheit und Basedow ist der Nachnahme des deutschen Arztes Carl von Basedow, der im Jahre 1840 ein Krankheitsbild beschrieb, dass durch die Kombination von Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), Exophthalmus (Glupschaugen) und Struma (Schilddrüsenvergrößerung) gekennzeichnet ist. Da Carl von Basedow aus Merseburg stammte, bezeichnet man diese typische Symptomkombination auch als „Merseburger Trias“. Im englischsprachigen Raum wird die Basedowsche Erkrankung nach dem dortigen Erstbeschreiber als „Graves‘ disease“ bezeichnet. Andere Bezeichnungen sind „immunogene Hyperthyreose“ oder „Autoimmunhyperthyreose vom Typ Basedow“.

Weitere Informationen zum Morbus Basedow finden Sie hier.

Die wichtigste und häufigste Ursache ist ein schleichender Jodmangel. Der Körper versucht den Jodmangel und die drohende hormonelle Unterversorgung durch eine Vermehrung der hormonproduzierenden Schilddrüsen­zellen entgegenzuwirken, so dass es in der Schilddrüse schließlich zu einer Vergrößerung und zu einem Zellwachstum kommt.

Weitere Informationen zu Schilddrüsenvergößerungen finden Sie hier.

Eine gesunde Schilddrüse ist bei Frauen nur bis zu 18 Gramm und bei Männern bis zu 25 Gramm schwer. Da das Schilddrüsengewebe ein sogenanntes spezifisches Gewicht von etwa 1 hat, entspricht das vom Volumen her etwa 18 bis 25 Millilitern. (Zum Vergleich: ein normales Schnapsglas enthält 20 ml = 2 cl). Als Struma bezeichnet der Mediziner jede darüber hinaus gehende Vergrößerung, was im Volksmund auch als Kropf bezeichnet wird. Die allermeisten, jedoch nicht alle Kröpfe sind gutartig. Je nach Größe und Ausdehnung bereiten sie mal mehr und mal weniger große Beschwerden und Probleme wie z.B. Räusperzwang, Kloß-, Druck- oder Engegefühl im Hals. Bei fehlender Behandlung können Kröpfe sehr groß werden und sind dann schon äußerlich sichtbar. Manchmal wachsen Kröpfe mehr nach innen oder hinter das Brustbein und sind dann nur mit dem Ultraschall oder anderen Untersuchungsverfahren feststellbar.

Weitere Informationen zum Thema Struma finden Sie hier.

SD-Hormone
Übersicht Schilddrüsenknoten
Mit bloßem Auge betrachtet ist die Schilddrüse ein ziemlich gleichmäßiges (homogenes) Organ. Grundsätzlich versteht man unter einem Schilddrüsenknoten jede in der Schilddrüse abgrenzbare herdförmige Gewebeveränderung, gleich welcher Ursache und unabhängig vom Untersuchungsverfahren, mit dem ein solcher Herd festgestellt wird. Hierbei kann es sich um sehr unterschiedliche Veränderungen handeln: Das Spektrum reicht von harmlosen und oft gar nicht behandlungsbedürftigen kleineren Schleimknoten, über gutartige Zysten oder Drüsenwucherungen bis hin zu lebensbedrohlichen Krebsen. Wenn Knoten in einem Szintigramm kein Jod aufnehmen, bezeichnet man sie als „kalt“, nehmen sie vermehrt Jod auf, als „warm“ oder „heiß“. Weitere Informationen zu diagnostischen Möglichkeiten finden Sie hier.

Die Symptome beim Schilddrüsenkrebs hängen in erster Linie vom Sitz und der Größe des Tumors ab. In frühen Stadien und bei Tumoren mit günstigen Heilungsraten merkt der Patient häufig gar nichts und die Krebsdiagnose ist quasi ein Zufallsbefund bei einer routinemäßigen Ultraschallkontrolle der Schilddrüse.

Bei weiterem Wachstum und zunehmender Tumorgröße kommt es zu ähnlichen Symptomen wie bei einer gutartigen Schilddrüsenvergrößerung (Struma), also z.B. Räusperzwang, Druck-, Kloß- oder Engegefühl im Hals. Bei fortgeschrittenen Tumoren kann es zu tast- und/oder sichtbaren Knoten und Beulen am Hals, zu Atem- und Schluckstörungen sowie zu Gewichtsverlust und allgemeiner Schwäche kommen. Da die Heilungsraten ganz wesentlich von der rechtzeitigen Diagnose abhängen, sollte auch bei geringen Beschwerden am Hals sicherheitshalber immer auch eine Ultraschallkontrolle der Schilddrüse erfolgen.

Weitere Informationen zum Thema Schilddrüsenkrebs finden Sie hier.

