Fachwörterlexikon

Glossar zum Themenfeld Schilddrüse

Nachfolgend finden Sie laienverständliche Erklärungen vieler medizinischer Fachbegriffe im Zusammenhang mit der Schilddrüse.

Im Glossar können sich interessierte Leser u.a. über Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), Schilddrüsenkrebs oder endogene TSH-Reduktion informieren. Die alphabetisch geordnete Zusammenstellung erhebt dabei jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wissenschaftliche Exaktheit. Sollten Sie bestimmte Begriffe vermissen oder weiteren Erklärungsbedarf haben, bitten wir um Nachricht per E-Mail. Wir werden unser Lexikon gerne erweitern. Bei weiterführenden Fragen steht Ihnen ein Schilddrüsenspezialist in einem unserer aufgeführten Schilddrüsenzentren jederzeit zur Verfügung.


A

 
ABBA (Axillo-Bilateral-Breast-Approach):
Minimal-invasives Operationsverfahren für Schilddrüsenoperationen, bei dem die Schnitte nicht am Hals, sondern an den Brustwarzen und in einer Achselhöhle liegen.
 
Adenom:
Gutartige Wucherung von Drüsengewebe, die zu einer vermehrten Hormonproduktion führen kann.
 
Akute Thyreoiditis:
Meist durch Bakterien verursachte und sich relativ plötzlich entwickelnde  Schilddrüsenentzündung.
 
Anaplastisches Karzinom:
Seltenes Schilddrüsenkarzinom, das keine Ähnlichkeit mit normalem Schilddrüsengewebe aufweist.
 
Antiphlogistica:
Entzündungshemmende Medikamente.
 
Atypische Resektion:
Entfernung von Schilddrüsengewebe in einem Ausmaß, das keinem der anderen Resektionsverfahren entspricht.
 
Autoantikörper:
Abwehrstoffe des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe.
 
Autoimmunhyperthyreose:
Schilddrüsenüberfunktion durch eine Autoimmunerkrankung, z.B. Morbus Basedow.
 
Autoimmunthyreopathie:
Chronisch entzündliche Schilddrüsenerkrankung, die durch eine Störung des Immunsystems verursacht wird, z.B.Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis.
 
Autonomie:
Im Zusammenhang mit der Schilddrüse ist eine Fehlfunktion gemeint, bei der das Schilddrüsengewebe nicht mehr auf körpereigene hormonelle Steuerungsmechanismen reagiert, sondern unkontrolliert Schilddrüsenhormone produziert.
 
Autonomie, unifokal:
Nur eine Stelle in der Schilddrüse ist von der Autonomie betroffen, meist durch ein autonomes Adenom.
 
Autonomie, bifokal:
Zwei Stellen in der Schilddrüse sind von der Autonomie betroffen.
 
Autonomie, multifokal:
Mehrere Stellen in der Schilddrüse sind von der Autonomie betroffen.
 
Autonomie, disseminiert:
Praktisch die ganze Schilddrüse ist von der Autonomie betroffen.
 
Auto-Replantation:
Wiedereinpflanzung von körpereigenem Gewebe, z.B. von Nebenschilddrüsengewebe.
 
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B

 
Basedow:
Name des Arztes Carl von Basedow, der 1840 die typischen Symptome der später nach ihm benannten Schilddrüsenerkrankung als Erster beschrieb.
 
Beidseitige Resektion:
Gleichzeitige Entfernung von Schilddrüsengewebe an beiden Schilddrüsenlappen.
 
benigne:
gutartig
 
Betablocker:
Medikamente, die die Wirkung der „Stresshormone“ wie Adrenalin hemmen und z.B. zur Senkung der Herzfrequenz und des Blutdrucks führen.
 
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C

 
Calcium:
Chemisches Element, das wichtig für den Körper und seine Funktionen ist, z.B. für die Nervenfunktion oder den Knochenbau.
 
Calcitonin:
Hormon, das in der Schilddrüse von den sogenannten C-Zellen gebildet wird. Dient auch als Tumormarker beim C-Zell-Carcinom.
 
