Aktualisierte europäische Leitlinie chronische Nebenschilddrüsenunterfunktion

Die häufigste Ursache einer Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus) ist eine Schädigung der Nebenschilddrüsen bei einer Schilddrüsenoperation. Dann kommt es zu einem behandlungsbedürftigen Abfall des Blutkalziumspiegels. Die meisten operationsbedingten Fälle bessern sich im Verlauf von selbst wieder (transienter Hypoparathyreoidismus), geschieht dies nicht innerhalb von 12 Monaten, besteht definitionsgemäß ein chronischer Hypoparathyreoidismus. Die Europäische Gesellschaft für Endokrinologie hat ihre Leitlinien zu Diagnostik, Management und Monitoring der chronischen Nebenschilddrüsenunterfunktion aktualisiert. Danach basiert die konventionelle Behandlung auf der Gabe von aktiven Vitamin-D-Präparaten in Kombination mit einer auskömmlichen Calciumaufnahme, die häufig medikamentös unterstützt werden müsse. Sollte dies trotz optimaler Einstellung nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, wird als Alternative eine Hormonersatztherapie mit künstlichem Nebenschilddrüsenhormon empfohlen, eine Nebenschilddrüsen-Transplantation von menschlichen Spendern dagegen nicht. In der umfangreichen Leitlinie können Patienten und Ärzte viele hilfreiche Empfehlungen und Tipps zum Management des chronischen Hypoparathyreoidismus finden.

Quelle: Jens Bollerslev J,  Otti Buch O, Cardoso LM et al (2025): Revised European Society of Endocrinology Clinical Practice Guideline: Treatment of Chronic Hypoparathyroidism in Adults. European Journal of Endocrinology, Volume 193, Issue 5, November 2025, Pages G83–G112, https://doi.org/10.1093/ejendo/lvaf222

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