Mit einer jährlichen Neuerkrankungsrate (Inzidenz) von etwa 5 Fällen bei Männern und 11 Fällen bei Frauen auf 100.000 Einwohner ist Schilddrüsenkrebs in Deutschland im Vergleich zu anderen Krebsarten (noch) relativ selten. Allerdings wird seit Jahren ein deutlicher Anstieg der Schilddrüsenkrebse festgestellt. Die Ursachen dafür sind nicht eindeutig geklärt. Da vor allem sehr frühe Krebsstufen von weniger aggressiven Krebstypen (papilläre Karzinome) vermehrt diagnostiziert werden, beruht die Zunahme zumindest zum Teil auf verbesserten diagnostischen Möglichkeiten. Aber auch Umweltfaktoren wie eine erhöhte radioaktive Belastung werden als Ursache für den Anstieg an Schilddrüsenkrebsen diskutiert. So nahm die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebsen in der Ukraine nach dem radioaktiven Reaktorunfall in Tschernobyl und in Japan nach dem Reaktorunfall in Fukushima insbesondere bei Kindern drastisch zu.

Ja, für viele Schilddrüsenerkrankungen wird eine genetische Veranlagung vermutet, für einige Erkrankungen wie z.B. das familiäre medulläre Schilddrüsenkarzinom ist eine Vererbung eindeutig nachgewiesen.

Die beste Vorbeugung ist eine gesunde und jodreiche Ernährung. Jod findet man beispielsweise in Seefisch, Meeresfrüchten und jodiertem Speisesalz. Absolute Sicherheit gibt es allerdings leider nicht.

Weitere Informationen zu Schilddrüsenvergößerungen finden Sie hier.

Bestimmte Medikamente wie z.B. Lithium zur Behandlung einer Depression oder Thyreostatica zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion können auch das Auftreten einer Struma (Schilddrüsenvergrößerung) fördern.

Weitere Informationen zu medikamentöser Therapie finden Sie hier.

Bei einer Kernspaltung fällt unter anderem radioaktives Jod 131 an. Dieses radioaktive Jod wird wie normales Jod über die Luft oder den Nahrungsweg vom Körper aufgenommen, fast ausschließlich in die Schilddrüsenzellen transportiert und verursacht dort durch seine sogenannte Betastrahlung je nach Dosis unterschiedliche Zellschäden. Therapeutisch wird das bei einer Radiojodtherapie genutzt, um z.B. überfunktionierende und zu viel Schilddrüsenhormon produzierende Schilddrüsenzellen oder jodsensible Schilddrüsenkrebszellen zu schädigen bzw. zu zerstören. Bei einer sehr hohen Dosis wie z.B. bei einem atomaren Reaktorunfall, kann es zu schwerwiegenden Zellschädigungen und insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu einem erheblich gesteigerten Risiko für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs kommen.

Bei einem Reaktorunfall oder sonstigen nuklearen Katastrophen wird u.a. viel radioaktives Jod 131 freigesetzt, über die Luft oder das Wasser verteilt, vom Menschen wie normales Jod aufgenommen und in die Schilddrüse transportiert. Dort kann das radioaktive Jod massive Zellschäden und nachfolgend sogar Schilddrüsenkrebs verursachen. Die Schilddrüse kann nicht zwischen normalem und radioaktivem Jod unterscheiden. Beide Jodarten benutzen die gleichen „Kanäle“ für die Einschleusung in die Schilddrüsenzellen. Diese Kanäle haben nur eine bestimmte Transportkapazität. Je mehr dieser Kanäle von normalem Jod blockiert sind, umso weniger kann dann das radioaktive Jod in die Schilddrüse eindringen und dort Schaden anrichten (Jodblockade).

Das kommt auf die konkrete Schilddrüsenerkrankung an. Grundsätzlich können auch Schilddrüsenpatienten Blut und Blutplasma spenden, allerdings nicht wenn z.B. eine aktive Entzündung (z.B. Hashimoto) oder eine mit Thyreostatica behandelte Schilddrüsenüberfunktion besteht.

Schilddrüsen bedingte Glupschaugen können im Rahmen der so genannten endokrinen Orbitopathie bei einem Teil der Patienten mit einem Morbus Basedow auftreten. Beim M. Basedow bildet der Körper aus letztlich ungeklärter Ursache Antikörper gegen bestimmte Schilddrüsenrezeptoren und führt an der Schilddrüse zu einer Überfunktion (Hyperthyreose). Aus ebenfalls ungeklärter Ursache befinden sich auch in der Augenhöhle solche Rezeptoren. Diese können dann beim M. Basedow mitreagieren und zu einer Entzündungsreaktion führen. Sämtliche Strukturen in der Augenhöhle, also das Bindegewebe um die Augen, die Augenmuskeln, das Auge selbst und der Sehnerv können betroffen sein und vielfältige Augensymptome verursachen. Mit am auffälligsten ist der sogenannte Exophthalmus, der durch eine entzündliche Veränderung des Weichteilgewebes hinter dem Augapfel entsteht und zu einem Hervortreten der Augen führt (Glupschauge).