Carbimazol:
Arzneimittel gegen Schilddrüsenüberfunktion.
 
Carcinom:
Spezieller Krebstyp, der von Epithelzellen ausgeht. Fast alle Krebse in der Schilddrüse sind Karzinome.
 
Chemotherapie:
Medikamentöse Behandlung von Krebserkrankungen.
 
Computertomografie:
Radiologisches Untersuchungsverfahren, bei dem Körperregionen in dünnen Schichten dargestellt werden.
 
Cytologie:
Feingewebliche Untersuchung von Zellen.
 
C-Zell-Carcinom:
Schilddrüsenkarzinom, das von sogenannten C-Zellen in der Schilddrüse ausgeht. Synonym: Medulläres Karzinom.
 
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D

 
Dekompensation:
Entgleisung
 
De-Quervain-Thyreoiditis:
Durch Viren ausgelöste Schilddrüsenentzündung.
 
Dijodthyronin:
Schilddrüsenhormon mit 2 Jod-Atomen
 
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E

 
Einseitige Resektion:
Operative Entfernung von Gewebe an nur einem Schilddrüsenlappen.
 
Epithelkörperchen:
Nebenschilddrüsen.
 
En-Bloc-Resektion:
Operative Entfernung eines tumortragenden Organs mit angrenzenden und möglicherweise oder tatsächlich mitbefallenen Strukturen.
 
Endokrinologie:
Lehre von den Hormonen, Fachgebiet innerhalb der Inneren Medizin.
 
Endokrine Orbitopathie:
Mitbeteiligung der Augen bei Autoimmunerkrankungen, insbesondere bei Morbus Basedow.
 
Endokrine Chirurgie:
Teilgebiet der Chirurgie mit Spezialisierung auf chirurgische Eingriffe an den Hormondrüsen.
 
Entdifferenziertes Karzinom:
Seltenes Schilddrüsenkarzinom, das keine Ähnlichkeit mit normalem Schilddrüsengewebe hat. Synonym: Anaplastisches Karzinom.
 
Enukleation:
Operationsverfahren, bei dem ein krankhafter Befund (z.B. Knoten) sparsam aus dem Organ (z.B. Schilddrüse) entfernt (geschält) wird.
 
Euthyreose:
Normale Schilddrüsenfunktion.
 
Exophtalmus :
Hervortreten der Augen aus den Augenhöhlen, z.B. bei Morbus Basedow.
 
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F

 
Fast-totale Lappenresektion:
Weitgehende Entfernung eines Schilddrüsenlappens mit Belassen eines kleinen Restes von 1 Gramm und weniger.
 
FDG-PET:
Nuklearmedizinische Untersuchung zum Auffinden von Gewebe mit erhöhter Stoffwechselaktivität, das krebsverdächtig sein kann.
 
Feinnadelpunktion:
Methode zur Gewinnung von Gewebeproben zur feingeweblichen zytologischen Untersuchung von Zellen mittels Punktion mit einer dünnen Nadel.
 
Follikuläres Karzinom:
Zweithäufigstes Schilddrüsenkarzinom, das von Schilddrüsenhormon produzierenden Zellen ausgeht.
 
Follikuläre Neoplasie:
Von Schilddrüsenzellen ausgehende Wucherung, die gut- oder bösartig sein kann. Eine definitive Unterscheidung ist nur durch eine komplette pathologische Untersuchung des gesamten Befundes und nicht durch eine Punktion möglich.
 
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G

 
Gamma-Kamera:
Messgerät des Nuklearmediziners, z.B. bei einer Szintigrafie.
 
Glandula thyreoidea:
Lateinischer Begriff für Schilddrüse.
 
Glupschaugen:
Hervortreten der Augen aus der Augenhöhle, z.B. bei Morbus Basedow.
 
