Startseite Aktuelles Fachgesellschaft warnt vor Übertherapie mit L-Thyroxin
Synthetisches L-Thyroxin zählt zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten in Deutschland. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE) informiert über die richtige Handhabung des Medikaments und warnt vor unnötiger Überversorgung. L-Thyroxin wird üblicherweise zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion eingesetzt. Die Dosierung sollte sich am Körpergewicht des Patienten orientieren und mit dem Laborwert TSH regelmäßig kontrolliert werden. Bei einer zu niedrigen Dosis blieben die Beschwerden der Unterfunktion bestehen, bei einer zu hohen Dosis würden Herzrasen, Schlaflosigkeit oder Herzrhythmusstörungen drohen. Das Präparat wirke am zuverlässigsten, wenn es auf nüchternen Magen eingenommen wird. Viele Lebensmittel wie insbesondere Kaffee, Tee und Kalzium könnten die Wirkung abschwächen. Deshalb sollte L-Thyroxin morgens 20 bis 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen werden, alternativ sei eine abendliche Einnahme möglich. Für die lange Zeit gebräuchliche Verordnung von L-Thyroxin zur Vorbeugung oder Behandlung der häufigen Schilddrüsenknoten gäbe es keine wissenschaftliche Grundlage, insbesondere ältere Menschen könnten durch eine nicht erforderliche L-Thyroxin-Therapie einem unnötigen Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme ausgesetzt werden. Zudem würde L-Thyroxin häufig schon bei einem einzigen oder nur leicht erhöhten TSH-Wert verordnet, besser wären eine individuelle Beurteilung der klinischen Gesamtsituation des Patienten in Kombination mit Verlaufskontrollen.
Quelle: [http://L-Thyroxin:%20Was%20Patient*innen%20über%20die%20Anwendung%20und%20Überversorgung%20wissen%20sollten%20-%20www.endokrinologie.net]L-Thyroxin: Was Patient*innen über die Anwendung und Überversorgung wissen sollten – www.endokrinologie.net
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