Insgesamt sind Frauen häufiger von einer Reihe ganz verschiedener Schilddrüsenerkrankungen und Funktionsstörungen betroffen. Im Vergleich zu Männern leiden sie sowohl häufiger an einer Über- als auch an einer Unterfunktion der Schilddrüse. Auch bei Erkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis, dem M. Basedow oder beim Schilddrüsenkrebs liegt das weibliche Geschlecht vorne. Die genauen Ursachen sind bislang noch nicht abschließend geklärt. Man geht davon aus, dass das bei Frauen im Vergleich zu Männern viel kompliziertere und komplexere Hormonsystem auch anfälliger für Störungen ist und daraus das höhere Risiko für Schilddrüsenerkrankungen resultiert.

Ja. Sowohl bei einer Überfunktion (Hyperthyreose), als auch bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse kann es zur Einschränkung der Fruchtbarkeit von Frauen und von Männern kommen. Daher gehört die Untersuchung der Schilddrüsenfunktion zum Basisprogramm bei der Abklärung ungewollter Kinderlosigkeit. Bei richtiger und erfolgreicher Behandlung einer Schilddrüsenfehlfunktion sind sowohl eine normale Fruchtbarkeit, als auch eine unkomplizierte Schwangerschaft möglich.

Weitere Informationen bezüglich Kinderwunsch und Schilddrüsenfehlfunktionen finden Sie hier.

Nebenschilddrüsen sind sehr kleine Hormondrüsen, die Parathormon produzieren, das wiederum vor allem den Kalziumhaushalt im Blut und im Knochen reguliert. Ihren Namen verdanken diese nur etwa reiskorngroßen Drüsen ihrer anatomischen Lage, denn typischerweise liegen sie direkt neben der Schilddrüse an deren hinteren Kapsel. Die konkrete Lage ebenso wie die Anzahl der Nebenschilddrüsen können von Mensch zu Mensch schwanken. Die meisten Menschen haben 4 Nebenschilddrüsen, die auf beiden Seiten am oberen und unteren Schilddrüsenpol liegen. Dort können sie bei einer Schilddrüsen-OP unbeabsichtigt geschädigt oder versehentlich mit entfernt werden.

Weitere Informationen zu Nebenschilddrüsen finden Sie hier.

Nebenschilddrüse
Überfunktion der Nebenschilddrüse
Bei einer Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyreoidismus, HPT) bilden die kleinen Nebenschilddrüsen zu viel Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon). Dadurch kann es zu verschiedenen Symptomen und Problemen kommen wie z.B. zum vermehrten Abbau von Calcium aus dem Knochen mit der Gefahr von Osteoporose und Knochenbrüchen, erhöhtem Calciumspiegel im Blut, zur Bildung von Nieren- und Gallensteinen, zu unerwünschten Calciumablagerungen in verschiedenen Organen (z.B. Herz oder Gehirn) bis hin zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen. Die häufigste Ursache des HPT ist eine gutartige Wucherung (Adenom) einer Nebenschilddrüse (primärer HPT). Manchmal ist die Nebenschilddrüsenüberfunktion aber auch nur eine Reaktion auf andere Erkrankungen, die zur Erniedrigung des Blutcalciumspiegels führen wie z.B. chronische Nierenerkrankungen oder Vitamin-D-Mangel. Dann versucht der Körper, den Calciummangel im Blut durch die vermehrte Produktion von Parathormon auszugleichen (sekundärer HPT). Die Behandlung des HPT richtet sich nach den konkreten Ursachen und Befunden. Weitere Informationen zur Nebenschilddrüse finden Sie hier.

Symptome und Beschwerden

Das kommt auf die konkrete Erkrankung an. Bei einer Schilddrüsenvergrößerung merkt der Patient am Anfang meist wenig. Räusperzwang oder ein Engegefühl am Hals, z.B. beim Tragen eines zugeknöpften Hemdes, einer Krawatte oder eines Rollkragenpullovers sind häufig erste Warnhinweise. Schließlich kann es zu Schluckstörungen oder Problemen beim Luftholen und Atmen kommen. Nicht selten sind Beulen am Hals oder beim M. Basedow auch Glupschaugen zu sehen. Darüber hinaus können Schilddrüsenfunktionsstörungen, also eine Hyperthyreose oder eine Hypothyreose, sehr viele weitere und zum Teil ganz unterschiedliche körperliche und seelische Beschwerden verursachen, bei denen häufig gar nicht an die Schilddrüse gedacht wird. Daher sollte im Zweifel bei vielen Symptomen und Beschwerden auch eine Abklärung der Schilddrüse erfolgen.

Weitere Informationen zu Schilddrüsenerkrankungen finden Sie hier.