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H

 
Hashimoto:
Name des japanischen Arztes Hakaru Hashimoto, der pathologische Zeichen der später nach ihm benannten Hashimoto-Thyreoiditis 1912 als Erster beschrieb.
 
Hemithyreoidektomie:
Operative Entfernung eines Schilddrüsenlappens.
 
Heißer Knoten:
Areal in der Schilddrüse, das aktiver als andere Bereiche ist. Die Bezeichnung „heiß“ hat nichts mit der Temperatur zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine Beschreibung, ob und wie viel Jod ein Knoten bei einer Szintigrafie aufnimmt und speichert.
 
HNO:
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
 
Hormone:
Botenstoffe, die in Hormondrüsen produziert werden.
 
Hashimoto-Thyreoiditis:
Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Benannt nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, der die Erkrankung als Erster beschrieb.
 
high-risk:
Im Zusammenhang mit Schilddrüsenkrebs gebraucht, beschreibt der Begriff Tumoren mit einem statistisch hohen Rückfallrisiko.
 
Hirnanhangdrüse:
Drüse im Gehirn, in dem wichtige Botenstoffe produziert werden, z.B. TSH für die Schilddrüse.
 
Hormoneinstellung:
Im Zusammenhang mit der Schilddrüse ist die medikamentöse Einstellung mit künstlichen Schilddrüsenhormonen gemeint.
 
Hypoparathyreoidismus:
Unterfunktion der Nebenschilddrüsen.
 
Hyperparathyreoidismus:
Überfunktion der Nebenschilddrüsen.
 
Hypercalcämie:
Erhöhte Spiegel von Calcium im Blut, z.B. bei einer Überfunktion der Nebenschilddüsen.
 
Hyperthyreose:
Überfunktion der Schilddrüse.
 
Hyperthyreose, latente:
Verborgene, versteckte Schilddrüsenüberfunktion, bei der die Schilddrüsenhormonwerte im Blut noch normal sind, das Steuerungshormon TSH als Ausdruck der Gegenregulation aber schon erniedrigt ist.
 
Hyperthyreose, manifeste:
Schilddrüsenüberfunktion, bei der die Schilddrüsenhormonwerte im Blut erhöht sind.
 
Hypocalcämie:
Erniedrigte Spiegel von Calcium im Blut, z.B. bei einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen.
 
Hypophyse:
Hirnanhangdrüse. Drüse im Gehirn, in der wichtige Botenstoffe produziert werden, z.B. TSH für die Schilddrüse.
 
Hypothyreose:
Unterfunktion der Schilddrüse.
 
Hypothyreose, manifeste:
Schilddrüsenunterfunktion, bei der die Schilddrüsenhormonwerte im Blut erniedrigt sind.
 
Hypothyreose, latente:
Verborgene, versteckte Schilddrüsenunterfunktion, bei der die Schilddrüsenhormonwerte im Blut noch normal sind, das Steuerungshormon TSH als Ausdruck der Gegenregulation aber schon erhöht ist.
 
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I

 
Immunthyreoiditis:
Schilddrüsenerkrankung, die durch eine gestörte Immunfunktion verursacht wird, z.B. Hashimoto-Thyreoiditis.
 
Indikation:
Begründung für eine medizinische Maßnahme, z.B. OP-Indikation.
 
Infertilität:
Unfruchtbarkeit, ungewollte Kinderlosigkeit.
 
Internist:
Facharzt für Innere Medizin.
 
Intraoperativ:
Während einer Operation
 
Inzidentalom:
Zufällig bei einer medizinischen Untersuchung entdeckter Tumor ohne Symptome, z.B. ein Knoten, der im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse erkannt wird.
 
Inzidenz:
 
Statistische Häufigkeit, mit der eine bestimmte Erkrankung auf 100.000 Einwohner auftritt.
 
Isthmus:
Die Gewebebrücke zwischen dem rechten und linken Schilddrüsenlappen.
 
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J

 
Jod:
Chemisches Element, das z.B. für die Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt wird.
 
Jod-Prophylaxe:
Einnahme von Jod zur Vorbeugung von Schilddrüsenerkrankungen.
 
