Wissenswertes

Wissenswertes über die Schilddrüse

Auf dem Portal des Deutschen Schilddrüsenzentrums finden Sie fundierte Informationen zu allen wichtigen Themen rund um die Schilddrüse. Dazu gehören Grundlagen zu Funktion und Hormonen ebenso wie Informationen zu typischen Erkrankungen, Untersuchungsverfahren und Behandlungsmöglichkeiten. Die Inhalte dienen als Orientierung und ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinisch geprüft und fachlich verfasst

Alle medizinischen Texte auf diesem Portal wurden von erfahrenen Fachärztinnen und Fachärzten verfasst und von unserem Wissenschaftlichen Beirat geprüft und freigegen. Damit möchten wir Betroffenen und Interessierten eine verlässliche und verständliche Informationsgrundlage rund um das Thema Schilddrüse bieten. Die Texte wurden sorgfältig recherchiert und zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit und bieten keine Gewähr. Auch ersetzen sie keinen persönlichen Arzt­besuch und kein Aufklärungs­gespräch.

Wozu hat man eine Schilddrüse?

In der Schilddrüse (lateinisch: Glandula thyroidea) werden verschiedene Hormone produziert.  Schilddrüsenhormone sind Botenstoffe, die zahlreiche körperliche, geistige und seelische Funktionen steuern. Sie wirken unter anderem auf Stoffwechsel, Energiehaushalt, Herz-Kreislauf-System, Temperaturregulation, Konzentration und allgemeines Wohlbefinden. Nicht ohne Grund wird die Schilddrüse deshalb oft als Taktgeber des Körpers bezeichnet.

Jod und Schilddrüse

Für die Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt die Schilddrüse viele wichtige Rohstoffe.  Eine ausreichende Versorgung ist daher wichtig für ihre normale Funktion. Besonders wichtig ist Jod. Ein gestörter Jodhaushalt kann die Entstehung bestimmter Schilddrüsenveränderungen begünstigen. Gleichzeitig sollte das Thema Jod differenziert betrachtet werden, denn je nach individueller Situation oder Erkrankung können sich unterschiedliche Empfehlungen ergeben.

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Steuerung der Schilddrüsenfunktion

Gesteuert wird die Schilddrüsenfunktion über einen komplizierten Regelkreis zwischen übergeordneten Zentren im Gehirn (Hypothalamus), Hirnanhangdrüse (Hypophyse), Schilddrüse und Sensoren, die ständig die Schilddrüsenhormonkonzentration im Blut messen und an die übergeordneten Zentren melden. Eine wichtige Rolle spielt dabei das schilddrüsenstimulierende Hormon TSH der Hirnanhangdrüse. Es hilft dem Körper, die Hormonproduktion der Schilddrüse dem jeweiligen Bedarf anzupassen. Veränderungen dieses Gleichgewichts können dazu führen, dass zu wenig oder zu viel Schilddrüsenhormone gebildet werden. Sowohl eine Unterfunktion (Hypothyreose) als auch eine  Überfunktion (Hyperthyreose) der Schilddrüse können zahlreiche Beschwerden verursachen und das körperliche, geistige und seelische Befinden.

Häufige Erkrankungen der Schilddrüse

Die Schilddrüse gehört zu den Organen, die besonders häufig von Veränderungen und Erkrankungen betroffen sind. Dazu zählen Schilddrüsenknoten, eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma), Entzündungen, autoimmune Erkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow sowie Schilddrüsenkrebs. Bei verschiedenen Erkrankungen kann es zudem zu einer Funktionsstörung, also zu einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion kommen.

Symptome von Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenerkrankungen verlaufen oft zunächst unbemerkt oder machen sich nur durch unspezifische Beschwerden bemerkbar. Lokale Beschwerden am Hals ebenso wie Müdigkeit, Erschöpfung, Gewichtsveränderungen, Nervosität, Herzrasen, Schlafstörungen können mögliche Hinweise sein. Da diese Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine sorgfältige medizinische Abklärung wichtig.

Diagnostik der Schilddrüse

Zur Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen stehen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Nach ärztlicher Befragung und Abtastung des Halses gehören die Bestimmung wichtiger Blutwerte und ein Ultraschall der Schilddrüse zur Basisdiagnostik. Je nach Befunden kommen dann auch noch weiter Untersuchungen wie eine Szintigrafie zum Einsatz

Behandlung der Schilddrüse

Das Behandlungsspektrum bei den verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen ist breit gefächert und besteht aus medikamentöser Therapie, Radiojodtherapie, Operation sowie minimal-invasiven Verfahren zur lokalen Knotenzerstörung. Es gibt auch alternative und naturheilkundliche Behandlungsansätze. Bei vielen Erkrankungen ist auch erstmal keine Therapie erforderlich.

Wann ist eine chirurgische Abklärung der Schilddrüse sinnvoll?

Eine chirurgische Konsultation wegen der Schilddrüse kann sinnvoll sein, wenn eine vergrößerte Schilddrüse (Struma) Beschwerden verursacht, Krebsverdacht besteht oder eine Schilddrüsenüberfunktion definitiv behandelt werden soll. 

Vor einer Schilddrüsen-OP erfolgt in der Regel eine fachärztliche Diagnostik. Dazu gehören die Bestimmung der wichtigsten Schilddrüsenwerte im Blut und eine Ultraschalluntersuchung des Halses, häufig auch eine Szintigrafie oder eine Probepunktion eines verdächtigen Knotens.  Ausführliche Informationen zu Gründen, Ablauf, Risiken und Nachsorge einer Schilddrüsenoperation finden Sie auf unseren Informationsseiten zur Schilddrüsenoperation.

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Bild von Autor: Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren

Autor: Prof. Dr. med. Hans Udo Zieren

(ab dem 01.09.2026) Chefarzt im Cellitinnen Krankenhaus St. Hildegardis Köln

Medizinisch geprüft: Dieser Text wurde von einem Facharzt verfasst und von unserem medizinischen Fachbeirat freigegeben.
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