Hypothyreose
Symptomübersicht Schilddrüsenunterfunktion
Im Erwachsenenalter entwickelt sich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) meist schleichend, anfangs treten häufig keine oder kaum Beschwerden auf. Typische Symptome machen sich manchmal erst bei einer stärkeren und längeren Unterfunktion bemerkbar. Die einzelnen Beschwerden müssen nicht alle auftreten und können jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Zudem muss das Ausmaß der Beschwerden nicht unbedingt mit dem Ausmaß der messbaren Hypothyreose im Blut korrelieren. Bei einer schweren Hypothyreose können die Patienten sogar in ein Koma (Hypothyreotes Koma) fallen, müssen dann intensivmedizinisch behandelt werden und können sogar daran sterben. Für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) typische Symptome sind: – Müdigkeit – schnelle Erschöpfung – depressive Verstimmung – Konzentrationsstörungen – Antriebsmangel – Allgemeines und sexuelles Desinteresse – Kälteempfindlichkeit – Verstopfung – Erhöhte Infektanfälligkeit – Kühle, trockene Haut – Geschwollenes Gesicht, geschwollene Zunge und Augenpartien – Stumpfe Haare, Haarausfall – Gewichtszunahme
Hyperthyreose
Symptomübersich Schilddrüsenüberfunktion
Es müssen nicht immer alle typischen Symptome und Beschwerden gleichzeitig und gleichstark auftreten. Die Ausprägung der Symptome entspricht auch nicht immer exakt den Hormonwerten im Blut und kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Im Allgemeinen reagieren junge Menschen heftiger als ältere, die manchmal nur durch Herzrhythmusstörungen oder andere unspezifische Symptome auffallen. Bei einer akuten und sehr starken Schilddrüsenüberfunktion kann es zu lebensbedrohlichen Krisen kommen, so dass die Patienten auf einer Intensivstation behandelt werden müssen und an den Folgen sterben können (Thyreotoxische Krise). Gefährlich kann es werden, wenn Patienten mit einer bis dahin unbekannten oder schlafenden Hyperthyreose plötzlich sehr viel Jod zugeführt wird (z.B. als sehr jodhaltiges Kontrastmittel bei einer Röntgenuntersuchung). Dann kann es zu einem dramatischen Anstieg der Produktion und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen kommen. Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind: – Schneller Herzschlag – Herzrhythmusstörungen – Schwitzen – Hitzeintoleranz – Nervosität – Zittern – Appetitsteigerung – Gewichtsverlust – Durchfälle – Rasche Ermüdbarkeit, Schwäche
Die meisten Schilddrüsenerkrankungen fangen unmerklich an und verschlimmern sich erst ganz allmählich, so dass die Betroffenen zunächst nichts bis wenig merken und häufig gar nicht an die Schilddrüse denken. Es gibt aber auch Erkrankungen mit einem ganz akuten Beginn und starken lokalen und allgemeinen Beschwerden. Ein Vertreter ist die subakute Thyreoiditis, die auch als De Quervain Thyreoiditis bezeichnet wird und die wahrscheinlich durch eine Virusinfektion ausgelöst wird. Charakteristisch sind plötzlich auftretende starke Halsschmerzen, Schluckstörungen, ein ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl mit Fieber und eine Erhöhung entzündungstypischer Werte im Blut. Auch eine Hyper- oder Hypothyreose ist möglich. Meist heilt die Entzündung ohne eine spezielle Therapie folgenlos aus. Bei sehr akuten Verläufen mit einer ausgeprägten Entzündungsreaktion und starken Beschwerden erfolgt eine Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten. Charakteristisch ist das gute Ansprechen auf eine Cortisontherapie.
Symptomübersicht Subakute Thyreoiditis

Medizinische Behandlung

Primärer Ansprechpartner ist der Hausarzt. Basisuntersuchungen sind die Abtastung des Halses, die Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut und eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Schilddrüse. Die meisten Hausärzte führen diese selbst durch. Weiterführende Untersuchungen (z.B. Szintigrafie, Knotenpunktion) werden von Nuklearmedizinern oder Endokrinologen durchgeführt.

Weitere Informationen zur Diagnose einer Schilddrüsenerkrankungen finden Sie hier.

Schilddruesenknoten
Medizinische Ansprechpartner
Grundsätzlich kann jeder Arzt die Schilddrüse untersuchen und behandeln. Zu den Basis-Untersuchungen zählen die allgemeine und spezielle Anamnese (Befragung zu Symptomen und Vorgeschichte), die klinische Untersuchung (z.B. Abtastung des Halses), Blutanalysen und die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse. Das macht meist der Hausarzt. In vielen Fällen kann der Patient dann schon ausreichend kompetent beraten und bei Bedarf auch direkt eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Manchmal ist die Einbindung weiterer Fachrichtungen und Spezialisten erforderlich. Prinzipiell können alle möglichen medizinischen Fachrichtungen benötigt werden, am häufigsten sind dies Nuklearmediziner, Endokrinologen, Chirurgen und HNO-Ärzte. Fachrichtung & Typische Tätigkeiten / Schwerpunkte: Hausarzt/-ärztin Basis = Anamnese, klinischer Befund, Labor, Ultraschall, Beratung, Rezepte Nuklearmedizin Basis & Szintigramm, Punktion, teilweise Radiojodtherapie Endokrinologie Basis & Punktion, teilweise Szintigramm Chirurgie Basis & Schilddrüsenoperationen HNO-Heilkunde Basis & Stimm- und Sprachstörungen, teilweise Schilddrüsen-OP Frauenheilkunde Basis & z.B. Kinderlosigkeit, Schwangerschaftsbetreuung Kinderheilkunde Basis & Besonderheiten im Kinder- und Jugendalter Augenheilkunde Endokrine Orbitopathie beim M. Basedow Pathologie Feingewebliche Untersuchung