Jod-Szintigrafie:
Nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren unter Verwendung von radioaktiv markiertem Jod.
 
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K

 
Kalter Knoten:
Areal in der Schilddrüse, das keine oder kaum Hormone produziert. Die Bezeichnung „kalt“ hat nichts mit der Temperatur zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine Beschreibung, dass ein bestimmter Schilddrüsenknoten in der Szintigrafie kein Jod speichert.
 
Kalzium:
siehe Calcium
 
Karzinom:
siehe Carcinom
 
Keilresektion:
Operationsverfahren an der Schilddrüse, bei der ein keilartiges Gewebestück entfernt wird.
 
Kernspintomografie:
Radiologisches Untersuchungsverfahren, bei dem Körperregionen mit Hilfe von Magnetfeldern in dünnen Schichten dargestellt werden, frei von
Strahlenbelastung. Abkürzend auch bezeichnet als MRT (Magnetresonanztomografie) oder NMR (Nuclear Magnetic Resonanz)
 
Krebs:
Bösartige Gewebeneubildung
 
Kropf:
Vergrößerung der Schilddrüse
 
Komplettierungsoperation:
Folgeeingriff an der Schilddrüse bei Nachweis von Krebs, wenn die Voroperation in Unkenntnis der Krebsdiagnose nicht ausreichend radikal war.
 
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L

 
Lappenresektion:
Operative Entfernung eines Schilddrüsenlappens.
 
Laryngoskopie:
Kehlkopfspiegelung, bei der u.a. die Stimmbandfunktion untersucht werden kann.
 
Leitlinien:
Im Zusammenhang mit der Schilddrüse durch verschiedene Fachrichtungen und Fachgesellschaften festgelegte Richtlinien zu Diagnostik und Therapie
bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen.
 
Logopädie:
Im Zusammenhang mit der Schilddrüse stehen Maßnahmen zum Stimm- und Sprachtraining bei krankheits- oder operationsbedingten Stimm- und
Sprachstörungen im Fokus.
 
L-Thyroxin:
Künstlich hergestelltes Schilddrüsenhormon.
 
low-risk:
Im Zusammenhang mit Schilddrüsenkrebs gebraucht, beschreibt der Begriff Tumoren mit einem statistisch geringen Rückfallrisiko.
 
Lupenbrille:
Spezielle Operationsbrille mit Vergrößerungseffekten in unterschiedlichem Ausmaß.
 
Lymphadenektomie:
Entfernung von Lymphknoten; an der Schilddrüse häufig Teil von Krebsoperationen.
 
Lymphknotenausräumung:
Entfernung von Lymphknoten, z.B. als Teil einer Krebsoperation.
 
Lympknotendissektion:
Entfernung von Lymphknoten, z.B. als Teil einer Krebsoperation.
 
Lymphknotendissektion, prophylaktisch:
Entfernung von eigentlich unverdächtigen Lymphknoten, in denen sich aber versteckte und nur mikroskopisch erkennbare Krebs-Metastasen befinden
können.
 
Lymphknotenkompartiment:
Definierte Gebiete, in denen bei einer Krebsoperation alle Lymphknoten entfernt werden.
 
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M

 
maligne:
bösartig
 
Malignom:
Bösartige Gewebeneubildung
 
MEN (multiple endokrine Neoplasie):
Erkrankung, bei der gleichzeitig Tumore an verschiedenen Hormondrüsen entstehen, z.B. ein medulläres Schilddrüsenkarzinom.
 
Mibi-Szintigrafie:
Nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren zur Beurteilung der Stoffwechselaktivität und des Bösartigkeitsrisikos von z.B. kalten Knoten an der Schilddrüse.
 
MIFT:
englische Abkürzung für Minimal Invasives Follikuläres Schilddrüsenkarzinom.
 
Mikrochirurgie:
Operative Eingriffe mit Lupenbrille oder OP-Mikroskop und sehr feinen Instrumenten.
 