Tabletten gegen eine Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatika) und sonstige Medikamente sollten weiter eingenommen werden, bei Schilddrüsenhormonen gehen die Meinungen auch unter Experten auseinander. In den meisten Fällen spielt es keine Rolle, ob man am Morgen der Untersuchung noch Schilddrüsenhormon-Präparate einnimmt oder nicht. In bestimmten Fällen kann das aber wichtig für die Bewertung der Befunde und die weitere Therapie sein. Daher sollte man diesen Aspekt am besten schon bei der Terminvereinbarung mit der Praxis bzw. dem Arzt abklären

Ein Schilddrüsenszintigramm ist ein nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren, bei dem die Aufnahme und Verteilung von Jod untersucht und bewertet wird. Jod ist nämlich ein wichtiger Baustein für die Synthese von Schilddrüsenhormonen, so dass die Menge und Verteilung der Jodaufnahme Rückschlüsse auf die Funktionstüchtigkeit und Größe der Schilddrüse erlaubt. Wegen der geringeren Strahlenbelastung wird für ein Schilddrüsenszintigramm heutzutage meist kein radioaktiv markiertes Jod, sondern schwach radioaktives Technetium verwendet, denn Technetium verhält sich im Körper wie Jod und erlaubt die gleichen Rückschlüsse. Es wird dem Patienten vor der Untersuchung intravenös gespritzt und anschließend die Verteilung im Körper und der Schilddrüse mit einer speziellen Kamera aufgezeichnet. Aus den Daten werden dann meist bunte Bilder erstellt. Diese erlauben z.B. Rückschlüsse auf die Lage und Größe der Schilddrüse ebenso wie auf die Intensität und Verteilung der Jodaufnahme als Hinweis auf eine vermehrte oder verringerte Schilddrüsenhormonproduktion (z.B. warme und kalte Knoten).

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Grundsätzlich nur nach Absprache mit dem Arzt z.B. zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion oder zur versuchsweisen Verkleinerung einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) mit oder ohne Knoten. In der Regel wird eine Thyroxin-Tablette morgens auf nüchternen Magen etwa eine ½ Stunde vor dem Frühstück eingenommen. Nach Absprache mit dem Arzt sind auch andere Einnahmezeiten (z.B. abends) möglich.

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Es gibt durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern und Präparaten. Synthetisch hergestellte Thyroxin-Medikamente enthalten in der jeweils definierten Dosisstärke prinzipiell alle den gleichen Wirkstoff Levothyroxin. Allerdings können die Verträglichkeit und die so genannte Bioverfügbarkeit, also die Menge an Thyroxin, die dem Körper schließlich im Blut zur Verfügung steht, je nach Verarbeitung und Umkapselung des eigentlichen Wirkstoffes zwischen verschiedenen Herstellern und Präparaten variieren. Kommt ein Patient mit einem bestimmten Präparat gut zurecht, sollte er das nicht ohne gewichtigen Grund wechseln. Bei biologischen Thyroxin-Extrakten aus Schweine- oder Rinderschilddrüsen kann es auch beim selben Hersteller zu Schwankungen kommen.

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Nicht unbedingt. Grundsätzlich kann man Schilddrüsenhormone zu jeder beliebigen Tageszeit einnehmen. Für eine optimale und stabile Einstellung sollten Schilddrüsenhormone am besten zu definierten Zeitpunkten und auf nüchternen Magen eingenommen werden. Die meisten Patienten kommen mit einer einmaligen morgendlichen Einnahme auf nüchternen Magen etwa 30 Minuten vor dem Frühstück sehr gut zurecht, manche Patienten fühlen sich mit einer einmaligen abendlichen Einnahme vor dem Schlafengehen besser und wiederum andere stückeln die Gesamtdosis z.B. auf eine morgen- und eine abendliche Einnahme. Die Einnahmezeitpunkte sollten nicht ständig und auch nicht selbstständig verändert, sondern mit dem Arzt abgestimmt werden.

Wie jedes Medikament können auch Thyroxin-Tabletten bei falscher Dosierung schädlich sein. Grundsätzlich sind Thyroxin Tabletten allerdings sehr gut verträglich. Das Hormon wird rein chemisch hergestellt und hat aus pharmakologischen Gründen einen breiten therapeutischen Bereich. Bei einer Über- oder Unterdosierung von Thyroxin-Tabletten treten die gleichen Symptome auf wie bei einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion (Hyper- bzw. Hypothyreose). Da die entsprechenden Symptome manchmal unspezifisch sind und nicht immer an die Schilddrüse denken lassen, sollte unter einer Therapie mit Thyroxin-Tabletten grundsätzlich auch eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte im Blut erfolgen. Die erforderlichen Abstände für die Laborkontrollen hängen von verschieden Faktoren ab und sollten individuell mit dem Arzt besprochen und festgelegt werden. Mehr Infos zur medikamentösen Therapie bei Schilddrüsenerkrankungen finden Sie hier.

Bioidente oder auch so genannte biologische oder natürliche Schilddrüsenhormone sind Hormonextrakte, die aus tierischen Schilddrüsen (meist vom Schwein oder Rind) gewonnen werden (Internationaler Fachausdruck: DTE = Desiccated Thyroid Extract = getrockneter Schilddrüsenextrakt). DTE enthalten prinzipiell alle in der Schilddrüse gebildeten Hormone, also Thyroxin, Tri-, Di- und Mono-Jodthyronin, Thyronamine und Calcitonin in einem natürlichen Mischungsverhältnis und werden auch zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) beim Menschen eingesetzt. Diese Therapie ist unter Experten umstritten. Befürworter einer Therapie mit bioidenten Schilddrüsenhormonen sehen in dem natürlichen Mischungsverhältnis der verschiedenen Schilddrüsenhormone einen Vorteil im Vergleich zur Standard-Therapie mit synthetischem Thyroxin, Gegner verweisen auf die nicht immer exakt bestimmbaren und mitunter schwankenden Konzentrationen der einzelnen Hormonanteile, fehlende wissenschaftliche Langzeitstudien und nicht zuletzt auch auf die vergleichsweise viel höheren Kosten.

Das kann sein und das kann verschiedene Ursachen haben: Eine Möglichkeit ist eine zu geringe Dosierung von Schilddrüsenhormon-Tabletten bei der Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion, z.B. bei einer Hashimoto-Thyreoiditis, nach einer ausgedehnten Schilddrüsenoperation oder nach einer radikalen Radiojodtherapie. Andere mögliche Ursachen sind eine gestörte Aufnahme der Hormonpräparate über den Magen-Darm-Trakt oder eine gestörte Umwandlung von T4 in das viel wirksamere T3 im Körper des Patienten. Neben einer Anpassung der Thyroxin-Dosis können andere Einnahmezeitpunkte, Stückelungen der Dosen und manchmal auch andere Hormonpräparate (z.B. T4/T3-Kombinationspräparate) helfen. Grundsätzlich ist zudem zu berücksichtigen, dass es auch bei optimal eingestellten Schilddrüsenpatienten noch andere Gründe für Müdigkeitsgefühle geben kann und die Abgrenzung mitunter schwierig ist.

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Nicht unbedingt. Bei einigen Erkrankungen wie z.B. dem M. Basedow kann sich die Überfunktion im Verlauf wieder bessern, ansonsten kann eine Überfunktion prinzipiell durch eine OP, eine Radiojodtherapie oder bei Adenomen auch durch eine Thermoablation beseitigt werden. Manchmal muss man danach überhaupt keine Schilddrüsenmedikamente mehr einnehmen.

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Eine Schilddrüsenunterfunktion kann in der Regel erfolgreich mit Thyroxin-Tabletten behandelt werden. Erfolgt allerdings kein adäquater medikamentöser Hormonersatz, hängen die Folgen  vom Ausmaß und der Dauer der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ab . Bei einer geringen Schilddrüsenunterfunktion merkt der Patient häufig gar nichts. Je ausgeprägter und  länger der Mangel an Schilddrüsenhormon ist, umso ausgeprägter werden die Symptome und Folgeschäden. Klassische Zeichen sind Antriebsarmut, Abstumpfung, Verlangsamung, Gewichtszunahme, stumpfes und strohiges Haar, Haarausfall, geschwollenes Gesicht, Verstopfung, Libidoverlust, depressive Verstimmung und Abnahme der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Unbehandelt kann eine schwere Schilddrüsenunterfunktion auf Dauer sogar zum Tode führen.

Ja, denn wie jedes Spurenelement kann auch Selen bei falscher Dosierung schädlich sein. Wird dauerhaft zu viel Selen aufgenommen, wird das als Selenose bezeichnet. Dann kann es zu neurologischen Störungen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Übelkeit und Durchfall kommen. Zusätzlich können Haarausfall, gestörte Nagelbildung und ein knoblauchartiger Geruch der Atemluft auftreten und das Risiko für das Auftreten einer Diabetes-Erkrankung steigt. Bei Aufnahme sehr großer Selenmengen im Grammbereich kann es zu einer akuten Selenvergiftung und in der Folge zu lebensgefährlichem Herzversagen und Kammerflimmern kommen. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlene tägliche Menge für die Selenaufnahme bei Erwachsenen liegt in einer Größenordnung von etwa 60 – 70 Mikrogramm, das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen wird bei Erwachsenen bis zu einer täglichen Zufuhr von 300 Mikrogramm Selen als gering angesehen. Die meisten käuflichen Selenpräparate enthalten bis etwa 200 Mikrogramm Selen pro Kapsel bzw. Einzeldosis.
Thermoablation
Symptomübersicht Selenose

Als Antioxidanz kann das Spurenelement Selen entzündliche Prozesse mildern. Daher wird Selen auch bei Schilddrüsenentzündungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis eingesetzt. Studien haben gezeigt, dass es nach der Einnahme von Selen bei der Hashimoto-Thyreoiditis zu einer Abnahme der krankhaft erhöhten Schilddrüsenantikörper (Anti-TPO) im Blut kommt; ob das allerdings mit einem tatsächlichen Nutzen für den Patienten einhergeht, in dem z.B. der weitere Verlauf günstig beeinflusst wird oder die Notwendigkeit bzw. die Dosis einzunehmender Schilddrüsenhormone reduziert wird, ist wissenschaftlich unbewiesen und wird von vielen Experten bezweifelt.