Mini-Thyreoidektomie:
Minimal-invasive Schilddrüsenentfernung über einen möglichst kleinen Schnitt vom Hals aus.
 
MIT:
Abkürzung für minimal-invasive Thyreoidektomie, siehe auch Mini-Thyreoidektomie.
 
MIVAT:
Abkürzung für minimal-invasive Video assistierte Schilddrüsenentfernung mit mehreren kleinen Schnitten vom Hals aus unter Verwendung einer Miniaturkamera und eines Monitors.
 
Medulläres Karzinom:
Schilddrüsenkarzinom, das von den Calcitonin produzierenden Zellen (C-Zellen) ausgeht. Gelichbedeutend mit C-Zell-Karzinom.
 
Metastasen:
Tochtergeschwülste bösartiger Tumore
 
Morbus:
Krankheit, z.B. Morbus Basedow
 
Mortalität:
Sterblichkeit
 
Mortalitätsrate:
Sterblichkeitsrate
 
MR:
Magnetresonanz, siehe auch Kernspintomografie
 
Multifokal:
An mehreren Stellen auftretend, z.B. beim papillären Schilddrüsenkarzinom.
 
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N

 
Near-total Thyreoidektomie:
Fast-totale operative Entfernung der Schilddrüse mit Belassen kleiner Reste von bis zu 2 Gramm auf einer oder beiden Seiten.
 
Nebenschilddrüsen:
Kleine etwa reiskorngroße Organe, die normalerweise unmittelbar hinter der Schilddrüse liegen.
 
Nebenschilddrüsenadenom:
Gutartige Drüsenwucherung einer Nebenschilddrüse, die meist auch zu einer Überfunktion führt.
 
Nebenschilddrüsenhormon:
In den Nebenschilddrüsen produziertes Parathormon.
 
Nebenschilddrüsenhyperplasie:
Vergrößerung und meist auch Überfunktion sämtlicher Nebenschilddrüsen.
 
Nebenschilddrüsenüberfunktion:
Zu hohe Blutspiegel von Parathormon.
 
Nebenschilddrüsenunterfunktion:
Zu niedrige Blutspiegel von Parathormon.
 
Nebenschilddrüsen-Weaning:
Bei einer postoperativen Unterfunktion eingesetzte Methode, bei der schrittweise die Gabe von Calcium oder Vitamin D III reduziert wird, um
verbliebenes Nebenschilddrüsengewebe zu stimulieren.
 
Nervus laryngeus recurrens:
Sogenannter Stimmbandnerv, der die Beweglichkeit der Stimmbänder beeinflusst.
 
Neoplasie:
Neubildung von Körpergewebe, das gut- oder bösartig sein kann.
 
Neuromonitoring:
Methode zur Überprüfung der Nervenfunktion; an der Schilddrüse zur intraoperativen Kontrolle der Stimmbandnerven eingesetzt.
 
NMR (Nuclear Magnetic Resonance):
siehe auch Kernspintomografie
 
Nuklearmedizin:
Medizinische Fachrichtung zur Anwendung radioaktiver Substanzen und kernphysikalischer Verfahren zu Diagnostik und Therapie, z.B. Schilddrüsenszintigramm.
 
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O

 
Onkologische Operation:
Operativer Eingriff an der Schilddrüse nach den Regeln der modernen Krebschirurgie durch entsprechende Leitlinien definiert.
 
Onkozytäres Schilddrüsenkarzinom:
Sonderform des follikulären Schilddrüsenkarzinoms, das zwischen differenzierten und undifferenzierten Karzinomen steht.
 
OP:
Abkürzung für Operation.
 
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P

 
Papilläres Karzinom:
Häufigstes Schilddrüsenkarzinom, das von Schilddrüsenhormon produzierenden Zellen ausgeht.
 
Parathormon:
In den Nebenschilddrüsen gebildetes Hormon, das u.a. den Calciumstoffwechsel beeinflusst.
 
Parathyreoidektomie:
Operative Entfernung von Nebenschilddrüsengewebe
 
Parathyreoidektomie, komplett:
Operative Entfernung aller Nebenschilddrüsen
 
Parathyreoidektomie,partiell:
Teilweise Entfernung von Nebenschilddrüsengewebe
 
Pathologe:
Facharzt, der sich u.a. mit der Beurteilung von Gewebeproben befasst und einen pathologischen Befund erstellt.
 
PDTC:
Englische Abkürzung für gering differenziertes Schilddrüsenkarzinom.
 
Präoperativ:
Vor einer Operation
 
Postoperativ:
Nach einer Operation
 
Post-partale Thyreoiditis:
spezielle Form der Schilddrüsenentzündung bei der Mutter kurz nach einer Geburt.
 
Proliferation:
Gewebevermehrung, kann gut- oder bösartig sein.
 
Prophylaxe:
Vorbeugung
 
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Q

 
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R

 
Radiojod:
Radioaktives Jod.
 
Radiojodtherapie:
Nuklearmedizinische Behandlungsmethode unter Verwendung von radioaktivem Jod zur Zerstörung von jodspeicherndem Gewebe, z.B. Schilddrüsengewebe, jodspeichernde Metastasen.
 
Radiojodtest:
Nuklearmedizinische Untersuchung zur Prüfung der Radiojodaufnahme z.B. vor einer Radiojodtherapie.
 
Radiojodtherapie, ablative:
Radiojodtherapie, bei der alles jodspeichernde Schilddrüsengewebe komplett zerstört wird.
 
Recurrensparese:
Lähmung des sogenannten Stimmbandnerven (Nervus laryngeus recurrens)
 
Resektion:
Operative Entfernung von Gewebe.
 
Rezidiv:
Wiederauftreten einer Erkrankung. Bei Krebserkrankungen Tumorrückfall.
 
Rezidivprophylaxe:
Im Zusammenhang mit gutartigen Schilddrüsenerkrankungen vorbeugende Gabe von Schilddrüsenhormonen und/oder Jod nach einer nicht kompletten Schilddrüsenoperation, um das Risiko für eine erneute Erkrankung (Rezidiv) in der verbliebenen Restschilddrüse zu senken.
 
rhTSH:
rekombinantes humanes TSH, oder: künstlich hergestelltes TSH
 
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S

 
Schilddrüse:
Hormonbildendes Organ an der Vorderseite des Halses.
 
Schilddrüsenadenom:
Gutartige Wucherung von Schilddrüsengewebe, die zu einer Überfunktion führen kann.
 
Schilddrüsenchirurgie:
Sammelbegriff für alle operativen Eingriffe an der Schilddrüse.
 
Schilddrüsenhormon:
Hormone, die in der Schilddrüse gebildet werden. Z.B. Thyroxin, Trijodthyronin, Dijodthyronin, Calcitonin.
 
Schilddrüsenexperte:
Nicht geschützter Begriff für Ärzte jedweder Fachrichtung, die als besonders fachkundig und erfahren in Sachen Schilddrüse gelten.
 
Schilddrüsenkarzinom:
Schilddrüsenkrebse, die ursprünglich von Epithelzellen abstammen. Fast alle Schilddrüsenkrebse sind Karzinome.
 
Schilddrüsenkarzinom, differenziertes:
Schilddrüsenkrebse, die eine gewisse Verwandtschaft mit normalem Schilddrüsengewebe aufweisen, z.B. papilläres oder follikuläres
Karzinom.
 
Schilddrüsenkarzinom, entdifferenziertes:
Schilddrüsenkrebse, die keine Verwandtschaft mit normalem Schilddrüsengewebe aufweisen, z.B. anaplastisches Karzinom.
 
Schilddrüsenkarzinom,gering differenziertes:
Schilddrüsenkrebse, die nur noch eine geringe Verwandtschaft mit normalem Schilddrüsengewebe aufweisen, z.B. onkozytäres Karzinom.
 