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Hashimoto
Behandlungsmöglichkeiten Hashimoto
Leider gibt es bislang noch keine effektive Therapie des zugrundeliegenden Immunprozesses. Solange keine Beschwerden und keine Schilddrüsenfehlfunktionen bestehen, ist grundsätzlich erstmal nur eine Verlaufskontrolle möglich. Bei der sich häufig ausbildenden Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gilt der Hormonersatz mit L-Thyroxin-Tabletten (LT4) als Therapie der Wahl, manche Patienten kommen mit anderen Hormonpräparaten besser zurecht. Manche Ärzte empfehlen auch schon in Frühstadien eine Therapie mit Selen, wobei der tatsächliche Nutzen dieser Therapie als alleinige oder zusätzliche Therapie wissenschaftlich nicht bewiesen ist und von vielen Experten angezweifelt wird. Bei einer akuten Hashimoto-Thyreoiditis mit lokalen Beschwerden am Hals kann eine zeitweise entzündungshemmende medikamentöse Behandlung und unter Umständen auch mal eine Operation helfen. Darüber hinaus gibt es unzählige weitere Behandlungsansätze und Tipps, z.B. bezüglich Ernährung, Nahrungsergänzungsmitteln, biologischer Hormonpräparate oder gesunder Lebensgestaltung, wobei die tatsächliche Wirksamkeit einzelner Maßnahmen wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt ist.
Morbus Basedow
Behandlungsmöglichkeiten Morbus Basedow
Leider gibt es bislang noch keine effektive Therapie des zugrundeliegenden Immunprozesses. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) erfolgt zunächst eine medikamentöse Behandlung der Hyperthyreose mit Thyreostatika. Dann gibt es im Prinzip 3 Möglichkeiten: Beim so genannten konservativen Behandlungsversuch hofft man auf das Selbstheilungspotential des M. Basedow. Dazu werden die Thyreostatika zunächst für etwa 12 – 18 Monate weiter eingenommen und dann versuchsweise abgesetzt. Bei etwa 30 – 50% kommt es zu einer anhaltenden Besserung der Hyperthyreose, beim Rest nicht. Spätestens dann sollte eine so genannte definitive Behandlung erfolgen, in dem das erkrankte Gewebe entweder operativ entfernt oder durch Radiojod dauerhaft zerstört wird. Bei bestimmten Patientengruppen wie z.B. bei Rauchern oder bei sehr großen Schilddrüsen ist das Selbstheilungspotential statistisch gering, so dass solche Patienten eher Kandidaten für eine primäre definitive Behandlung durch eine Operation oder Radiojodtherapie sind. Bei Patienten mit einer Augenbeteiligung (endokrine Orbitopathie) wird eher eine frühzeitige operative Therapie favorisiert.
In der Regel

Darüber hinaus können auch beim M. Basedow, bei der Autonomie sowie bei Knoten und Entzündungen gute Gründe für eine Schilddrüsenoperation bestehen.

Das kann man nicht pauschal beantworten. Das kommt auf die genaue Art der Operation, den Verlauf, die hormonelle Einstellung und die Sportart an. Im Allgemeinen kann man sagen, dass man nach einer „normalen“ OP wegen einer gutartigen Schilddrüsenerkrankung bei gutem Verlauf etwa 14 Tage nach der OP wieder mit Breitensport (z.B. Joggen, Tennis, Radfahren) beginnen kann. Leistungssport sollte nur in Absprache mit dem Arzt betrieben werden. So war z.B. der Fußball-Profi und deutsche Nationalspieler Emre Can etwa 6 Wochen nach seiner Schilddrüsen-OP wieder voll belastbar und auf höchstem Niveau einsatzfähig.

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Das kann man nicht pauschal beantworten und hängt vom konkreten Befund, dem Behandlungsverlauf, dem Beruf des Patienten und nicht zuletzt auch von dessen Arbeitswillen ab. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach einer Schilddrüsen-OP wegen einer gutartigen Erkrankung liegt in einer Größenordnung von insgesamt etwa 2 Wochen, manche Patienten gehen aber auch schon 3 Tage nach der OP wieder arbeiten, bei den insgesamt seltenen Komplikationen oder bei Schilddrüsenkrebs kann die Arbeitsunfähigkeit auch schon mal viel länger dauern.