Schilddrüsenkarzinom, okkultes:
Verstecktes kleines Schilddrüsenkarzinom bis zu 1 cm Größe.
 
Schilddrüsenkrebs:
Sammelbegriff für bösartige Neubildungen der Schilddrüse.
 
Schilddrüsenknoten:
Knoten in der Schilddrüse, z.B. bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt.
 
Schilddrüsenknoten, suspekter:
Krebsverdächtiger Knoten in der Schilddrüse.
 
Schilddrüsenoperation:
Operative Entfernung von Schilddrüsengewebe.
 
Schilddrüsenoperateur:
Arzt, der operative Eingriffe an der Schilddrüse durchführt.
 
Schilddrüsenspezialist:
Nicht geschützter Begriff für einen Arzt jedweder Fachrichtung, der sich in besonderem Maße mit der Schilddrüse befasst.
 
Schilddrüsenüberfunktion:
Übermäßige Produktion von Schilddrüsenhormonen.
 
Schilddrüsenunterfunktion:
Mangelnde Versorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen und dadurch langsamerer Stoffwechsel als normal.
 
Schilddrüsenzentrum:
Nicht geschützter Begriff für medizinische Einrichtungen, an denen sich mindestens zwei Ärzte mit Schilddrüsenerkrankungen befassen.
 
Schilddrüsenzyste:
Meist mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum in der Schilddrüse.
 
Schnellschnitt:
Pathologisches Eilverfahren zur Untersuchung von Gewebeproben.
 
Sonografie:
Anwendung von Ultraschall zur Untersuchung von Gewebe.
 
Substitutionstherapie:
Im Zusammenhang mit der Schilddrüse ist der medikamentöse Ersatz von fehlendem Schilddrüsenhormon gemeint, z.B. nach einer Operation oder Radiojodtherapie.
 
Suppression:
Unterdrückung.
 
Strahlenexposition:
Strahlenbelastung durch ionisierende Strahlen.
 
Strahlentherapie:
Behandlungsmethode unter Verwendung ionisierender Strahlen.
 
Struma:
Vergrößerung der Schilddrüse.
 
Struma cystica:
Vergrößerung mit einem oder mehreren Hohlräumen.
 
Struma diffusa:
Vergrößerung ohne Knotenbildung.
 
Struma maligna:
Vergrößerung mit einem Krebs.
 
Struma nodosa:
Vergrößerung mit einem oder mehreren Knoten.
 
Struma multinodosa:
Vergrößerung mit vielen Knoten.
 
Struma uninodosa:
Vergrößerung mit nur einem Knoten.
 
Struma retrosternal:
Vergrößerung der Schilddrüse bis hinter das Brustbein.
 
Subtotal Schilddrüsenresektion:
Weitgehende Entfernung eines Schilddrüsenlappens mit Belassen eines Restes von 1 – 4 Gramm Schilddrüsengewebe.
 
Szintigrafie:
Nuklearmedizinische Untersuchungsmethode unter Anwendung radioaktiver markierter Substanzen.
 
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T

 
TAK (Thyreoglobulin-Antikörper):
Abwehrstoffe gegen Thyreoglobuline, die bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse im Blut erhöht sein können.
 
Tc-Szintigrafie:
Nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren unter Verwendung von radioaktiv markiertem Technetium (verhält sich im Körper wie Jod).
 
T3:
Abkürzung für Trijodthyronin
 
T4:
Abkürzung für Thyroxin
 
Thiamazol:
Medikament gegen eine Schilddrüsenüberfunktion
 
Thyreoglobulin:
Protein in der Schilddrüse, an dem die Bildung von Thyroxin stattfindet.
 
Thyreoidea:
Lateinische Bezeichnung für die Schilddrüse
 
Thyreoidektomie:
Komplette operative Entfernung der Schilddrüse
 
Thyreoidektomie,zweizeitige:
Entfernung der gesamten Schilddrüse in zwei operativen Eingriffen, z.B. bei Krebsoperationen, wenn bei der ersten OP in Unkenntnis der Krebsdiagnose nur ein Teil der Schilddrüse entfernt wurde und nach der Krebsdiagnose der verbliebene Schilddrüsenrest aus Radikalitätsgründen bei einer zweiten OP entfernt werden muss.
 
Thyreoiditis:
Entzündung der Schilddrüse, z.B. Hashimoto-Thyreoiditis
 
Thyreostatika:
Medikamente zur Hemmung der Schilddrüsenfunktion
 
Thyroxin:
Schilddrüsenhormon mit 4 Jod-Atomen
 
TNM-Staging:
Klassifikation von Krebsen, wobei T für Tumorausdehnung, N für Noduli (Lymphknoten) und M für Metastasen steht.
 
Trijodthyron:
Schilddrüsenhormon mit 3 Jod-Atomen
 
TPO-Antikörper:
Antikörper gegen ein Schilddrüsenenzym; diese können bei verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen im Blut erhöht sein, z.B. bei Hashimoto-Thyreoiditis.
 
TRH(Thyreotropin-Releasing-Hormon):
Im Gehirn gebildeter Botenstoff, der Einfluss auf die Hirnanhangsdrüse und die Schilddrüse hat.
 
Trachea:
Luftröhre
 
Tracheostoma:
Operativ angelegte Öffnung der Luftröhre z.B. zur Sicherung der Atmung bei einer beidseitigen Stimmbandlähmung mit Luftnot.
 
TRAK:
TSH-Rezeptor-Antikörper die bei autoimmunbedingten Schilddrüsenerkrankungen im Blut erhöht sein können, z.B. Morbus Basedow.
 
TSH:
Thyreoidea stimulierendes Hormon. Der Botenstoff wird natürlich in der Hirnanhangsdrüse gebildet und gehört zum hormonellen Regelkreis der Schilddrüse.
 
TSH-Stimulation:
Anregung von Schilddrüsenzellen z.B. zur vermehrten Jodaufnahme durch erhöhte TSH-Spiegel im Blut. Wichtig für die Radiojodtherapie.
 
TSH-Stimulation, endogen:
Anstieg des TSH-Spiegels im Blut durch körpereigene Produktion in der Hirnanhangsdrüse, z.B. als Reaktion auf eine Schilddrüsenunterfunktion nach einer Schilddrüsenentfernung.
 
TSH-Stimulation, exogen:
Anstieg des TSH-Spiegels im Blut durch künstlich erzeugtes TSH.
 
TSH, rekombinantes:
künstlich erzeugtes TSH, das z.B. vor einer Radiojodtherapie oder bei der Krebsdiagnostik nach einer Radiojodtherapie eingesetzt werden kann.
 
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U

 
Ultraschall:
Anwendung von Ultraschall zur Untersuchung von Gewebe.
 
Überlebensrate:
Prozentualer Anteil von Patienten, die zu bestimmten Zeitpunkten (meist in Jahren angegeben) nach einer Diagnose oder sonstigen Maßnahme
noch leben.
 
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V

 
Viszeralchirurgie:
Spezialgebiet der Chirurgie mit Schwerpunkt auf Operationen an inneren Organen.
 
Vitamin D:
Im Zusammenhang mit der Schilddrüse wichtiger Partner des Parathormons zur Regulierung des Calcium-Stoffwechsels.
 
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W

 
Warmer Knoten:
Areal in der Schilddrüse, das bei der Szintigrafie vermehrt Jod speichert.
 
WIFT:
Englische Abkürzung für breit invasives follikuläres Schilddrüsenkarzinom.
 
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X

 
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Y

 
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Z

Zertifiziertes Kompetenzzentrum:
Kliniken, die definierte strukturelle, organisatorische und qualitative Voraussetzungen erfüllen müssen, die extern begutachtet und überprüft werden.
 
Zytologie:
Feingewebliche Untersuchung einzelner Zellen, die z.B. durch eine Punktion gewonnen wurden.
 
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