Das ist ein verbreitetes Vorurteil und stammt wahrscheinlich aus grauen Vorzeiten, als nach einer Schilddrüsenoperation häufig noch keine richtige medikamentöse Nachbehandlung erfolgte. Denn wenn bei einer Schilddrüsen-OP sehr viel, oder sogar alles Schilddrüsengewebe entfernt wurde, kann es ohne eine medikamentösen Hormonersatz durch Thyroxin-Tabletten zu einer Schilddrüsenunterfunktion und nachfolgend zu einer Gewichtszunahme kommen. Heutzutage gibt es klare Empfehlungen zu postoperativen Kontrollen und zur richtigen Nachbehandlung. Dann hat eine Schilddrüsenoperation an sich keinen Einfluss auf das Körpergewicht und die Patienten werden deshalb auch nicht dick.

Das hängt davon ab, ob und wie viel gesundes und funktionstüchtiges Schilddrüsengewebe nach einer OP im Körper zurückbleibt. Wird die Schilddrüse z.B. komplett entfernt, würde es ohne eine medikamentösen Hormonersatz durch eine Thyroxin-Tablette zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen. Bei einer guten und richtigen Nachbehandlung sollte es nach einer OP in keinem Fall zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen.

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Grundsätzlich kann man nach einer Radiojodtherapie normal schwanger werden und auch gesunde Kinder bekommen. Die bei einer Radiojodtherapie verabreichte Radioaktivität kann allerdings schädigende Effekte auf die Eierstöcke oder Hoden haben, so dass nach einer Radiojodtherapie in Abhängigkeit von der verabreichten Strahlendosis sicherheitshalber in der Regel eine Verhütung von 6 bis 12 Monaten empfohlen wird. Bei sehr hohen radioaktiven Dosen, z.B. bei der mehrfachen Behandlungen fortgeschrittener jodsensibler Schilddrüsenkrebse, ist vor Therapiebeginn auch eine Eizellen- oder Spermakonservierung möglich. Das im Einzelfall sinnvollste Konzept und die Dauer der Verhütung sollte immer konkret mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

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Bei einer Thermoablation wird Gewebe durch Hitze zerstört. An der Schilddrüse wird das in den letzten Jahren auch zur gezielten minimal-invasiven Zerstörung von gutartigen Knoten und Zysten oder seltener auch zur Verkleinerung ansonsten inoperabler Krebse eingesetzt. Es gibt verschiedene Verfahren und technische Modifikationen wie z. B. Radiofrequenzablation, Mikrowellenablation oder hochintensiver fokussierter Ultraschall. Bei den meisten Methoden wird die erforderliche Wärme über eine Punktionsnadel in lokaler Betäubung direkt in den Knoten abgegeben, bei anderen Verfahren wird dieser Effekt durch Ultraschallwellen ohne eine Punktion erzielt. Während die eigentliche Behandlung bei den meisten Verfahren nur wenige Minuten dauert, kann der gewünschte Effekt der Knotenverkleinerung Wochen bis Monate in Anspruch nehmen und ist auch nicht immer sicher vorhersagbar. Die Thermoablation kann bei bestimmten Befunden eine Alternative zur Operation oder Radiojodtherapie sein, wobei der definitive Stellenwert der Thermoablation bei der Behandlung von Schilddrüsenknoten auch mangels Langzeitergebnissen noch nicht abschließend geklärt ist.
Thermoablation
Schematische Darstellung einer Thermoablation
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Schilddruesenknoten
Behandlung von Schilddrüsenknoten
Das kommt ganz darauf an, um was es sich für Knoten handelt und ob Beschwerden oder sonstige knotenbedingte Probleme bestehen. Manchmal ist überhaupt keine Behandlung, sondern nur eine Verlaufskontrolle erforderlich, manchmal ein medikamentöser Behandlungsversuch mit z.B. Schilddrüsenhormonen und/oder Jodtabletten sinnvoll, manchmal eine Punktion zur feingeweblichen Abklärung oder zur Entlastung von Zysten ratsam, manchmal eine minimal-invasive Thermoablation möglich und manchmal eine Radiojodtherapie oder eine Operation erforderlich. Manchmal ist die Entscheidung für eine bestimmte Therapie eindeutig und manchmal ist sie kompliziert und schwierig. Im Zweifelsfall ist dann die Einholung einer Zweitmeinung bei einem erfahrenen Schilddrüsenexperten ratsam.
Struma
Behandlungsmöglichkeiten Struma
Das kommt auf die konkreten Befunde und Beschwerden an. Ist die Vergrößerung noch nicht so ausgeprägt, bestehen keine wesentlichen Verdrängungseffekte, keine lokalen Beschwerden, kein Tumorverdacht und auch sonst keine Probleme, ist unter Umständen erstmal keine Therapie, sondern nur eine Verlaufskontrolle erforderlich. Häufig wird allerdings ein medikamentöser Verkleinerungsversuch mit Jod und/oder Schilddrüsenhormon (Thyroxin) unternommen. Ist die Schilddrüse so groß, dass sie Beschwerden oder sonstige Probleme verursacht und/oder auf die Luft- oder Speiseröhre drückt, ist in der Regel eine Schilddrüsenoperation ratsam. Alternativ kann auch eine Radiojodtherapie oder bei einzelnen Knoten auch eine Thermoablation zum Einsatz kommen.